2011 wurden die ersten Wölfe im Wildnisgebiet Königsbrücker Heide gesichtet.
© Gernot Engler

Wildnisgebiete in Deutschland. Wild und ungezähmt.

Hier darf die Natur machen, was sie will – ohne menschliche Steuerung. Das Ergebnis: Unberührte Landschaften, in denen seltene Tiere und Pflanzen ihren Platz finden. Wildnisgebiete sind wichtige Freiraumlabore für die Wissenschaft und perfekte Orte, um die Kraft der Natur zu erleben.

Wir erhalten Wildnis als Lebensraum, in dem natürliche Prozesse frei wirken und Menschen die Faszination dieser ungestörten Natur erleben können.

See umrahmt von gelb blühenden Pflanzen. Immer wieder sind Wasservogel im Bild zu entdecken.
Wildnisgebiete
Zwischen der Peenemündung und dem Stettiner Haff im Osten Vorpommerns gelegen ist der Anklamer Stadtbruch eine der eindrucksvollsten Wildnislandschaften Norddeutschlands. Eine Sturmflut ließ 1995 den Deich zum Haff brechen. Seither ist die Moorlandschaft weitestgehend sich selbst überlassen. Mitten im Anklamer Stadtbruchs, umgeben von Feuchtwäldern, findet sich eines der seltenen regenwassergespeisten Hochmoore.
Blick aus dem Wald auf einen See
Wildnisgebiete
Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg sichert ehemalige Militärflächen in Brandenburg, die sich durch ihre Größe, Unzerschnittenheit und Naturbelassenheit auszeichnen, für den dauerhaften Wildnisschutz. In den Wildnisgebieten lässt die Stiftung natürliche Dynamik zu. Gleichzeitig macht sie die Schönheit und Faszination dieser Landschaften erlebbar. Als Vermittlerin von Fachwissen engagiert sie sich dafür, Wildnisschutz im politischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs voranzubringen.
Wildnisgebiete
Wagnis Wildnis – Die fast 90-jährige militärische Nutzung löschte die Ende des 12. Jahrhunderts aus wilder Wurzel entstandene Kulturlandschaft aus. Das freie Spiel der Naturkräfte bringt eine Waldlandschaft mit Quellen, Bächen, Mooren und Blößen sowie einer Vielfalt an Pflanzen und Tieren zurück. Uns bleibt die Hoffnung, den Naturgeheimnissen auf die Spur kommen zu können.
Eindrucksvoll gelb blühendes Moor und tote Birken im Sonnenschein.
Wildnisgebiete

Natürliche Prozesse im Fokus

Wildnisgebiete sind Flächen, in denen die dynamischen Kräfte der Natur unbeeinflusst wirken können. Sie schützen großräumige Gebiete, die sich frei und natürlich, das heißt nicht nach einem vom Menschen geplanten Ziel, entwickeln. Damit bieten sie Lebensräume für wildlebende Tiere und Pflanzen, die auf große, ungestörte Flächen angewiesen sind. Wildnisgebiete ermöglichen das Erleben und Erfahren einer ungelenkten Natur, in welcher der Mensch nicht im Mittelpunkt steht. 

Einblicke in ungezähmte Natur

Besenheide im Wildnisgebiet Jüterbog-Lieberose
Besenheide im Wildnisgebiet Jüterbog-Lieberose
© Elisa Kallenbach
Fischotter im Anklamer Stadtbruch
Fischotter im Anklamer Stadtbruch
© VDN-Fotoportal/Gerhard Glatz
Die Otterbachaue ist nur ein Teil der mehr als 100 km langen Fließgewässer in der Königsbrücker Heide
Die Otterbachaue ist nur ein Teil der mehr als 100 km langen Fließgewässer in der Königsbrücker Heide
© Dirk Synatzschke

Häufige Fragen

Welche Funktionen und Ziele haben Wildnisgebiete?

Wildnisgebiete haben insbesondere das Ziel, dass sich die Lebensstätten von Tieren und Pflanzen unbeeinflusst vom Menschen entwickeln können.

Sie sind bedeutende Lernorte für die Erforschung natürlicher Prozesse und Entwicklung, in der der Mensch nicht im Mittelpunkt steht. Viele Lebensräume in Wildnisgebieten dienen in intakter Form als wichtige Kohlenstoffsenken und bieten große Chancen für die Erforschung von Anpassungsmaßnahmen, die vor dem Hintergrund des Klimawandels nur an Bedeutung gewinnt.

Wildnisgebiete haben auch einen hohen Erlebnis- und Erholungswert und ermöglichen durch Erlebnispfade, Rundwanderwege und vielfältige Bildungsangebote Natur zu erleben und zu verstehen. 

Ja, Besucher*innen dürfen die Wildnisgebiete über ausgewiesene Wanderwege betreten, erleben und genießen. Bitte verlasse diese Wege nicht – die Natur soll sich in den Wildnisgebieten unbeeinflusst vom Menschen entwickeln können.

Manche Wildnisgebiete sind Gelände, die früher militärisch genutzt wurden. Du solltest die Wanderwege also auch zu deinem eigenen Schutz nicht verlassen. Die vielen Erlebnispfade und Rundwanderwege lassen dich die wilde Schönheit der Gebiete gut und vor allem sicher erleben. 

Die Nutzung der Erlebnispfade und Rundwanderwege ist in deutschen Wildnisgebieten kostenlos. Darüber hinaus gibt es weitere – teils kostenpflichtige – Angebote, um die Wildnis hautnah und dennoch sicher zu erkunden, zum Beispiel geführte Touren mit fachkundigen Ranger*innen oder im Geländebus. 

Die großen Säugetiere – dazu gehören Bär, Wolf oder auch Luchs – sind teilweise vollständig in Deutschland verschwunden. Einige Tierbestände erholen sich zunehmend, andere wie der Bär sind hierzulande vollständig ausgestorben. Die Wildtiere suchen keinen Menschenkontakt und leben zurückgezogen und in Ruhe. 

 

Das einzige Tier, welches dem Menschen wirklich gefährlich werden kann, ist die Zecke: Durch die Übertragung von FSME oder Borreliose kann ein Biss krank machen. Wenn du die Wanderwege im Wildnisgebiet nicht verlässt, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Zeckenbiss gering. Suche dich aber sicherheitshalber nach deiner Wanderung nach Zecken ab. 

Echte Wildnis erleben – mit Respekt

Bitte denke daran: Wer draußen unterwegs ist, hinterlässt Spuren. Bleib deshalb auf den Wegen, nimm Rücksicht auf Tiere und Pflanzen und beachte ein paar einfache Regeln zum Schutz der Natur – für ein tolles und naturverträgliches Erlebnis. 

Komorane und Enten im Flug über dem Anklamer Stadtbruch
© VDN-Fotoportal/Gerhard Glatz