Das Gebiet
Mehr als 350 Teiche, eingebettet in Dünenwälder, Feuchtwiesen, karge Äcker, Flussauen und Heiden – eine außergewöhnliche Vielfalt von Lebensräumen seltener Pflanzen und Tiere findet sich im Osten Deutschlands. Das Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet ist über viele Jahrhunderte durch menschliche Besiedlung entstanden. Die slawischen Siedler*innen, die nach 600 n. Chr. hierher kamen, nannten das von Sümpfen und Wäldern bedeckte weite Land „Łužica“ (Sumpfland), daran erinnert die Bezeichnung „Lausitz“. Der erste urkundliche Nachweis der Anlage von Fischteichen datiert aus dem Jahr 1248. Im 15. und 16. Jahrhundert war die Teichfischerei bereits ein wichtiger Erwerbszweig. Ab Beginn des 18. Jahrhunderts entwickelte sich daraus eine leistungsfähige Teichwirtschaft.
Die Fortführung der naturnahen Teichbewirtschaftung zur Erzeugung von Karpfen und anderen Speisefischen ist elementar für die Region. Idealerweise sollte sich die Produktion an Richtlinien der Ökologischen Erzeugung orientieren, wie es bereits im Projekt „Oberlausitzer Biokarpfen“ erprobt wurde. Die Voraussetzungen für eine ökologische Bewirtschaftung des Karpfens in der Oberlausitz sind durch seine Zertifizierung als „geschützte geographische Herkunftsangabe“ vorhanden. Die Fischer*innen achten hierbei auf einen angemessenen Bestand, sodass die Karpfen überwiegend die natürlich im Gewässer vorkommenden Kleinlebewesen nutzen können und nur eine geringe Menge von ökologisch erzeugtem Getreideschrot als Zufutter benötigen. Die Jahrhunderte alte Tradition der Karpfenproduktion lebt auf diese Weise neu und nachhaltig wieder auf.
Doch die Tätigkeiten der Biosphärenreservatsverwaltung Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft konzentrieren sich nicht nur auf die Teichwirtschaft, denn auf dem Land wird die Renaissance für alte Getreidesorten wie „Jägers Norddeutscher Champagnerroggen“ oder „Alter Pommerscher Dickkopfweizen“ gefeiert. Reduzierter Düngemittel- und Herbizideinsatz schaffen beste Voraussetzungen, um auf dem Getreidefeld auch Ackerwildkräutern, z. B. der Kornrade, eine Chance zu geben. Weite Transporte werden vermieden, denn das Getreide wird in einer regionalen Mühle gemahlen und von Bäckereien im Biosphärenreservat verarbeitet – das verkürzt die Wege vom Feld zu den Kund*innen.
Naturschutz
Das Biosphärenreservat ist von einer unerwartet vielfältigen Landschaft charakterisiert, in der Teiche, Moore, Heiden und Dünen in einer beeindruckenden Kleinteiligkeit vorzufinden sind. So kommen auch 153 Pflanzenarten der Roten Liste Sachsens vor. Zu den 150 Brutvogelarten zählen Kranich, Wiedehopf und Rohrdommel. In vielen Dörfern zeigt man stolz auf sein Storchenpaar. Der Fischotterbestand zählt zu den stärksten Vorkommen in Deutschland. Bis heute hat sich auch die deutsch-sorbische Besiedlung erhalten. Zweisprachigkeit und viele lebendige Traditionen wie die Vogelhochzeit, das Osterreiten und das Hexenbrennen zeugen davon. In rund 60 Dörfern ist die wechselvolle Geschichte der Lausitz in vielen Details noch lebendig. Die Menschen der Region sind daran interessiert, ihr Brauchtum zu erhalten oder neu zu beleben. Dazu tragen auch die Naturmärkte im Biosphärenreservat mit ihren regionalen Produkten und die herbstlichen Fischerfeste anlässlich der Abfischung der Teiche bei.
