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Hier darf die Natur machen, was sie will – ohne menschliche Steuerung. Das Ergebnis: Unberührte Landschaften, in denen seltene Tiere und Pflanzen ihren Platz finden. Wildnisgebiete sind wichtige Freiraumlabore für die Wissenschaft und perfekte Orte, um die Kraft der Natur zu erleben.
Wir erhalten Wildnis als Lebensraum, in dem natürliche Prozesse frei wirken und Menschen die Faszination dieser ungestörten Natur erleben können.
Wildnisgebiete sind Flächen, in denen die dynamischen Kräfte der Natur unbeeinflusst wirken können. Sie schützen großräumige Gebiete, die sich frei und natürlich, das heißt nicht nach einem vom Menschen geplanten Ziel, entwickeln. Damit bieten sie Lebensräume für wildlebende Tiere und Pflanzen, die auf große, ungestörte Flächen angewiesen sind. Wildnisgebiete ermöglichen das Erleben und Erfahren einer ungelenkten Natur, in welcher der Mensch nicht im Mittelpunkt steht.
„Auf dem Rundwanderweg Frankenförde kann man zur Heideblüte ein lila Blütenmeer genießen. Viele Tagfalter und seltene Insekten finden sich hier ein und vielleicht lässt sich sogar die Gottesanbeterin entdecken, die der Klimawandel zu uns geführt hat.“
Vincent Viereck
Ranger im Wildnisgebiet Jüterbog-Lieberose
„Heute leben hier zehn bis zwölf Wölfe, aber weniger Biber als früher – und die Landschaft veränderte sich erneut. Dämme brachen, Weiher fielen trocken, Bäche änderten ihren Lauf. In Königsbrück wird keine einzelne Art geschützt, sondern das freie Spiel der Kräfte – vielleicht ist das eine ganz gute Definition von Wildnis.“
Prof. Dr. Klaus Richter
Leiter des Monitorings in der Königsbrücker Heide
Wildnisgebiete haben insbesondere das Ziel, dass sich die Lebensstätten von Tieren und Pflanzen unbeeinflusst vom Menschen entwickeln können.
Sie sind bedeutende Lernorte für die Erforschung natürlicher Prozesse und Entwicklung, in der der Mensch nicht im Mittelpunkt steht. Viele Lebensräume in Wildnisgebieten dienen in intakter Form als wichtige Kohlenstoffsenken und bieten große Chancen für die Erforschung von Anpassungsmaßnahmen, die vor dem Hintergrund des Klimawandels nur an Bedeutung gewinnt.
Wildnisgebiete haben auch einen hohen Erlebnis- und Erholungswert und ermöglichen durch Erlebnispfade, Rundwanderwege und vielfältige Bildungsangebote Natur zu erleben und zu verstehen.
Ja, Besucher*innen dürfen die Wildnisgebiete über ausgewiesene Wanderwege betreten, erleben und genießen. Bitte verlasse diese Wege nicht – die Natur soll sich in den Wildnisgebieten unbeeinflusst vom Menschen entwickeln können.
Manche Wildnisgebiete sind Gelände, die früher militärisch genutzt wurden. Du solltest die Wanderwege also auch zu deinem eigenen Schutz nicht verlassen. Die vielen Erlebnispfade und Rundwanderwege lassen dich die wilde Schönheit der Gebiete gut und vor allem sicher erleben.
Die Nutzung der Erlebnispfade und Rundwanderwege ist in deutschen Wildnisgebieten kostenlos. Darüber hinaus gibt es weitere – teils kostenpflichtige – Angebote, um die Wildnis hautnah und dennoch sicher zu erkunden, zum Beispiel geführte Touren mit fachkundigen Ranger*innen oder im Geländebus.
Die großen Säugetiere – dazu gehören Bär, Wolf oder auch Luchs – sind teilweise vollständig in Deutschland verschwunden. Einige Tierbestände erholen sich zunehmend, andere wie der Bär sind hierzulande vollständig ausgestorben. Die Wildtiere suchen keinen Menschenkontakt und leben zurückgezogen und in Ruhe.
Das einzige Tier, welches dem Menschen wirklich gefährlich werden kann, ist die Zecke: Durch die Übertragung von FSME oder Borreliose kann ein Biss krank machen. Wenn du die Wanderwege im Wildnisgebiet nicht verlässt, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Zeckenbiss gering. Suche dich aber sicherheitshalber nach deiner Wanderung nach Zecken ab.
Bitte denke daran: Wer draußen unterwegs ist, hinterlässt Spuren. Bleib deshalb auf den Wegen, nimm Rücksicht auf Tiere und Pflanzen und beachte ein paar einfache Regeln zum Schutz der Natur – für ein tolles und naturverträgliches Erlebnis.