Ausgangssituation
Der Seebach, der den Kleinen Arbersee im Naturpark Oberer Bayerischer Wald entwässert, war durch natürliche Ausspülungen und frühere bauliche Eingriffe stark verändert. Entstandene Abstürze im Bachlauf führten zu erheblichen Höhenunterschieden. Dadurch konnten typische Seebach-Arten wie Bachforelle, Mühlkoppe und Fischotter den Gewässerabschnitt nicht mehr durchwandern. Mehrere Streckenabschnitte blieben für diese Arten über Jahre hinweg unzugänglich.
Ziele und Umsetzung
Die Renaturierung wurde vom Naturpark Oberer Bayerischer Wald realisiert. Es ist Teil der Projekte, die durch die Kooperation des Verbands Deutscher Naturparke e. V. bei dem „Gewässerschutzprojekt in deutschen Naturparken mit Unterstützung von Unilever und Kaufland“ gefördert wurden.
Ziel war es, die trennenden Höhenunterschiede abzubauen und den Lebensraum für die gewässertypische Fauna deutlich aufzuwerten. Entscheidend war dabei die Wiederherstellung einer durchgängigen Gewässerstruktur. Um dies zu erreichen, wurden gezielt Sohlrampen eingebaut – wasserbauliche Elemente, die starke Gefällesprünge in mehrere kleine Stufen aufteilen und so Wanderbewegungen von Fischen und anderen Wasserorganismen wieder ermöglichen.
Ergebnisse
Die neu errichteten Sohlrampen glichen die kritischen Höhenunterschiede erfolgreich aus und sorgten dafür, dass der dynamische Wildwassercharakter des Seebachs wiederhergestellt wurde. Bei Elektrobefischungen im Jahr 2017 konnten erneut Bachforellen und Saiblinge nachgewiesen werden – Arten, die den Seebach zuvor jahrzehntelang nicht mehr vollständig passieren konnten. Damit bestätigten die ökologischen Ergebnisse die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit.
Mit der Renaturierung wurde ein entscheidender Schritt getan, um den Seebach langfristig als ökologisch vernetztes und naturnahes Gewässersystem zu sichern.