Das raue Klima in den Hochlagen des Nationalparks stellt hohe Ansprüche an Tiere und Pflanzen.
© Jens Bachmann

Nationalparke in Deutschland. Natur Natur sein lassen.

Hier darf sich die Natur frei entfalten – ohne menschliche Eingriffe. Das bedeutet: Natürliche Prozesse laufen ab, wie sie wollen, und bieten Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen. Nationalparke sind unverzichtbar für die biologische Vielfalt und den Artenreichtum unserer Erde.

Rückzugsorte für unberührte Natur: Weil in Nationalparken Natur Natur sein darf, sind wir echte Hotspots für Artenvielfalt und Biodiversität – und das weltweit!

ein holzerners Bauwerk ragt aus der violetten Wiese in die Höhe
Nationalparke
Der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer besticht durch die Faszination ungestörter Natur, die die Menschen anzieht: Spaziergänge durch die Salzwiesen, ein Bad im Meer, ausgedehnte Wattwanderungen, Ausflüge zu den Seehundbänken und Vogelbeobachtungen während der Brutsaison oder an den Rastplätzen unzähliger Brutvögel gehören zu den be-sonderen Attraktionen des Nationalparks. Im Nationalpark beschränken sich Naturnutzungen im Wesentlichen auf Teilbereiche der Insel Neuwerk.
ein Weg führt an Wiese und Wald vorbei, die von der Abendsonne in warmes Licht getaucht werden
Nationalparke
Mitten in Deutschland gelegen, schützt und entwickelt der länderübergreifende Nationalpark Harz eine einzigartige Mittelgebirgslandschaft mit Wäldern, Mooren und Fließgewässern. Zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten kommen hier vor. Die sagenumwobene Bergwildnis in einem der größten Waldnationalparke Deutschlands erwartet Sie.
Totholz und Bodendecker zieren den Boden des grünen Buchenwalds
Nationalparke
Der Nationalpark Hainich befindet sich im südlichen Teil des Muschelkalk-Höhenzuges Hainich am Westrand des Thüringer Beckens. Er ist geprägt durch den für Mitteleuropa typischen Buchenwald in einer Größe, Unzerschnittenheit und Ausprägung, wie es kaum mehr zu finden ist. Seit dem 25. Juni 2011 ist ein Teil des Nationalparks UNESCO Weltnaturerbe. Mit der Erweiterung der Welterbe-stätte 2017 trägt diese jetzt den Titel „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“
Luftaufnahme eines verschlungenen Gewässers im Herbst, das in orange-grüne Wälder eingebettet ist
Nationalparke
Der Nationalpark Eifel bietet ein vielseitiges Landschaftsbild: steile Täler, weite Wälder und klare Gewässer durchziehen die Landschaft. Modellierer der Mittelgebirgslandschaft sind die beiden Flüsse Rur und Urft. Attraktive Panoramablicke von der offenen Graslandschaft der Dreiborner Hochfläche, dem ehemaligen Truppenübungsplatz Vogelsang, beeindrucken ebenso wie die 18 Millionen wilde Narzissen, die die Talwiesen im Süden jedes Frühjahr in ein gelbes Blütenmeer verwandeln.
Aussicht von der Archenkanzel herunter auf einen großen See. Der See ist umgeben von steilen und zum Teil bewaldeten Berghängen. Im Hintergrund sind die Spitzen der Berge schneebedeckt.
Nationalparke
Hoch, wild und schön – „König“ Watzmann thront über Berchtesgaden und blickt hinab auf sein Reich: den Nationalpark Berchtesgaden. Im einzigen Alpen-Nationalpark Deutschlands finden zahlreiche seltene Tiere und Pflanzen ein Zuhause. Natur Natur sein lassen – so lautet das Motto in den Bergen und Tälern rund um den weltbekannten Königssee.
Aussicht auf nebelverhangene Täler in der Dämmerung. Zwischen den Nebelschwaden ragen bewaldete Berge auf.
Nationalparke
Dunkle Wälder, malerische Karseen, felsige Wände: Die landschaftliche Vielfalt in dem 10.000 Hektar großen Nationalpark, der sich in zwei Teilen über die Hochlagen zwischen Baden-Baden und Freudenstadt erstreckt, ist riesig – und bietet Lebensräume für Auerhühner, Kreuzottern und viele andere, zum Teil seltene Arten.
Ein Luchs sitzt im Schnee. Er hat braun-oranges Fell mit dunklen Flecken und eindrucksvolle Fellpuschel an den Ohren.
Unsere Nationalparke

