Das raue Klima in den Hochlagen des Nationalparks stellt hohe Ansprüche an Tiere und Pflanzen.
© Jens Bachmann

Nationalparke in Deutschland. Natur Natur sein lassen.

Hier darf sich die Natur frei entfalten – ohne menschliche Eingriffe. Das bedeutet: Natürliche Prozesse laufen ab, wie sie wollen, und bieten Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen. Nationalparke sind unverzichtbar für die biologische Vielfalt und den Artenreichtum unserer Erde.

Rückzugsorte für unberührte Natur: Weil in Nationalparken Natur Natur sein darf, sind wir echte Hotspots für Artenvielfalt und Biodiversität – und das weltweit!

weiße Sanddüne mit grünem Bewuchs
Nationalparke
Weit, platt und sehr lebendig. Zwischen Land und Meer gelegen, umweht von einer steifen Brise, geprägt von Ebbe und Flut. Das Wattenmeer in Niedersachsens wildem Westen, der Nationalpark Wattenmeer Niedersachsen, ist Weltnaturerbe und Lebensraum für Millionen Watt- und Wasservögel.
Sonnenlicht flutet durch die Baumkronen eines Buchenwalds
Nationalparke
Der einzige hessische Nationalpark Kellerwald-Edersee schützt einen der letzten großen und naturnahen Rotbuchenwälder Mitteleuropas. Urige Naturwaldrelikte, über 1.000 reinste Quellen und naturnahe Bäche, Felsfluren und Blockhalden sind seine Schätze und bilden wertvolle Lebensräume. Über 50 bewaldete Berge und Täler prägen die Mittelgebirgslandschaft und erinnern aus der Vogelperspektive an ein wogendes Buchenmeer. Durch die Baumkronen hindurch schimmert immer wieder das Blau des Edersees oder zeigt sich das Edersee-Atlantis mit seiner Palette von Braun- und Grüntönen. Ausgewählte Bereiche des Großschutzgebietes gehören seit 2011 zum transnationalen UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und andere Regionen Europas“ (2017 erweitert).
Weiß blührende Seerosen auf einem See. Das Ufer im Hintergrund ist mit Schilf gesäumt und bewaldet.
Nationalparke
In den weiten Wäldern des Müritz-Nationalparks gibt es unzählige Seen und Moore. Der größte deutsche Nationalpark auf dem Festland bewahrt die biologische Vielfalt, fördert Wildnisentwicklung und lädt zum Naturerlebnis in der Mecklenburgischen Seenplatte ein: Moorfrösche im Frühling, Wanderungen auf schmalen Pfaden, Rad- oder Kanutouren im Sommer und tausende trompetende Kraniche im Herbst. Ein weiterer Höhepunkt sind die alten Buchenwälder in Serrahn, die seit 2011 zum Weltnaturerbe der UNESCO gehören.
Altwasserarm der Oder mit blühenden Uferpflanzen, Seerosen und kleinen Inseln
Nationalparke
Der Nationalpark Unteres Odertal gehört zu den artenreichsten Lebensräumen Deutschlands. Er schützt eine Flussaue, die die letzte noch in großen Teilen intakte Flussmündung Mitteleuropas mit ihren angrenzenden Hängen, Laubmischwäldern und blütenreichen Trockenrasen darstellt. Mit seinen Flussaltarmen und den regelmäßig überfluteten Auen ist das Untere Odertal ein Paradies für Wasservögel als Brut-, Rast- und Überwinterungsplatz. Mehr als 160 Vogelarten brüten im Nationalpark, darunter See-, Fisch- und Schreiadler. Das Großschutzgebiet ist Deutschlands einziger Auennationalpark und zugleich das erste grenzüberschreitende Großschutzgebiet mit Polen.
Ein gefallener Baum im Buchen-Urlwad ist vollends mit Moosen, Baumpilzen und junge Bäumen bewachsen.
Nationalparke
