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Hier darf sich die Natur frei entfalten – ohne menschliche Eingriffe. Das bedeutet: Natürliche Prozesse laufen ab, wie sie wollen, und bieten Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen. Nationalparke sind unverzichtbar für die biologische Vielfalt und den Artenreichtum unserer Erde.
Rückzugsorte für unberührte Natur: Weil in Nationalparken Natur Natur sein darf, sind wir echte Hotspots für Artenvielfalt und Biodiversität – und das weltweit!
In Nationalparken darf sich Natur weitgehend ungestört und möglichst ursprünglich entfalten. Natur Natur sein zu lassen heißt, dass Rückzugsräume für wildlebende Pflanzen und Tiere bewahrt und wiederhergestellt werden. Das ist unverzichtbar für die biologische Vielfalt und den Artenreichtum unserer Erde!
Nationalparke sind überall auf der Welt zu finden und beheimaten die schönsten Naturlandschaften unserer Erde. Der Yellowstone Nationalpark gilt mit der Gründung im Jahr 1872 als erster Nationalpark der Welt. Bei uns in Deutschland wurde der erste Nationalpark deutlich später eröffnet: Im Jahr 1970 im Bayerischen Wald.
„Genieße die Abendstimmung auf der Plattform am Lotharpfad. Auf die wilde Landschaft zu blicken, während im Hintergrund die untergehende Sonne den Himmel bunt färbt – das ist auch für mich immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis.“
Charly Ebel
Leiter der Besucherinformation im Schwarzwald
„Beim Seehund-Kiek geht es mit einer geführten Wanderung auf den Kleinen Vogelsand nördlich von Neuwerk. Von dort aus lassen sich die Seehunde ungestört an ihrem Liegeplatz beobachten. Und mit etwas Glück kommen die Tiere neugierig herübergeschwommen, um die Besucher näher in Augenschein zu nehmen.“
Thorsten Köster
Ranger auf Neuwerk im Hamburgischen Wattenmeer
„Meine beiden Lieblingswege im Nationalpark sind der Saugrabenweg und der Wanderweg Hünenteich. Auf beiden Wegen kann man das Lebensraummosaik des Nationalparks entdecken: Den urwüchsigen Buchenwald, aber auch die Freiflächen mit ihren besonderen Vogelarten.“
Lisa Mäder
Mitarbeiterin im Nationalpark Hainich
„Der Erlebnisweg Schachten und Filze zwischen Falkenstein und Rachel fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Wenn der Nebel noch in den Schachten – alten Hochweiden – hängt und die dicken Bäume umschlingt, dann hat die Szenerie etwas richtig Mystisches an sich.“
Thomas Drexler
Ranger im Nationalpark Bayerischer Wald
„Im Herbst laufe ich bei der morgendlichen Kranichführung im Dunkeln zur Beobachtungsplattform am Rederangsee. Die unterschiedlichsten Geräusche im Wald und besonderen Tierbeobachtungen in der Dämmerung begeistern die Gäste. Mit viel Glück entdecken wir Seeadler, Kraniche und brunftene Hirsche.“
Liane Hamm
Rangerin im Müritz-Nationalpark
„Der Urwaldsteig Edersee, oberhalb der Wooghölle, bietet wunderschöne Ein- und Ausblicke auf uralte Eichenwälder. Und am Steilhang oberhalb des Edersees sind auch alte Rotbuchen vertreten. Diese Wegstrecke ist einzigartig, gerade im Herbst zeigt sich dort die bunte Vielfalt der Baumarten. Das ist ein ganz stimmungsvoller Ort!“
Hermann Kaiser
Ranger im Nationalpark Kellerwald-Edersee
„Mein Geheimtipp ist die große Wanderung durch Salzwiesen und Watt zur Sandbank vor Westerhever mit anschließendem Besuch der Ausstellung im Leuchtturm.“
Wolfgang Förster-Hahn
Ranger im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer
Absolut! Der Zugang für die Öffentlichkeit entspricht der Grundidee eines Nationalparks, wonach Menschen von der Natur nicht ausgeschlossen, sondern eingeladen werden soll.
