Biosphärenreservat Thüringer Wald
© C. Schmid
Biosphärenreservate

Biosphärenreservat Thüringer Wald

Hohe Gipfel, ausgedehnte Bergmischwälder mit alten stattlichen Buchen, mosaikartig eingestreute blütenreiche Bergwiesen, klare sprudelnde Bergbäche und kleine Moore prägen das Landschaftsbild. Schiefer gedeckte Häuser geben den Waldsiedlungen ihr Gepräge und in den schmalen Tälern dehnen sich die Dörfer oft über Kilometer aus. Auch alte Handwerke, wie die Köhlerei und die Glasbläserei und gebietstypische Siedlungsstrukturen sind das Spiegelbild eines jahrhundertelangen Miteinander von Mensch und Biosphäre.
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Typisch für die Region: Bachtäler
© Ralf Brettfeld
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Bergmischwald im Frühling
© Matthias Hellner
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Zur Revitalisierung Entkusseln einige Schüler*innen das Moor
© Jens-Karsten Wykowski
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In der Ausstelung im Informationszentrum des Biosphärenreservats erwartet die Besucher eine Mischung aus emotionalen und informativen Elementen.
© Michael Reichelt/arifoto.de
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Bergbach in der Kernzone Vessertal
© Matthias Hellner
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Der Feuersalamander - Sympathieträger für die Fließgewässerrenaturierung – Leitart für den Lebensraum Bergbäche
© Matthias Hellner
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Die Führungen der Ranger sind für Jung und Alt gleichermaßen interessant.
© Maurice Stuhl
Typisch für die Region: Bachtäler
© Ralf Brettfeld

Gründungsjahr

1979

Größe in km²

337

Geografische Lage

50 Kilometer südlich von Erfurt im mittleren Teil des Thüringer Waldes

Landschaften

Bergbäche, Bergmischwälder, Bergwiesen, Hochmoore

Das Gebiet

In den Wäldern trommelt der Schwarzspecht, zieht der Sperlingskauz seine Jungen auf und verbirgt sich die scheue Waldschnepfe. Der Rothirsch ist der König der Wälder. Das Biosphärenreservat ist ein geschlossenes Waldgebiet, das von Wiesen aufgelockert wird.

Die Bergwiesen begeistern mit verschiedenfarbigen Blühphasen vom Frühjahr bis in den Herbst. Goldgelb leuchten auf ihnen die Blüten der Arnika, einer bekannten Heilpflanze. Bärwurz, Johanniskraut und Waldstorchschnabel sowie zahlreiche Kräuter verleihen den Wiesen ihren charakteristischen aromatischen Duft. Gelegentlich steigt eine Bekassine aus der Wiese auf und man kann ihr „Meckern“ beim Singflug hören. In den Mooren, die sich seit der letzten Eiszeit in den Kammlagen des Thüringer Waldes gebildet haben, wachsen Sonnentau, eine Insekten fressende Pflanze, und die zierliche Rosmarinheide.

Zahlreiche Bäche durchziehen die Wälder und Wiesen des Biosphärenreservates. Sie sind klar und voller Leben. In den oberen Bachläufen laicht der Feuersalamander. In dem kühlen Wasser wachsen seine Larven ungestört heran. Bachabwärts kann man die rot getupfte Bachforelle in ruhigen Stellen bei der Jagd auf Wasserinsekten beobachten. Hier lebt auch die Wasseramsel, der einzige Singvogel, der unter Wasser schwimmend Nahrung sucht.

Das Biosphärenreservat hat immer Saison – das ganze Jahr über kommen Wanderbegeisterte in den Thüringer Wald. Besonders der Rennsteig lockt. Dieser Höhenwanderweg des Thüringer Waldes verläuft quer durch das Biosphärenreservat. Im Winter nutzen viele Skiläufer*innen die zahlreichen Skiwanderwege und Abfahrtsstrecken.

Naturschutz

Im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald stehen die Themen Waldumbau in den Hoch- und Kammlagen unter den Aspekten des Klimawandels, der Erhalt des Berggrünlandes, nachhaltige Siedlungsentwicklung im Hinblick auf den demographischen Wandel, Naturtourismus, Mobilität mit Bus und Bahn, Vermarktung regionaler Produkte, BNE-Programme mit Schulklassen und Kindern, Naturschutzprojekte, Forschung und Monitoring sowie internationaler Austausch im Mittelpunkt der Aktivitäten. Die dafür von verschiedenen Akteuren geschlossenen Kooperationen haben das Ziel, die Modellregion Biosphärenreservat mit Leben zu erfüllen, in dem neue, kreative und nachhaltige Wege gegangen werden. Mehr als die Hälfte der Fläche gehört zum europäischen Schutzgebietsnetz NATURA-2000.

