Das Gebiet
Die Mannigfaltigkeit der Naturausstattung fußt auf dem direkten Übergang vom Hügelland zum altpleistozänen Tiefland sowie dem Reichtum an Gewässern. Bäche und kleine Flüsse erreichen mehr als 100 Kilometer Länge. Gut 20 Hektar Wasserfläche stauen Biber auf. Unübersehbar in der Landschaft – der schroffe Wechsel von feucht zu trocken sowie von atlantischen zu kontinentalen Klimaeinflüssen. Welche Vielfalt an Arten!
In acht Jahrhunderten vollzog sich eine Landschaftsentwicklung vom Naturwald zur Kulturlandschaft zum Truppenübungsplatz Königsbrück und erneut zum Naturwald, meist von Rohböden ausgehend. Ungezähmte Natur führt zuweilen zu bisher Unbeschriebenem.
Das 70 km² große Schutzgebiet liegt in einem 132 km² großen unzerschnitten Raum. Größe, Ruhe und Ungestörtheit sind für empfindliche Arten und Tiere mit großem Raumanspruch wie Wolf oder Rothirsch nahezu das Paradies. Aber auch für uns Menschen.
Aussichtstürme, Besucherpfade, Busführungen und geführte Wanderungen lassen daran Anteil nehmen.
Naturschutz
- Erhaltung und Entwicklung eines naturraumtypischen und komplex ausgestatteten Ausschnittes der Königsbrück- Ruhlander Heiden in seiner Großräumigkeit, Unzerschnittenheit, Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts, seiner natürlichen Dynamik und Störungsarmut als Lebensstätten, Biotope und Lebensgemeinschaften lebensraumtypischer wild lebender Pflanzen- und Tierarten, insbesondere für störungsempfindliche Tierarten mit großem Raum- und/ oder spezifischen Habitatansprüchen sowie als Kernfläche eines übergreifenden Biotopverbundsystems
- die dauerhafte Gewährleistung eines möglichst ungestörten Ablaufs der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik auf 80 Prozent der Fläche (Kernzone) als ein internationales Schutzgebiet Kategorie Ib/ Wildnisgebiet nach den Richtlinien der IUCN
- als NATURA 2000-Gebiet in der Pflegezone die Erhaltung und Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der in den Erhaltungszielen genannten natürlichen Lebensraumtypen und Tier- und Pflanzenarten (FFH-Gebiet) sowie der Vogelarten und ihrer Lebensräume (Europäisches Vogelschutzgebiet)
Aktiv vor Ort
Ein Tag vor Ort
Ein Besuch der Königsbrücker Heide lohnt zu jeder Jahreszeit. Besonders im Winterhalbjahr empfiehlt es sich im Besucherzentrum in Königsbrück die multimediale Ausstellung „Nach vorn zurück – Mission Naturlandschaft NSG Königsbrücker Heide“ anzuschauen. Von hier aus sind sowohl der Biber- als auch der Turmpfad zu Fuß zu erreichen und der Tag ist gut verplant.
Im Sommerhalbjahr bietet sich das Schutzgebiet zum Radeln an. Die am Rundweg liegenden Besucherpfade im NSG laden zum Durchstreifen ein. Gute Zeiteinteilung und eine Voranmeldung vorausgesetzt, schafft man sowohl die Teilnahme an einer dreistündigen Führung mit dem Geländebus durch das Wildnisgebiet als auch die Besichtigung des Besucherzentrums.
Barrierefrei besuchen
Alle Besucherpfade sind zurzeit rollstuhlgerecht. Die Aussichtstürme haben keine Fahrstühle.
Anreise
Mit der Bahn:
mit der Regionalbahn Dresden – Königsbrück; ca. 15 Minuten Fußweg oder Weiterfahrt mit dem Bus zur Weißbacher Straße, 5 Minuten Fußweg
Mit dem Auto:
über die Autobahnen BAB 4 (Anschlussstelle Hermsdorf) weiter auf B 97 Richtung Hoyerswerda/ Königsbrück und BAB 13 (Anschlussstelle Thiendorf) weiter auf B 98 Richtung Königsbrück; Besucherpfade im Norden über die BAB 13 (Anschlussstelle Ortrand) weiter auf L 57
Besuch- und Informationszentren
Stadtinformation Königsbrück
Markt 19
01936 Königsbrück
Besucherzentrum NSG Königsbrücker Heide
Weißbacher Straße 30
01936 Königsbrück