Blick vom Lusen im Nationalpark Bayerischer Wald
© Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald
Nationalparke

Nationalpark Bayerischer Wald

„Natur Natur sein lassen“ lautet die Philosophie. Und in der Tat, nirgendwo zwischen Atlantik und Ural dürfen sich die Wälder mit ihren Mooren, Bergbächen und Seen auf so großer Fläche nach ihren ureigenen Gesetzen zu einer einmaligen wilden Waldlandschaft, einer grenzenlosen Waldwildnis, entwickeln wie hier im Bayerischen Wald und im angrenzenden Böhmerwald.
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Herbstzeit ist Wanderzeit – vor allem in den Urwaldrelikten, wie dem Hans-Watzlik-Hain, zeigt sich der Bayerwald dann von seiner mystischen, rauen, urwüchsigen aber auch wunderschönen Seite.
© Thomas Michler
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Besten Überblick über den Nationalpark genießt man am 1315 Meter hohen Großen Falkenstein. Der Gipfel des beliebten Aussichtsberges besteht aus Gneis, neben Granit das zweite Hauptgestein im Bayerwald.
© Frank Bietau
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In freier Wildbahn sind die an das raue Klima angepassten Luchse im Bayerischen Wald nur äußerst selten zu beobachten. Mehr Glück haben Besucher oft in den Tier-Freigeländen des Nationalparks.
© Rainer Simonis
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Natürliches Werden und Vergehen ist im Nationalpark überall erlebbar, zum Beispiel rund um den Großen Rachel (1453 Meter), wo unter abgestorbenen Fichten ein neuer, wilder Wald nachwächst.
© Gregor Wolf
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Ein grenzenloses natürliches Waldmeer erstreckt sich im Lusental. Hier, unterhalb des 1373 Meter hohen Gipfels mit seinem Granit-Blockmeer, verläuft die Grenze zwischen den Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava.
© Franz Leibl
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In Sachen Pilze und Insekten gilt der Bayerwald als Hotspot der Biodiversität. Grundlage dafür ist auch der hohe Totholzanteil.
© Rainer Simonis
Herbstzeit ist Wanderzeit – vor allem in den Urwaldrelikten, wie dem Hans-Watzlik-Hain, zeigt sich der Bayerwald dann von seiner mystischen, rauen, urwüchsigen aber auch wunderschönen Seite.
© Thomas Michler

Gründungsjahr

1970

Größe in km²

242

Geografische Lage

bayerisch-tschechische Grenze, westlich des Böhmerwaldes, zentraler Teil des Bayerischen Waldes, zwischen Bayerisch Eisenstein und Mauth

Landschaften

Als Teil des alten Gebirges dominieren die Urgesteine Granit und Gneis. Große Höhenun-terschiede und raues, Berg-ahorn) in den wärmebegünstigten Hanglagen und Fichtenwälder in den nassen Talmul-den mit nächtlichem Kaltluftstau., Bergmischwälder (Fichte, Buche, niederschlagsreiches Klima mit schneereichen Wintern sind für die Entstehung von drei natürlichen Waldformationen verantwortlich: Bergfichtenwälder in den Hochlagen ab 1. 200 Meter Seehöhe, Tanne

Das Gebiet

Über 300 km hervorragend markierte Wanderwege und 200 km Radwege führen die Besucher naturschonend zu den „Highlights“ des Nationalparks. So genannte Erlebniswege zeigen die unbeeinflusste Waldentwicklung der drei natürlich vorkommenden Waldregionen Bergfichten-, Bergmisch- und Aufichtenwald, aber auch die Einzigartigkeit von Hochmooren und Schachten sowie mehrhundertjährige Urwaldrelikte mit Fichten, Tannen und Buchen riesigen Ausmaßes.

Die beiden Besucherzentren Haus zur Wildnis bei Ludwigsthal und Hans-Eisenmann-Haus bei Neuschönau bieten den Gästen mit modernen, hoch interessanten Ausstellungen tiefe Einblicke in die wilde Waldnatur. Umgebende Tier-Freigelände mit weitläufigen Gehegen und Volieren ermöglichen teils „hautnahen“ Kontakt zu den heimischen Tieren des Bergwaldes.

Naturschutz

An oberster Stelle der Zielsetzung des Nationalparks steht der Erhalt der Naturlandschaft. Dazu gehört, dass sich der Wald im Großschutzgebiet nach seinen ureigenen Gesetzen – ohne menschlichen Einfluss – entwickeln kann.

