Die Bergwiesen auf der Langen Rhön erblühen in zahlreichen Farben.
© Biosphärenreservat Rhön
Biosphärenreservate

Biosphärenreservat Rhön

Grüne Wiesen, wilde Blütenpracht. Silberdistel, Kuhschelle, Arnika und Moorklee gedeihen auf Bergmähwiesen und Kalkmagerrasen. Das Biosphärenreservat Rhön im Dreiländereck Bayern, Hessen, Thüringen gelegen, einst Land der Buchen genannt, heute „Land der offenen Fernen“ ist eine einzigartige Kulturlandschaft im Herzen Deutschlands.
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Der Milseburg ist schon von Weitem zu sehen.
© Biosphärenreservat Rhön
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Von dem Gipfel des Milseburgs beeindruckt eine fantastische Aussicht.
© Biosphärenreservat Rhön
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Rhönschafe – Das Maskottchen der Rhön zählt zu den ältesten Nutztierrassen.
© Biosphärenreservat Rhön/Hessische Verwaltungsstelle
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Die Milseburg gilt mit ihrer auffallenden Silhouette als weithin sichtbares Wahrzeichen der Kuppenrhön.
© Biosphärenreservat Rhön
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Die Weiten der Hochrhön bieten besonders im Frühsommer einen traumhaften Blick in die Ferne.
© Biosphärenreservat Rhön
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Die Attraktion des Schafsteins sind seine ausgedehnten Basaltblockhalden.
© Biosphärenreservat Rhön
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Auf die Rhönschafe trifft man überall im Biosphärenreservat - z. B. in Maiersbach.
© Biosphärenreservat Rhön
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Von der Wasserkuppel aus kann man bei guter Sicht sogar den Hohen Meißner, das Rothaargebirge und den Taunus erblicken.
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Die Milseburg kann im Winter ein schneebedeckter Traum werden.
© Biosphärenreservat Rhön
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Die Silberdistel wird in der Region auch Rhöndistel genannt.
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Die Kunstmeile verbindet Natur und Kunst zu einem reizvollen und beliebten Ausflugsziel in der Rhön.
© Biosphärenreservat Rhön
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Blick über die Lange Rhön vom Heidelstein aus
© Uwe Steigemann
Der Milseburg ist schon von Weitem zu sehen.
© Biosphärenreservat Rhön

Gründungsjahr

1991

Größe in km²

2433

Geografische Lage

Dreiländereck Bayern, Hessen, Thüringen

Landschaften

Hochmoore, Mittelgebirge mit markanten Kegeln und Kuppen, naturnahe Wälder, weite Talauen, Wiesen und Weiden

Das Gebiet

Jedes Biosphärenreservat ist etwas Einzigartiges – erkennbar an seinen Landschaftsformen, der Tier- und Pflanzenwelt und dem wirtschaftlichen und kulturellen Einfluss des Menschen. Das Biosphärenreservat Rhön ist dazu ein Schutzgebiet, das sich über die Grenzen von drei Bundesländern erstreckt: Bayern, Hessen und Thüringen. Gemeinsam bewahren die drei Bundesländer eine einzigartige Kulturlandschaft im Herzen Deutschlands, die über Jahrhunderte durch Ackerbau, Mahd, Beweidung und Waldwirtschaft entstanden ist.

Des Schutzes bedürfen dabei besonders die rund 100 wildlebenden Tier- und Pflanzenarten, die deutschlandweit gefährdet sind und in der Region einen Rückzugsraum gefunden haben. Um sich von der Vielfalt im Biosphärenreservat Rhön ein Bild zu machen, reichen vielleicht zwei Beispiele: Hier lassen sich fast 40 verschiedene Orchideenarten zählen und rund 3.000 Pilzarten bestimmen. Diese Vielfalt hat ihren Ursprung in abwechslungsreichen Landschaftsformen, zu denen Hochmoore, naturnahe Fließgewässer, Blocksteinhalden, Heckengebiete, extensiv genutzte Wiesen und Weiden sowie naturnahe Laubwälder gehören.

Das Biosphärenreservat Rhön bietet in allen seinen Teilen durch eine intensive Zusammenarbeit mit Partnerbetrieben aus Landwirtschaft und Gastronomie gerade Spaziergängern, Wanderern, Natursportlern und anderen Erholungssuchenden ein Angebot, das mit allen Sinnen genossen werden kann. Eine „Kostprobe“ gefällig? Zarte Steaks vom Rhöner Weideochsen, Rhöner Apfelsaft und Obstbrände, Kümmelbrot, Rhön-Forellen, Koteletts vom Rhönschaf, Zwiebelploatz und Rhöner Spatzeklöß warten auf Genießer, die regionale Qualität bevorzugen. Dazu Biowein oder Ökobier aus dem Biosphärenreservat, wie’s beliebt!

