Auenrenaturierung des Rödlbachs

Die Auenrenaturierung des Rödlbachs ist ein Positivbeispiel für die Rückkehr zum naturnahen Zustand nach menschlichen Eingriffen. Es zeigt, welche Maßnahmen und Ergebnisse durch eine vorbereitete Wiederkehr zu einem natürlichen Zustand eines Gewässers entstehen können.
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Der begradigte Bachlauf des Rödlbachs
© Naturpark Oberer Bayrischer Wald
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Das neue Bachbett verwendet das alte Bachbett als zusätzlichen Abfluss.
© Naturpark Oberer Bayrischer Wald
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Mäander schaffen kleine Biotope zwischen den Bachschlingen
© Naturpark Oberer Bayrischer Wald
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Heckinder grasen alljährlich auf den Auenwiesen
© Naturpark Oberer Bayrischer Wald
Der begradigte Bachlauf des Rödlbachs
© Naturpark Oberer Bayrischer Wald

Ausgangssituation

Der Rödlbach nahe der Stadt Rötz gehört zum Naturpark Oberer Bayrischer Wald. In den 1950er und 1960er Jahren wurde der Bachlauf begradigt, sodass die Sohle und Ufer des Bachs versteinerten. Ökologische Erfordernisse standen im Hintergrund, denn die Bewirtschaftung der Auenwiesen und die schnelle Wasserableitung lagen im Fokus.

Die Auenrenaturierung wurde von dem Naturpark Oberer Bayrischer Wald durchgeführt. Es ist Teil der Projekte, die durch die Kooperation des Verbands Deutscher Naturparke e. V. bei dem „Gewässerschutzprojekt in deutschen Naturparken mit Unterstützung von Unilever und Kaufland“ gefördert wurden. Das Ergebnis ist ein naturnahes und strukturreiches fließendes Auengewässer mit unterschiedlichen Tieren und Pflanzen.

Ziele und Umsetzung

Das primäre Ziel der Auenrenaturierung war die Verbesserung der ökologischen Vielfalt im und um den Rödlbach. Dafür wurden einige bauliche Maßnahmen am Bachbett und Bachlauf vorgenommen. Beispielsweise wurde mithilfe von Mäandern – sanfte Bachschlingen – die Fließgeschwindigkeit des Wassers reduziert und Retentionsraum für den Hochwasserfall eingeplant. Zwischen den Schlingen entstanden kleinflächige sowie strukturreiche Biotope.

Außerdem wurde bei der Verlaufgestaltung des Bachs darauf geachtet, dass Prallufer mit Steinschüttungen zum Schutz von Uferabbrüchen und Engstellen mit höherer Fließgeschwindigkeit eingebaut wurden. Eine zentrale Rolle spielten Sohlrampen: Das sind flache, treppenartige Strukturen im Bachbett, die Höhenunterschiede ausgleichen, das Wasser sanft leiten und gleichzeitig durchströmte Lebensräume schaffen. Sie ermöglichten zudem, dass der alte Bachabschnitt weiterhin als Abfluss dient. Kiesbänke ergänzten die Maßnahme.

Totholzstrukturen wie Wurzelstöcke beeinflussen den Wasserlauf, schaffen geschützte Bereiche und sorgen für Unterspülungen, die für viele Fischarten wichtig sind. Dabei entstehen natürliche Ablagerungen aus Kies, Sand und Schluff.

Steckhölzer an den Uferböschungen dienten der Ansiedlung von bachbegleitenden Hölzern. Offene Rohbodenflächen blieben der natürlichen Sukzession überlassen, damit dort krautartige Pflanzen wachsen oder sich Gehölze ansiedeln können.

Weidetiere als Gestalter

Auf dem angrenzenden Auenbereich weiden rückgezüchtete Rinder, die Auerochsen oder Heckrinder genannt werden. Sie stehen alljährlich auf der Fläche und erhöhen durch ihr Fressverhalten die Struktur und Offenheit der Rödlbachaue und stärken dadurch die Biodiversität.

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