„Natur Natur sein lassen“ lautet die Philosophie. Und in der Tat, nirgendwo zwischen Atlantik und Ural dürfen sich die Wälder mit ihren Mooren, Bergbächen und Seen auf so großer Fläche nach ihren ureigenen Gesetzen zu einer einmaligen wilden Waldlandschaft, einer grenzenlosen Waldwildnis, entwickeln wie hier im Bayerischen Wald und im angrenzenden Böhmerwald.
Mit Gräsern bewachsene Düne. Im Hintergrund ist die Nordsee sichtbar.
Nationalparke
Jung, wild und dynamisch: Mit seinen ausgedehnten Watt- und Meeresflächen, Inseln und Sandbänken, Salzwiesen und Stränden wurde die faszinierende Natur vor der Nordseeküste Schleswig-Holsteins 1985 Nationalpark. Ergänzt um die Halligen und die Insel Pellworm ist das Gebiet auch ein UNESCO-Biosphärenreservat. 2009 erklärten die Vereinten Nationen das Wattenmeer zum Weltnaturerbe der Menschheit.
Dünenlandschaft auf Hiddensee in der Abendsonne. Das Gras wiegt sich und die Kiefern werden in warmes Licht getaucht.
Nationalparke
Magische Wildnis am Meer – hier wechselt das ungebändigte Tosen der Ostsee mit dem Klang der Stille in ausgedehnten Lagunen, den Bodden. Mit ungebremster Energie ringt das Meer den Westküsten Sand ab, mit dem die Strömung junges Land nährt und so eine einzigartige Inselwelt entstehen lässt.
Blick auf die Brosinnadel, ein schlanker Felsturm aus Sandstein der Teil der Affensteine ist. Im Vordergund sind auf den Felsen wachsendes Heidekraut und Kiefern sichbar.
Nationalparke
„Felsen sind zu Stein gewordene Musik“ – treffender als mit diesem zweieinhalb Tausend Jahre alten Zitat von Pythagoras lässt sich die Welt des Elbsandsteingebirges nicht beschreiben. Schroffe Felstürme und wuchtige Tafelberge wechseln sich ab mit lieblichen Ebenen, schwindelerregenden Gründen und Schluchten. Inmitten dieser Felswelt hat sich die Elbe tief in den Sandstein eingeschnitten. Sie windet sich majestätisch um den Lilienstein, den König der Tafelberge.
Die Kliffhänge der Kreidefelsen in der Abensonne. Oben reichen Buchen bis an den Abhang heran, geht Kiesstrand zu Meer über.
Nationalparke
Grüner Buchenwald, weiße Kreidefelsen und blaues Meer – die Halbinsel Jasmund auf Rügen gehört zu den berühmtesten Charakterlandschaften Deutschlands. Casper David Friedrichs Gemälde der Kreidefelsen, eine Ikone der deutschen Romantik, dominiert bis heute unser Bild von Rügens Küste. Die alten Buchenwälder im Herzen des Parks gehören zum UNESCO-Welterbe.
abgebrochener Ast einer großen alten Birke, der mit Moos bewachsen ist
Nationalparke
Der waldreiche Hunsrück und besonders das Gebiet des Nationalparks waren schon immer ein Rückzugsraum für die Natur. Alte Buchenwälder, mystische Moore, steile Felsen und bizarre Rosselhalden prägen die abwechslungsreiche Landschaft. Es ist eine der wenigen Hot-Spot-Regionen der biologischen Vielfalt in Deutschland. Wildkatze, Schwarzstorch und auch Schwarzspecht fühlen sich hier u. a. heimisch. Gleichzeitig ist die Region geprägt von kulturhistorischen Highlights.
Ein Luchs sitzt im Schnee. Er hat braun-oranges Fell mit dunklen Flecken und eindrucksvolle Fellpuschel an den Ohren.
Unsere Nationalparke

Rückzugsräume für die Natur

In Nationalparken darf sich Natur weitgehend ungestört und möglichst ursprünglich entfalten. Natur Natur sein zu lassen heißt, dass Rückzugsräume für wildlebende Pflanzen und Tiere bewahrt und wiederhergestellt werden. Das ist unverzichtbar für die biologische Vielfalt und den Artenreichtum unserer Erde!