Eine weitere Besonderheit der Rhön: Seit dem Jahr 2014 trägt das Biosphärenreservat, in dem man noch einen atemberaubenden Sternenhimmel erleben kann, den Titel Internationaler Sternenpark. Mit der Auszeichnung durch die Dark Sky Association hat sich die Region zum Schutz der vorhandenen natürlichen Nachtlandschaften durch Maßnahmen zur Reduzierung der Lichtverschmutzung bekannt. Auch erstreckt sich das „Grüne Band Deutschland“ auf 113 Kilometer Länge durch die Rhön und ist als Nationales Naturmonument geschützt.

Naturschutz

Mit fast 7.500 Hektar Kernzonen, Flächen, in denen die Natur ohne menschliche Eingriffe sich selbst überlassen bleibt, verteilt auf den bayerischen, hessischen und thüringischen Teil, kann es das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön fast mit einem kleinen Nationalpark aufnehmen, mit dem Unterschied, dass sich die Gesamtfläche auf zahlreiche unterschiedliche große Einzelflächen verteilt. NATURA 2000-Flächen nehmen in den Länderteilen folgende Flächenanteile ein: 21 Prozent in Bayern, 26 Prozent in Thüringen und über 35 Prozent in Hessen. Zu den wichtigsten Lebensraumtypen nach FFH-Richtlinie zählen Bergmähwiesen, Borstgrasrasen, Kalk-Halbtrockenrasen, verschiedene Laubwaldtypen Moore und Blockhalden. Zumindest für die erstgenannten ist die Rhön bundesweit bedeutsam.

Auch hinsichtlich national und international schutzbedürftiger Arten hat das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön viel zu bieten. Es liegt im Verbreitungszentrum des Rotmilans. Mittelspecht, Wildkatze und Mops-Fledermaus kommen in guten Beständen vor. Der Schwarze Apollo fliegt regelmäßig an Waldrändern der Hochrhön. Von den nationalen Verantwortungsarten Arnika, Weicher Pippau und Breitblättriges Knabenkraut hat die Rhön reiche Bestände zu bieten.

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort

Moore, viel Ausblick und gute Gastronomie

Die Wanderung beginnt im Ulstertal am Parkplatz Birxgraben bei Seiferts. Sie führt auf die Hochrhön hinauf und über ausgedehnte Rinderweiden geht es bergan zum Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen. Durch eine parkartige Landschaft zieht sich der Weg bis zum Parkplatz Schwarzes Moor. Auf dem Naturlehrpfad durch das Moor, einem Bohlensteg von zwei Kilometern Länge, lassen sich seltene Tier- und Pflanzenarten entdecken. Das Schwarze Moor ist das am besten erhaltene, wachsende Hochmoor der deutschen Mittelgebirge. Nach Voranmeldung bietet der Verein Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön e. V. Führungen an.

Anschließend gibt es in der „Sennhütte“ Apfelbier, Lammbratwürstchen und andere regionale Spezialitäten. Zurück am Parkplatz Schwarzes Moor führt der Weg nach Norden zum Grabenberg. Reste der ehemaligen DDR-Grenzanlagen weisen dort auf die Vergangenheit hin.

Das nächste Ziel ist das „Gesunde Dorf Frankenheim“, die höchstgelegene Ortschaft der Rhön mit Barfuß-Panorama-Weg und Heilpflanzengarten. Hinter diesem Bergdorf ziehen sich Wiesen und Weiden bis zum Ellenbogen hinauf. Von hier aus öffnet sich ein grandioser Blick in das Ulstertal. Zur Einkehr lädt das „Thüringer Rhönhaus“, welches eine hervorragende Küche mit Rhöner Spezialitäten bietet. In südwestlicher Richtung verläuft der Weg entlang der Sophienstraße zurück zum Ausgangspunkt. Bei einem erfrischenden Glas Rhöner Öko-Bier und anderen Köstlichkeiten klingt die Wanderung in der Schaukelterei in Seiferts aus.

Wer dann noch nicht müde ist, kann von Anfang September bis Anfang Dezember die Arbeit in Kelterei und Keller nebenan beobachten oder auch selbst mithelfen. Es gibt in dieser Zeit auch viele Veranstaltungen zur Verwertung von Streuobst.

