Qualifizierung von hauptamtlichen Freiwilligenkoordinator*innen

4 Freiwillige qualifizieren, Freiwilligenmanagement in den Nationalen Naturlandschaften

Das Thema „Freiwilligenmanagement“ ist häufig ein neues Thema für Personal von Nationalen Naturlandschaften. Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Hauptamtlichen mit Freiwilligen sind jedoch spezifisches Fachwissen und methodische Kompetenzen. Im Rahmen von „Ehrensache Natur“ ist die entsprechende Fortbildung von Schutzgebietspersonal daher ein zentraler Qualitätsstandard. In Präsenz- und Onlineschulungen werden die Arbeitsschritte des Freiwilligenmanagements vermittelt, konkrete Handlungshilfen für deren Umsetzung im eigenen Gebiet gegeben und das eigene Rollenverständnis geschärft. Die wichtigsten Schulungsinhalte sind:

  • Grundlagen des Freiwilligenmanagements
  • Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement: Politik, Versicherung etc.
  • Organisationsentwicklung: intern förderliche Strukturen entwickeln
  • Ressourcen für freiwilliges Engagement planen und einsetzen
  • Geeignete Einsatzfelder für Freiwillige bestimmen
  • Stellenbeschreibungen für Freiwillige entwickeln
  • Öffentlichkeitsarbeit planen
  • Schriftliche Vereinbarungen zwischen Einsatzstelle und Freiwilligen abschließen
  • Erstgespräche mit Freiwilligen führen
  • Freiwillige begleiten und betreuen
  • Freiwillige qualifizieren
  • Motivation von Freiwilligen unterstützen
  • Freiwilliges Engagement anerkennen
  • Partizipation von Freiwilligen ermöglichen
  • Konflikten zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen vorbeugen und begegnen
  • Spezielle Zielgruppen integrieren, z.B. Jugendliche
  • Freiwilligentätigkeiten und -organisation evaluieren
  • Qualität der Freiwilligenarbeit und -organisation sichern
Guppen von Menschen sitzen an einem Tisch, reden und schreiben ein Plakat.
© Anne Schierenberg

Warum hauptamtliche Freiwilligenkoordinator*innen qualifizieren?

  • Wissen und Kompetenzen im Themenfeld Freiwilligenmanagment sind ausschlaggebend für die Qualität des Freiwilligenprogramms.
  • Gelegenheiten zur kollegialen Beratung und Best-practice-Diskussion fördern die konkrete Umsetzung des Freiwilligenmanagments in den einzelnen Großschutzgebieten.
  • Während des Fortbildungsveranstaltungen können Freiwilligenkoordanator*innen in die konzeptionelle Entwicklung des Freiwilligenprogramms eingebunden werden und unterstützen damit seine „Praxistauglichkeit“.
Eine männliche Person erklärt vorne im Raum mit einem Plakat. Zuhörer sitzen an Tischen drum rum. Tische voll mit Blättern und Ordnern.
© Anne Schrienberg
Ein Zertifikat für Freiwilligenkoordinator*innen und eine Postkarte, mit Überschrift "Ehrensache Natur - Freiwillige in Parks" und einem Ehrensache Natur Logo in der Ecke.
© Anne Schierenberg

Aufbauend auf die Basisqualifizierung Freiwilligenmanagement, s.o., finden im Freiwilligenprogramm „Ehrensache Natur“ jährlich zweitätige Fachtagungen für die Freiwilligenkoordinator*innen bundesweit statt. Sie bieten Gelegenheiten, in der Praxis des Freiwilligenmanagements auftretende Fragen zu diskutieren, Probleme in Form kollegialer Beratung zu bearbeiten sowie Best-practice-Beispiele zu präsentieren und zu diskutieren. Somit werden die Teilnehmenden darin unterstützt, ihre eigene Arbeit mit Freiwilligen zu reflektieren und zu optimieren.

Für alle Fortbildungsformate gilt: Durch den direkten Erfahrungsaustausch und die persönlichen Kontakte untereinander werden die Freiwilligenkoordinator*innen wesentlich in ihrer Arbeit gefördert und motiviert. Sie entwickeln ein einheitliches Verständnis von Freiwilligenmanagement in den Nationalen Naturlandschaften – eine unverzichtbare Voraussetzung für ein schutzgebiets- und länderübergreifendes Freiwilligenprogramm.

Abb. 12: Der/die „perfekte“ Freiwilligenkoordinator*in (Arbeitsergebnis der Basisqualifizierung Freiwilligenmanagement)