Über 66 Prozent der Nationalparkfläche gehören bereits zur Kernzone, somit findet dort keinerlei menschlicher Eingriff mehr statt. Bis 2027 wird dieser Anteil auf 75 Prozent der Fläche erhöht. Auch dadurch gibt es die optimalen Voraussetzungen für den doppelten Natura-2000-Status. So fällt der Nationalpark Bayerischer Wald sowohl unter den Schutz der Vogelschutzrichtlinie als auch unten den der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH). Für besonders seltene oder ausgestorbene Arten werten Artenhilfsmaßnahmen oder Wiedereinbürgerungsprogramme durchgeführt. Dazu gehören unter anderem Flachbärlappe, Habichtskauz oder seltene Baumarten wie die Eibe.

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort

Gäste, die zum ersten Mal im Nationalpark sind, sollten zunächst die Nationalparkzentren Lusen mit dem Hans-Eisenmann-Haus bei Neuschönau oder das Nationalparkzentrum Falkenstein mit dem Haus zur Wildnis bei Ludwigsthal besuchen. Beide bieten bei freiem Eintritt individuelle Beratung, Ausstellungen zum Wald und Erlebnisräume für Kinder.

Umgeben sind die Nationalparkzentren Falkenstein und Lusen von weitläufigen Freigehegen mit den typischen Tierarten des Bergwaldes, darunter auch die ausgerotteten Braunbaren, Wölfe und Luchse sowie Wildpferde und Auerochsen.

Die Steinzeithöhle im Nationalparkzentrum Falkenstein lädt ein zu einer Zeitreise in die Urgeschichte, als große Tierherden und nicht der Mensch das Bild der Landschaft prägten.

Die Pflanzenwelt des Nationalparks Bayerischer Wald mit seinen 700 Arten präsentiert das Pflanzen-Freigelände mit seinem Gesteinsgarten um das Hans-Eisenmann-Haus. Dort endet auch der seit Herbst 2009 mit 1.200 Meter lange weltweit größte und barrierefreie Baumwipfelpfad mit einer 44 Meter hohen Aussichtskuppel. Durch urwüchsigen Waldbestand führt die Route über den Erlebnisweg „Seelensteig“ (Anfahrt mit dem Igelbus).

Eine Woche vor Ort

  • Montag: Nationalparkzentrum Lusen mit Hans-Eisenmann-Haus, Pflanzen- und Gesteins-Freigelände, Baumwipfelpfad, danach Rundgang (7 km) durch das Tier-Freigelände.
  • Dienstag: Wanderung im grenzüberschreitenden Wandergebiet „Wege durch Natur und Zeit“. Der Abstecher zur Moldauquelle lohnt sich.
  • Mittwoch: Über die Himmelsleiter geht es zur Besteigung des Lusens mit seinem waldfreien Gipfel aus abertausenden Granitblocken in 1.373 Meter Hohe.
  • Donnerstag: Heute steht das Nationalparkzentrum Falkenstein mit dem Haus zur Wildnis und das Tier-Freigelände mit der Steinzeithohle sowie der Urwalderlebnisweg Watzlikhain bei Zwieslerwaldhaus auf dem Programm.
  • Freitag: Von der Racheldiensthütte (Anfahrt mit dem Igelbus) aus wird der höchste Berg des Nationalparks, der Große Rachel, bestiegen (1.453 m).
  • Samstag: Ein Tag nur für die Kinder. Der Besuch im Waldspielgelände mit seinem einmaligen Naturerlebnispfad lädt dazu ein, spielend die Natur zu begreifen.

Barrierefrei besuchen

Im Nationalpark und seinen Informationseinrichtungen sind Parkplätze für Behinderte, Personenaufzüge, Rampen oder Treppenaufzüge, Sanitärbereiche und Behindertentoiletten und behinderten gerechte Angebote vorhanden.

Auskünfte über barrierefreie Angebote gibt es im Servicegebäude am Parkplatz in Ludwigsthal, im Gebäude der Nationalparkwacht am Parkplatz in Neuschönau oder an den Besuchertheken in den Informationszentren und Informationsstellen.

Anreise

Mit der Bahn:
Von Plattling (ICE Bhf.) nach Zwiesel, Bayerisch Eisenstein, Grafenau, Frauenau oder Spiegelau. Von dort weiter mit dem Bayerwald-Ticket im Bus.

Mit dem Auto:
Falkenstein-Rachel-Gebiet: A 92 von München und A 3 von Regensburg bzw. Passau: Abfahrt Deggendorf, über B 11 nach Regen, Zwiesel und Bayerisch Eisenstein. Für das Rachel-Lusen-Gebiet: A 3 Abfahrt Hengersberg, über B 533 nach Grafenau, Neuschönau bzw. Spiegelau.

Besuch- und Informationszentren

Hans-Eisenmann-Haus
Böhmstraße 35
94556 Neuschönau
Telefon 08558 961 50

Kontakt

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