Eine Woche vor Ort

Kultur, Wissenswertes und Wanderung

  • Montag: Besuch des Biosphärenzentrums „Haus der Langen Rhön“ in Oberelsbach mit Ausstellung. Anschließend Wanderung durch das Streuobstdorf Hausen – die Modellgemeinde des Biosphärenreservates. Wer entdeckt hier die meisten Obstsorten?
  • Dienstag: Besuch des Himmelsschauplatzes in Hofbieber-Danzwiesen, von dort aus Wanderung auf die mystische Milseburg (ehemalige keltische Oppidum (stadtähnliche Siedlung)). Anschließend Besuch im Museumsdorf Tann oder im Freilandmuseum Fladungen. Am Abend kann man die Landschaft „schmecken“ – mit herzhaften Gerichten aus regionalen Produkten.
  • Mittwoch: Kulturtag. Besichtigung der mittelalterlichen Kirchenburg in Ostheim mit Besuch des Orgelbaumuseums. Alternativ: Ganztägiger Ausflug in die Barockstadt Fulda oder nach Bad Kissingen (UNESCO-Welterbestätte „Great Spa Towns of Europe“) oder nach Meiningen mit Besuch des südthüringischen Staatstheaters.
  • Donnerstag: Besuch des Infozentrums „Haus der Schwarzen Berge“ in Oberbach mit Cafeteria und Regionalladen, dann Wanderung auf den Kreuzberg. Dort Besichtigung der hauseigenen Brauerei – und ein süffiges Klosterbier probieren!
  • Freitag: Wanderung durch den Ibengarten und Besuch des Heimatmuseums Dermbach. Sehenswert sind das Informationszentrum Propstei Zella und die Barockkirchen in Zella und Dermbach sowie verschiedene Wehrkirchen wie z. B. in Kaltensundheim. Anschließend Fahrt in das Kali-Erlebnisbergwerk Merkers mit Kristallgrotte.
  • Samstag: Einkauf von Souvenirs sowie Essen und Trinken bei den Rhönhöfen in Kaltensundheim. Wanderung zur ehemaligen deutsch-deutschen Grenze mit Besuch der Mahn- und Gedenkstätte Point Alpha bei Geisa. Anschließend Besichtigung der Stiftskirche in Rasdorf. An fast jedem Wochenende finden in der Rhön Feste, Brauchtums- und Kulturveranstaltungen statt. Besondere Höhepunkte sind die Fastnacht im Februar und die Kirmes im Herbst. Hinzu kommen Dorfjubiläen, Volkstanzveranstaltungen, Vereinsfeste, Wein- und Bierfeste u. v. m.
  • Sonntag: Freiheit schnuppern im Land der offenen Fernen: Auf dem höchsten Berg der Rhön, der Wasserkuppe einen Segelflug genießen. Anschließend Besuch des Segelflugmuseums und der Radomkuppel. Zum Abschluss einer erlebnisreichen Woche entspannen sich Körper und Geist in einem der Wellnessbäder.

Barrierefrei besuchen

Barrierearmer Wanderweg am Roten Moor mit Nabu-Haus am Roten Moor.
Bohlenweg durch das Schwarze Moor mit Infostelle am Parkplatz Schwarzes Moor.

Anreise

Mit der Bahn:
zum ICE-Bahnhof Fulda, dort sind Mietwagen erhältlich oder weiter mit der Rhönbahn nach Gersfeld, über Erfurt (von Norden) oder Würzburg (von Süden) nach Meiningen, Hammelburg, Bad Kissingen, Bad Neustadt oder Mellrichstadt.

Mit dem Auto:

  • Hessische Rhön: A 7 Abfahrt Fulda-Mitte, nach Dipperz über B 458 oder Abfahrt Fulda-Süd, nach Gersfeld über B 27/ B 279.
  • Bayerische Rhön: A 7 Abfahrt Hammelburg, alternativ A 71 Abfahrt Bad Kissingen, Bad Neustadt oder Mellrichstadt, dann in westlicher Richtung.
  • Thüringer Rhön: von Norden A 4 Abfahrt Eisenach-West, B 84 Richtung Bad Salzungen, B 285 Richtung Kaltennordheim. Von Osten A 71 Abfahrt Meiningen-Nord, dann in westlicher Richtung.

Besuch- und Informationszentren

Biosphärenzentrum Haus der Schwarzen Berge
Rhönstraße 97
97772 Wildflecken-Oberbach
Telefon 09749 912 20
infozentrum@rhoen.de

Biosphärenzentrum Haus der Langen Rhön
Unterelsbacher Straße 4
97656 Oberelsbach
Telefon 09774 910 260
info@nbr-rhoen.de

Biosphären-Infozentrum Propstei Zella
Goethestraße 1
36466 Dermbach OT Zella/Rhön
Telefon 036964 935 10
propsteizella@web.de

Biosphären-Infozentrum Hilders
Marienstraße 13
36115 Hilders
Telefon 0661 600 678 00
info@br-rhoen.de

Kontakt

Fragen zum Gebiet?

Gebiet zugehörige Schutzprojekte

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