Qualifizierung von Freiwilligen – fit für den Einsatz

4 Freiwillige qualifizieren, Freiwilligenmanagement in den Nationalen Naturlandschaften

Möglichkeiten für Freiwillige, sich im Rahmen ihrer Tätigkeit fortzubilden, fördern die Qualität ihrer Arbeit und beugen Konflikten vor, die aufgrund fehlender Eignung oder ungleicher Rollenverständnisse entstehen können. Sie sind daher im direkten Interesse der Nationalen Naturlandschaften. Gleichzeitig wünschen sich viele Freiwillige, Fähigkeiten entwickeln und eigene Kenntnisse und Erfahrungen erweitern zu können. Damit sind Qualifizierungsangebote gleichzeitig eine Form der Anerkennung ehrenamtlichen Engagements. Zu Beginn einer Tätigkeit kann Freiwilligen der Einstieg durch Einführungsangebote erleichtert und Gelegenheit gegeben werden, die persönliche Eignung und das tatsächliche Interesse an einer Tätigkeit zu überprüfen. Bei der Planung von Qualifizierungsangeboten für Freiwillige sollte bedacht werden, dass einige Freiwillige bereits Qualifikationen unterschiedlichen Umfangs mitbringen. Es ist daher erforderlich, geeignete Formen der Einweisung und der Fortbildung von Ehrenamtlichen individuell und angepasst an vorhandene Kenntnisse und Fähigkeiten zu bestimmen, anstatt zur Teilnahme an „Standardschulungen“ zu verpflichten.

Folgende Formen der Freiwilligenqualifizierung haben sich im Freiwilligenprogramm bewährt:

  • Bereitstellung von Informationsmaterial über das Schutzgebiet und tätigkeitsspezifischer Fachliteratur
  • Gebietsinterne, theoretische Einführung durch Hauptamtliche zu Fachthemen, möglich auch für mehrere Freiwillige unterschiedlicher Einsatzbereiche
  • Tätigkeitsspezifische und individuelle Einweisung im Gelände durch Hauptamtliche und/oder erfahrene Freiwillige mit entsprechendem Arbeitsmaterial
  • „Learning by doing“ während der Tätigkeit mit Betreuung durch Hauptamtliche und/oder erfahrene Freiwillige
  • Teilnahme an tätigkeitsspezifischen, gebietsinternen Fortbildungsveranstaltungen für Hauptamtliche
  • Teilnahme an tätigkeitsspezifischen Fortbildungen externer Anbieter (ggf. gemeinsam mit Hauptamtlichen), wie Naturschutzakademien, Naturschutzstationen, Rettungsdienste (Erste- Hilfe-Kurs) etc.
Grupper Freiwilliger versammelt sich im Kreis um Blumen auf der Wiese. Bäume im Hintergrund.
© Johannes Müller

Die Inhalte der Qualifizierungsangebote sind entsprechend der Einsatzbereiche von Freiwilligen sehr vielfältig und reichen von Artenbestimmung und handwerklichen Techniken über Umweltbildungsmethoden und Rechtsfragen bis zu Natur- und Landschaftsgeschichte. Im Freiwilligenmanagement der Nationalen Naturlandschaften wird u.a. auf das Prinzip „learning by doing“ gesetzt. Dies ist möglich, da hauptamtliche Schutzgebietsmitarbeitende Freiwillige „an die Hand nehmen“ können. Freiwillige werden im Gelände eingewiesen, z.B. wie Kraniche gezählt werden, wo die geologischen, botanischen oder historischen Besonderheiten der Region liegen und wie dieses Wissen interessant an andere Personen vermittelt werden kann. Gemeinsame Fortbildungen von Haupt- und Ehrenamtlichen sind eine besonders geeignete Form der formalen Qualifizierung. Neben dem Hauptzweck – die Teilnehmenden fortzubilden – fördern sie das Verständnis und die Zusammenarbeit von Freiwilligen und hauptamtlichem Personal.

Warum Freiwillige qualifizieren?

  • Qualifizierungsangebote erleichtern Personen den Einstieg in eine ehrenamtliche Tätigkeit.
  • Ihrer Tätigkeit entsprechend qualifizierte Freiwillige können qualitativ hochwertige Arbeit leisten und für das Schutzgebiet effektiv tätig sein.
  • Informationen über Rollen- und Aufgabenverteilungen beugen Konflikten vor.
  • Freiwillige möchten häufig ihre Kenntnisse und Erfahrungen erweitern und empfinden Qualifizierngsangebote damit alsattraktives Angebot und Anerkennung (identifikations- und motivationsfördernd).
Online-Einladung zu ein Weiterbildungsangebot