Aktiv vor Ort
Ein Tag vor Ort
Zu Fischern und Seeadlern
Besuch des Infozentrums „HAUS DER TAUSEND TEICHE“ in Wartha – zentrale Anlaufstelle im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide-und Teichlandschaft. Besichtigung der Ausstellung „Karpfenaufzucht im Wechsel der vier Jahreszeiten“ mit Riesenaquarium und Wassererlebnisgelände im Außenbereich. Mittagsimbiss mit regionaltypischen Speisen. Danach Wanderung auf dem Naturerlebnispfad „Guttauer Teiche und Olbasee“ (der Olbasee ist eine ehemalige geflutete Braunkohlengrube, die heute zum Camping und Baden einlädt), danach geht es ins Schulmuseum in Wartha, Abendessen im „Eisvogel“.
Alternativ startet morgens unsere Radtour auf dem Seeadlerrundweg. Die Tour führt über Weigersdorf nach Mücka und Kreba-Neudorf mit vielen Informationsstellen und Beobachtungsmöglichkeiten. Von dort weiter nach Klitten an den Bärwalder See (auch das ist ein ehemaliger Tagebau). Nach einer erholsamen Rast und einer Stärkung am Yachthafen geht es über Uhyst, Mönau, Lieske, Neudorf / Spree und Halbendorf / Spree nach Lömischau. Hier Einkehr zum Abendessen in die Gaststätte „Gute Laune“ und dann zurück nach Wartha.
Eine Woche vor Ort
„Gute Laune“ und die Vogelschutzwarte
- Montag: Exkursion ins Wolfsgebiet, am Nachmittag Besichtigung der Schrotholzhaussiedlung im Erlichthof Rietschen und des Museumsgehöftes. Dort auch Besuch der Wolfsausstellung, Abendessen in der Erlichthofsiedlung.
- Dienstag: HAUS DER TAUSEND TEICHE, Naturerlebnispfad „Guttauer Teiche und Olbasee“. Mittags in der Gaststätte „Gute Laune“ Lömischau Fisch nach Lausitzer Rezepten. Danach Schulmuseum in Wartha.
- Mittwoch: Stadtbesichtigung von Bautzen: Altstadt, Ortenburg, Alte Wasserkunst, Stadtmuseum.
- Donnerstag: Barockschloss Milkel mit Parkrundgang. Dann Besuch von Schloss und Park Neschwitz mit Vogelschutzpavillon und Naturschutzstation.
- Freitag: Besuch in Görlitz: Naturschutz-Tierpark, historische Altstadt, Parkanlagen und Landeskrone (Hausberg).
- Samstag: Besuch des Pücklerschlosses und des Muskauer Parks (UNESCO-Weltkulturerbe). Anschließend ins Krauschwitzer Erlebnisbad.
- Sonntag: Ins Oberlausitzer Bergland. Von den Höhen herrliche Sicht. Essen in gemütlicher Bergbaude in der Gemeinde Hohendubrau (Baude Lausitzblick, Monumentberg).
Barrierefrei besuchen
- Haus der Tausend Teiche (Besucherzentrum)
- Naturerlebnispfad Guttauer Teiche
- Olbasee
Anreise
Mit der Bahn: nach Bautzen oder Mücka, dann weiter mit Buslinie 501 nach Guttau. Von der Haltestelle in Guttau zu Fuß, über einen Naturpfad nach Wartha.
Mit dem Bus: Linie 501 Bautzen-Mücka-Bautzen bis Guttau. Von der Haltestelle in Guttau zu Fuß, über einen Naturpfad nach Wartha.
Mit dem Auto: A 4, Abfahrt Bautzen-Ost, B 156 Richtung Weißwasser, am Stausee Bautzen rechts Richtung Niesky (S 109), in Guttau links abbiegen nach Lömischau und Wartha
Besuch- und Informationszentren
Verein zur Entwicklung der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft e. V.
Regionale Tourismusentwicklung
Gutsstraße 4c
02699 Königswartha
Telefon 035931 212 20
info@oberlausitz-heide.de
www.oberlausitz-heide.de
HAUS DER TAUSEND TEICHE
Warthaer Dorfstraße 29
02694 Malschwitz OT Wartha
Telefon 035932 365 60
tausendteichehaus.broht@sachsenforst.sachsen.de
haus-der-tausend-teiche.de