Nationalparke sind überall auf der Welt zu finden und beheimaten die schönsten Naturlandschaften unserer Erde. Der Yellowstone Nationalpark gilt mit der Gründung im Jahr 1872 als erster Nationalpark der Welt. Bei uns in Deutschland wurde der erste Nationalpark deutlich später eröffnet: Im Jahr 1970 im Bayerischen Wald.

Unsere Schatzkammern der Natur

Niedersächsiche Nordseeküste
Niedersächsiche Nordseeküste
© Neele Larondelle/Nationale Naturlandschaften e. V.
Blick auf die Bastei in der Sächsischen Schweiz
Blick auf die Bastei in der Sächsischen Schweiz
© Sven Lachmann
Am Schneibstein kann man häufig Steinböcke entdecken. Diese wurden in den 30er Jahren zu Jagdzwecken wieder im Berchtesgadener Land angesiedelt.
Am Schneibstein kann man häufig Steinböcke entdecken. Diese wurden in den 30er Jahren zu Jagdzwecken wieder im Berchtesgadener Land angesiedelt.
© Nationalpark Berchtesgaden
Frühjahrsputz der Natur: Am Steilufer gleiten Kreideschollen besonders nach starken Regenfällen auf einem Wasserfilm herab.
Frühjahrsputz der Natur: Am Steilufer gleiten Kreideschollen besonders nach starken Regenfällen auf einem Wasserfilm herab.
© Olaf Meinhardt
Moorlandschaft Riedbruch im Nationalpark Hunrsück-Hochwald
Moorlandschaft Riedbruch im Nationalpark Hunrsück-Hochwald
© Konrad Funk
Der Luchs – eine alter Harzer ist zurück
Der Luchs – eine alter Harzer ist zurück
© Ole Anders
Von oben zeigt der der Nationalpark Eifel seine Landschaft aus Wald und Wasser.
Von oben zeigt der der Nationalpark Eifel seine Landschaft aus Wald und Wasser.
© R. Faymonville
Zerklüftete Insellandschaft: Windwatt und Bock
Zerklüftete Insellandschaft: Windwatt und Bock
© Lutz Storm

Häufige Fragen

Ist Tourismus in Nationalparken erwünscht?

Absolut! Der Zugang für die Öffentlichkeit entspricht der Grundidee eines Nationalparks, wonach Menschen von der Natur nicht ausgeschlossen, sondern eingeladen werden soll.

Nationalparke dienen der naturkundlichen Bildung und dem Naturerlebnis der Bevölkerung. Es soll das Interesse und Verständnis für die komplexen Zusammenhänge von Ökosystemen, für die Gefährdung von Arten und Biotopen sowie für die Bedeutung der Natur als Grundlage menschlichen Lebens geweckt werden. Sie sind zudem zu einem wichtigen Faktor regionaler Entwicklung geworden. Sie prägen das Erscheinungsbild einer Region und tragen mit dazu bei, das Image zu stärken. Damit fördern sie einen naturverbundenen Tourismus und erhöhen die Nachfrage nach regionalen Angeboten. Vielerorts gelten Nationalparke heute sogar als Tourismusmagnete. Sie sind ein entscheidendes Element für den naturnahen Tourismus und ziehen jedes Jahr Millionen von Besucher*innen an.

Alle Nationalparke in Deutschland sind frei und kostenlos zugänglich.

Anders als in den großen Nationalparken in den USA, wird in Deutschland kein Eintritt für einen Besuch der Nationalparke erhoben. Für den Gast gibt es zudem kaum sichtbare Grenzen. Die Naturlandschaften gehen häufig fließend in Siedlungsstrukturen und bewirtschaftete Landstriche über.