Nationalparke dienen der naturkundlichen Bildung und dem Naturerlebnis der Bevölkerung. Es soll das Interesse und Verständnis für die komplexen Zusammenhänge von Ökosystemen, für die Gefährdung von Arten und Biotopen sowie für die Bedeutung der Natur als Grundlage menschlichen Lebens geweckt werden. Sie sind zudem zu einem wichtigen Faktor regionaler Entwicklung geworden. Sie prägen das Erscheinungsbild einer Region und tragen mit dazu bei, das Image zu stärken. Damit fördern sie einen naturverbundenen Tourismus und erhöhen die Nachfrage nach regionalen Angeboten. Vielerorts gelten Nationalparke heute sogar als Tourismusmagnete. Sie sind ein entscheidendes Element für den naturnahen Tourismus und ziehen jedes Jahr Millionen von Besucher*innen an.
Alle Nationalparke in Deutschland sind frei und kostenlos zugänglich.
Anders als in den großen Nationalparken in den USA, wird in Deutschland kein Eintritt für einen Besuch der Nationalparke erhoben. Für den Gast gibt es zudem kaum sichtbare Grenzen. Die Naturlandschaften gehen häufig fließend in Siedlungsstrukturen und bewirtschaftete Landstriche über.
Bleibe bitte immer auf den ausgewiesenen Wegen und genieße die Natur von dort aus, um die Lebensstätten der Tiere und Pflanzen zu schützen und vor Beeinträchtigungen zu bewahren.
Vielerorts durchqueren Erlebnispfade und Rundwanderwege sämtliche Naturschönheiten und besonders wertvollen Bereiche.
Wer durch Nationalparke oder Naturschutzgebiete flaniert, darf offiziell überhaupt keine Blumen pflücken. Es gibt jedoch einige Ausnahmeregelungen. Denn Rücksichtnahme in der Natur schließt nicht gleichzeitig aus, dass man an einem blühenden Wegrand einen kleinen Wildblumenstrauß aus bekannten und häufig vorkommenden Arten pflückt. Achte dabei auf das richtige Maß: Ein kleiner Handstrauß, den du in einer Hand zwischen Daumen und Zeigefinger umfassen kannst, erhält die Nahrungsgrundlage für Nutztiere wie Bienen und Vögel.
Bitte informiere dich vorher in den Besuchseinrichtungen oder auf der Website des entsprechenden Schutzgebietes über die Bestimmungen vor Ort.
Grundsätzlich dürfen Pilze und Beeren in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf und an Stellen, die keinem Wegegebot unterliegen, gesammelt werden.
Gehe sorgsam mit diesem Recht um, damit die Schönheit und Vielfalt im Nationalpark erhalten bleibt! Beachte auch, dass diese Berechtigung in den deutschen Nationalparken mitunter unterschiedlich geregelt und gehandhabt wird. Informiere dich immer vorab in den Besuchseinrichtungen oder auf der Website des entsprechenden Schutzgebietes.
Dafür müsste man zunächst definieren was gefährliche Tiere überhaupt sind. Die großen Säugetiere wie Bär, Luchs oder Wolf, die einstmals in Deutschland lebten, sind teilweise gänzlich von der Bildfläche verschwunden, einige Bestände erholen sich jedoch zunehmend. Diese Tiere sind aber sehr scheu und suchen nicht den Kontakt mit Menschen. Du musst dir dementsprechend keine Sorgen machen, einer Gefahr durch „gefährliche Tiere“ ausgesetzt zu sein.
Das einzig wirklich gefährliche Tier in einigen Nationalparken ist die Zecke, welche Borreliose und FSME übertragen kann. Diese leben an Waldrändern, auf Lichtungen, im hohen Gras und im Unterholz. Für Wandernde, die auf den Wegen bleiben, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Zeckenbiss daher relativ gering.
Besonders aktiv sind Zecken nach einem Regentag im Sommer, denn sie lieben Feuchtigkeit und Wärme. Ein gänzlicher Schutz vor einem Zeckenbiss ist unmöglich. Daher gilt es, sich nach der Wanderung nach Zecken abzusuchen und bei einem Biss diese mit einer Pinzette oder Zeckenzange zu entfernen.
Bitte denke daran: Wer draußen unterwegs ist, hinterlässt Spuren. Bleib deshalb auf den Wegen, nimm Rücksicht auf Tiere und Pflanzen und beachte ein paar einfache Regeln zum Schutz der Natur – für ein tolles und naturverträgliches Erlebnis.