Rückzugsräume für die Natur

In Nationalparken darf sich Natur weitgehend ungestört und möglichst ursprünglich entfalten. Natur Natur sein zu lassen heißt, dass Rückzugsräume für wildlebende Pflanzen und Tiere bewahrt und wiederhergestellt werden. Das ist unverzichtbar für die biologische Vielfalt und den Artenreichtum unserer Erde!

Nationalparke sind überall auf der Welt zu finden und beheimaten die schönsten Naturlandschaften unserer Erde. Der Yellowstone Nationalpark gilt mit der Gründung im Jahr 1872 als erster Nationalpark der Welt. Bei uns in Deutschland wurde der erste Nationalpark deutlich später eröffnet: Im Jahr 1970 im Bayerischen Wald.

Unsere Schatzkammern der Natur

Niedersächsiche Nordseeküste
Niedersächsiche Nordseeküste
© Neele Larondelle/Nationale Naturlandschaften e. V.
Blick auf die Bastei in der Sächsischen Schweiz
Blick auf die Bastei in der Sächsischen Schweiz
© Sven Lachmann
Am Schneibstein kann man häufig Steinböcke entdecken. Diese wurden in den 30er Jahren zu Jagdzwecken wieder im Berchtesgadener Land angesiedelt.
Am Schneibstein kann man häufig Steinböcke entdecken. Diese wurden in den 30er Jahren zu Jagdzwecken wieder im Berchtesgadener Land angesiedelt.
© Nationalpark Berchtesgaden
Frühjahrsputz der Natur: Am Steilufer gleiten Kreideschollen besonders nach starken Regenfällen auf einem Wasserfilm herab.
Frühjahrsputz der Natur: Am Steilufer gleiten Kreideschollen besonders nach starken Regenfällen auf einem Wasserfilm herab.
© Olaf Meinhardt
Moorlandschaft Riedbruch im Nationalpark Hunrsück-Hochwald
Moorlandschaft Riedbruch im Nationalpark Hunrsück-Hochwald
© Konrad Funk
Der Luchs – eine alter Harzer ist zurück
Der Luchs – eine alter Harzer ist zurück
© Ole Anders
Von oben zeigt der der Nationalpark Eifel seine Landschaft aus Wald und Wasser.
Von oben zeigt der der Nationalpark Eifel seine Landschaft aus Wald und Wasser.
© R. Faymonville
Zerklüftete Insellandschaft: Windwatt und Bock
Zerklüftete Insellandschaft: Windwatt und Bock
© Lutz Storm

Häufige Fragen

Ist Tourismus in Nationalparken erwünscht?

Absolut! Der Zugang für die Öffentlichkeit entspricht der Grundidee eines Nationalparks, wonach Menschen von der Natur nicht ausgeschlossen, sondern eingeladen werden soll.

Nationalparke dienen der naturkundlichen Bildung und dem Naturerlebnis der Bevölkerung. Es soll das Interesse und Verständnis für die komplexen Zusammenhänge von Ökosystemen, für die Gefährdung von Arten und Biotopen sowie für die Bedeutung der Natur als Grundlage menschlichen Lebens geweckt werden. Sie sind zudem zu einem wichtigen Faktor regionaler Entwicklung geworden. Sie prägen das Erscheinungsbild einer Region und tragen mit dazu bei, das Image zu stärken. Damit fördern sie einen naturverbundenen Tourismus und erhöhen die Nachfrage nach regionalen Angeboten. Vielerorts gelten Nationalparke heute sogar als Tourismusmagnete. Sie sind ein entscheidendes Element für den naturnahen Tourismus und ziehen jedes Jahr Millionen von Besucher*innen an.

Alle Nationalparke in Deutschland sind frei und kostenlos zugänglich.