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort

Unterwegs auf dem DR WALD Weg – Aufatmen für Körper und Seele

Der DR WALD Weg lädt dazu ein, die entspannende und gesundheitsfördernde Wirkung des Waldes zu genießen. Der 13 Kilometer lange Rundweg zwischen Stützerbach, Frauenwald und Schmiedefeld verläuft mitten durch das UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald. 15 Impulsstationen und attraktive Ruhepunkte entlang des Weges laden ein, den Wald mit allen Sinnen zu genießen. Doktor-Wald-Bänke, Himmelsliegen und eine Himmelsschaukel ermöglichen es, den Blick schweifen und die Seele baumeln zu lassen.

Im Kneipp-Park Stützerbach, am Panoramaweg, an der Massenmühle im Gläsertal und am Rastplatz Schwarzwasser laden Picknickkombinationen zum Rasten ein. Der Rundweg kann ganz individuell gestaltet werden – von einem entspannten Waldbadetag (Tagesausflug) über eine sportlich aktive Wanderung (4 Stunden inkl. Rast) bis zu kleineren Rundwegen von 3,5 bzw. 6 Kilometer. Auch ist eine einfache Wanderung zwischen Bhf. Rennsteig und Bhf. Stützerbach, Haltepunkte der Rennsteigbahn, in zwei Varianten möglich (4,9 oder 6,7 Kilometer).

Eine Woche vor Ort

Waldbilder, Wiesen und der Rennsteiggarten

  • Montag: Wanderung von Neustadt a. R. durch das Reuscheltal nach Großbreitenbach, Besuch im Thüringer Wald – Kreativ Museum
  • Dienstag: Wanderung von Stützerbach auf dem Goethewanderweg nach Ilmenau, Besuch des Schaubergwerks „Volle Rose“
  • Mittwoch: Wanderung auf dem Urwaldpfad Jüchnitzgrund, Start am Schullandheim in Geraberg
  • Donnerstag: Wanderung auf dem Gipfelwanderweg von der Schmücke über den Sachsenstein zum Schneekopf, Besuch Thüringer Museumspark Gehlberg bietet Einblicke in die Regionalgeschichte, u.a. Glas- und Wilderermuseum
  • Freitag: Rundwanderung von Oberhof über den Flößgrabenweg zum Ausgebrannten Stein und Sieglitzteich, Besuch im Rennsteiggarten
  • Samstag: Wanderung durch die Gießübeler- Fehrenbacher Schweiz zur Rennsteigwarte in Masserberg, Besuch im Gewürzmuseum in Schönbrunn
  • Sonntag: Wanderung auf dem Familien-Erlebnis-Weg in Schmiedefeld a. R., danach Besuch im Infozentrum mit Erlebnisausstellung Biosphärenreservat Thüringer Wald

Barrierefrei besuchen

Der „Leitweg“ bei Manebach ist ein behindertengerechter Wanderweg. Er ist mit dem Rollstuhl befahrbar. Er beginnt am Parkplatz am Schöffenhaus, Schöffenhausstraße 100, 98693 Manebach. Er führt unterhalb des Schöffenhauses an der Manebachswand entlang. Alternativ kann am Lärcheneck (Parkplatz) gestartet werden. Der Weg führt dann über Mittlerer Berggrabenweg, Sturmheide bis nach Manebach.

Anreise

Anreise in das Fahrtziel Natur-Gebiet mit der Bahn:
Über ICE-Bahnhof Erfurt nach Ilmenau oder über Würzburg (ICE) und Schweinfurt nach Suhl. Weiter mit Bussen ins Gebiet.

Bei der weiteren Plaunung helfen dir bus-bahn-thueringen.de und fahrtziel-natur.de.

Besuch- und Informationszentren

Informationszentrum UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald
Brunnenstraße 1
98528 Suhl
Telefon 0361 573 924 622
informationszentrum.schmiedefeld@nnl.thueringen.de

Regionalverbund Thüringer Wald e. V.
Telefon 03681 353 050
thueringer-wald.com

Kontakt

Fragen zum Gebiet?

Gebiet zugehörige Schutzprojekte

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