Das Gebiet
Weite Wälder, unzählige Seen und Moore bilden die Kulisse für Seeadler, Kranich und Rothirsch. Der Müritz-Nationalpark bewahrt diese ursprüngliche Landschaft, die Lebensraum für eine Vielzahl von bedrohten Pflanzen und Tieren bietet.
Der westliche Teil des Nationalparks zwischen Boek und Federow ist durch weite Kiefernwälder geprägt. Erst vor 200 Jahren wurden sie zu forstwirtschaftlichen Zwecken gepflanzt. Diese Wälder sind jung und entwickeln sich nun zu einer ungestörten Waldwildnis, zahlreiche Aussichtstürme und Beobachtungsstände ermöglichen einen eindrucksvollen Überblick über die reizvolle Landschaft. Eine ruhige Kanutour auf der Havel ist unser Ranger-Tipp.
Wer den Müritz-Nationalpark besucht, sollte auch unbedingt in Serrahn Halt machen. Bei Besuchern sind die alten Buchenwälder nahe der Kleinstadt Neustrelitz sehr beliebt. 2011 wurden sie in die Weltnaturerbe-Liste der UNESCO aufgenommen. Im Herzen des Weltnaturerbes, direkt in Serrahn, bietet die Ausstellung „Im Reich der Buchen“ interessante Einblicke in die Welt alter Buchenwälder. Übrigens ist diese Ausstellung auch barrierefrei erreichbar.
Naturschutz
Zum Jahresende 2017 wurde im Müritz-Nationalpark die Waldbehandlung abgeschlossen. Erklärtes Ziel war es, gepflanzte Nadelholz-Bestände aufzulichten und damit den natürlich vorkommenden Laubbäumen einen zeitlichen Wachstumsvorsprung zu verschaffen. Zukünftig können sich die so entstandenen Mischwälder natürlich und ohne Eingriff des Menschen entwickeln – der Wald wird wild.
Aktiv vor Ort
Ein Tag vor Ort
Mit dem Rad zu Fischadler, Seeadler und Co.
Im Verlauf dieser etwa 40 Kilometer langen Radtour erleben Sie am Ostufer der Müritz die Highlights des Nationalparks. Starten Sie in Waren mit dem eigenen oder einem Mietfahrrad. Erstes Ziel ist der südlich der Stadt gelegene Landschaftspflegehof Müritzhof mit grandiosem Blick über den größten See Norddeutschlands. Fahren Sie ein Stück Richtung Waren zurück. Auf dem asphaltierten Radweg biegen Sie östlich nach Federow ab. Im Dorf sollten Sie die Nationalpark-Information mit Fischadlerbeobachtung besuchen. In der vier Kilometer weiter gelegenen Ortschaft Schwarzenhof müssen Sie sich entscheiden: Bei guter Sicht lohnt die Weiterfahrt Richtung Speck mit Rundblick über den Nationalpark vom Käflingsbergturm aus. Kürzere, aber eine nicht weniger reizvolle Variante ist die Fahrt durch die Niederung östlich der Müritz über den Specker Horst. Für die Rückfahrt ab Boek können Sie den Nationalpark-Ticketbus mit Fahrradtransport nutzen.
Eine Woche vor Ort
- Montag: Landschaftserkundung mit dem Nationalparkticket von Waren (Müritz) per Bus, Führung und Schiff.
- Dienstag: Mit dem Nationalpark-Ticketbus bis Federow, Blick mit der Live-Kamera ins Fischadlernest. Von April bis September täglich „Adler-Safari“, eine Führung zu den Nahrungsplätzen der See- und Fischadler. Schlechtwettervariante: Besuch des NaturErlebnisZentrums „Müritzeum“ in Waren (Müritz).
- Mittwoch: Radfahren durch die Wälder, Wiesen und Seenlandschaft südlich von Waren (Müritz). Mittagspause im Müritzhof.
- Donnerstag: Besuch des Schliemann-Museums in Ankershagen. Es ist dem Troja-Entdeckers Heinrich Schliemann gewidmet. Anschließend Wanderung zu den Havelquellseen.
- Freitag: In Dalmsdorf oder Granzin ein Kanu leihen für eine Haveltour
- Samstag: Natur-Erlebnis-Pfad durch alte Buchenwälder des UNESCO-Welterbes und Moore zwischen Zinow und Serrahn mit Besuch der Ausstellung „Im Reich der Buchen“
- Sonntag: Wanderung von Goldenbaum durch die eiszeitlich geprägte Landschaft mit Spuren von Bibern. Picknick auf halber Strecke in Steinmühle am Grünower See.
Barrierefrei besuchen
Die Ausstellung in Serrahn ist barrierefrei erreichbar. Sehbehinderten Besucher*innen stehen dort nach vorheriger Anmeldung Audioguides zur Verfügung. In Federow, Neustrelitz und Schwarzenhof sind die Nationalpark-Informationen ebenfalls für Rollstuhlfahrer(innen) zugänglich.
Im Müritz-Nationalpark sind viele Beobachtungsstände, wie beispielsweise am Warnker See bei Waren, der Sichtschirm bei Federow oder an den Hasseln bei Steinmühle bequem für Rollstuhlfahrer*innen oder Familien mit Kinderwagen zu erreichen. Das UNESCO-Weltnaturerbe-Gebiet und die Ausstellung in Serrahn sind vom Parkplatz Dianenhof über einen ausgebauten, etwa 2 Kilometer langen Weg erreichbar, der allerdings ein kurzes Stück mit mehr als 6 Grad Steigung beinhaltet. Menschen mit Behinderungen können als Anlieger mit dem PKW den Fahrweg von Zinow nach Serrahn befahren.
Der 3,5 Kilometer lange Naturerlebnispfad „SpurenWeg“ zwischen Kratzeburg und Dambeck ist für blinde und sehgeschädigte Menschen geeignet.
Weitere Auskünfte gibt es beim Nationalparkamt Müritz.
Anreise
Am besten mit der Bahn und dem Bus: Die Nationalpark-Region erreichen Sie über vier Bahnhöfe. Im Busverkehr wird von April bis Oktober das Nationalpark-Ticket angeboeten. Damit fahrst du und dein Fahrrad entlang des Ostufers durch den Müritz-Nationalpark. Das Ticket gilt auch auf den Schiffen der Weißen Flotte und der dat-Bus-Linie, die Waren und Rechlin auf der Westseite der Müritz verbindet. Zwischen Neustrelitz und Feldberg im Osten verkehrt die Bus-Linie 619 und hält an den Eingängen zum UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder“ in Zinow, Dianenhof und Carpin.
Besuch- und Informationszentren
Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte
Telefon 039931 538 0
mecklenburgische-seenplatte.de
Müritzeum
Zur Steinmole 1
17192 Waren (Müritz)
Telefon 03991 633 681 9
mueritzeum.de