Anders als in den großen Nationalparken in den USA, wird in Deutschland kein Eintritt für einen Besuch der Nationalparke erhoben. Für den Gast gibt es zudem kaum sichtbare Grenzen. Die Naturlandschaften gehen häufig fließend in Siedlungsstrukturen und bewirtschaftete Landstriche über.

Bleibe bitte immer auf den ausgewiesenen Wegen und genieße die Natur von dort aus, um die Lebensstätten der Tiere und Pflanzen zu schützen und vor Beeinträchtigungen zu bewahren.

Vielerorts durchqueren Erlebnispfade und Rundwanderwege sämtliche Naturschönheiten und besonders wertvollen Bereiche.

Wir bitten dich, deinen Hund anzuleinen – in Nationalparken leben zahlreiche äußerst seltene und besonders geschützte Tier- und Pflanzenarten, die von freilaufenden Hunden gestört werden können. In einigen Nationalparken gibt es Ausnahmeregelungen und ausgewiesene Flächen, in denen sich Hunde frei bewegen dürfen. Bitte informiere dich in den Besuchseinrichtungen oder auf der Website des entsprechenden Schutzgebiets.

Wer durch Nationalparke oder Naturschutzgebiete flaniert, darf offiziell überhaupt keine Blumen pflücken. Es gibt jedoch einige Ausnahmeregelungen. Denn Rücksichtnahme in der Natur schließt nicht gleichzeitig aus, dass man an einem blühenden Wegrand einen kleinen Wildblumenstrauß aus bekannten und häufig vorkommenden Arten pflückt. Achte dabei auf das richtige Maß: Ein kleiner Handstrauß, den du in einer Hand zwischen Daumen und Zeigefinger umfassen kannst, erhält die Nahrungsgrundlage für Nutztiere wie Bienen und Vögel.

Bitte informiere dich vorher in den Besuchseinrichtungen oder auf der Website des entsprechenden Schutzgebietes über die Bestimmungen vor Ort.

Grundsätzlich dürfen Pilze und Beeren in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf und an Stellen, die keinem Wegegebot unterliegen, gesammelt werden.

Gehe sorgsam mit diesem Recht um, damit die Schönheit und Vielfalt im Nationalpark erhalten bleibt! Beachte auch, dass diese Berechtigung in den deutschen Nationalparken mitunter unterschiedlich geregelt und gehandhabt wird. Informiere dich immer vorab in den Besuchseinrichtungen oder auf der Website des entsprechenden Schutzgebietes.

Dafür müsste man zunächst definieren was gefährliche Tiere überhaupt sind. Die großen Säugetiere wie Bär, Luchs oder Wolf, die einstmals in Deutschland lebten, sind teilweise gänzlich von der Bildfläche verschwunden, einige Bestände erholen sich jedoch zunehmend. Diese Tiere sind aber sehr scheu und suchen nicht den Kontakt mit Menschen. Du musst dir dementsprechend keine Sorgen machen, einer Gefahr durch „gefährliche Tiere“ ausgesetzt zu sein.

Das einzig wirklich gefährliche Tier in einigen Nationalparken ist die Zecke, welche Borreliose und FSME übertragen kann. Diese leben an Waldrändern, auf Lichtungen, im hohen Gras und im Unterholz. Für Wandernde, die auf den Wegen bleiben, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Zeckenbiss daher relativ gering.

Besonders aktiv sind Zecken nach einem Regentag im Sommer, denn sie lieben Feuchtigkeit und Wärme. Ein gänzlicher Schutz vor einem Zeckenbiss ist unmöglich. Daher gilt es, sich nach der Wanderung nach Zecken abzusuchen und bei einem Biss diese mit einer Pinzette oder Zeckenzange zu entfernen.

Wilde Schönheit erleben – mit Respekt

Bitte denke daran: Wer draußen unterwegs ist, hinterlässt Spuren. Bleib deshalb auf den Wegen, nimm Rücksicht auf Tiere und Pflanzen und beachte ein paar einfache Regeln zum Schutz der Natur – für ein tolles und naturverträgliches Erlebnis. 

Echtes Tausendgüldenkraut
© Dieter Weisenburger