Bleibe bitte immer auf den ausgewiesenen Wegen und genieße die Natur von dort aus, um die Lebensstätten der Tiere und Pflanzen zu schützen und vor Beeinträchtigungen zu bewahren.

Vielerorts durchqueren Erlebnispfade und Rundwanderwege sämtliche Naturschönheiten und besonders wertvollen Bereiche.

Wir bitten dich, deinen Hund anzuleinen – in Nationalparken leben zahlreiche äußerst seltene und besonders geschützte Tier- und Pflanzenarten, die von freilaufenden Hunden gestört werden können. In einigen Nationalparken gibt es Ausnahmeregelungen und ausgewiesene Flächen, in denen sich Hunde frei bewegen dürfen. Bitte informiere dich in den Besuchseinrichtungen oder auf der Website des entsprechenden Schutzgebiets.

Wer durch Nationalparke oder Naturschutzgebiete flaniert, darf offiziell überhaupt keine Blumen pflücken. Es gibt jedoch einige Ausnahmeregelungen. Denn Rücksichtnahme in der Natur schließt nicht gleichzeitig aus, dass man an einem blühenden Wegrand einen kleinen Wildblumenstrauß aus bekannten und häufig vorkommenden Arten pflückt. Achte dabei auf das richtige Maß: Ein kleiner Handstrauß, den du in einer Hand zwischen Daumen und Zeigefinger umfassen kannst, erhält die Nahrungsgrundlage für Nutztiere wie Bienen und Vögel.

Bitte informiere dich vorher in den Besuchseinrichtungen oder auf der Website des entsprechenden Schutzgebietes über die Bestimmungen vor Ort.

Grundsätzlich dürfen Pilze und Beeren in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf und an Stellen, die keinem Wegegebot unterliegen, gesammelt werden.

Gehe sorgsam mit diesem Recht um, damit die Schönheit und Vielfalt im Nationalpark erhalten bleibt! Beachte auch, dass diese Berechtigung in den deutschen Nationalparken mitunter unterschiedlich geregelt und gehandhabt wird. Informiere dich immer vorab in den Besuchseinrichtungen oder auf der Website des entsprechenden Schutzgebietes.

Dafür müsste man zunächst definieren was gefährliche Tiere überhaupt sind. Die großen Säugetiere wie Bär, Luchs oder Wolf, die einstmals in Deutschland lebten, sind teilweise gänzlich von der Bildfläche verschwunden, einige Bestände erholen sich jedoch zunehmend. Diese Tiere sind aber sehr scheu und suchen nicht den Kontakt mit Menschen. Du musst dir dementsprechend keine Sorgen machen, einer Gefahr durch „gefährliche Tiere“ ausgesetzt zu sein.

Das einzig wirklich gefährliche Tier in einigen Nationalparken ist die Zecke, welche Borreliose und FSME übertragen kann. Diese leben an Waldrändern, auf Lichtungen, im hohen Gras und im Unterholz. Für Wandernde, die auf den Wegen bleiben, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Zeckenbiss daher relativ gering.

Besonders aktiv sind Zecken nach einem Regentag im Sommer, denn sie lieben Feuchtigkeit und Wärme. Ein gänzlicher Schutz vor einem Zeckenbiss ist unmöglich. Daher gilt es, sich nach der Wanderung nach Zecken abzusuchen und bei einem Biss diese mit einer Pinzette oder Zeckenzange zu entfernen.

Wilde Schönheit erleben – mit Respekt

Bitte denke daran: Wer draußen unterwegs ist, hinterlässt Spuren. Bleib deshalb auf den Wegen, nimm Rücksicht auf Tiere und Pflanzen und beachte ein paar einfache Regeln zum Schutz der Natur – für ein tolles und naturverträgliches Erlebnis. 

Echtes Tausendgüldenkraut
© Dieter Weisenburger