Das Gebiet
Wattflächen, am weiten Himmel Vögel, wohin das Auge schaut. Dazu Inseln, Dünen, Sandbänke, Priele, Salzwiesen – das Biosphärenreservat Hamburgisches Wattenmeer ist ein Juwel der Natur. Mittendrin liegt die bewohnte Insel Neuwerk mit Deichen, Denkmälern und ihrer alten Kulturlandschaft. Die Insel – einer der ältesten Stadtteile Hamburgs und doch über 100 Kilometer entfernt vom Hamburger Rathaus – hat eine wechselvolle Geschichte: mittelalterlicher Fischerstützpunkt, Anlaufstelle für Seeräuber, Bastion und Weideland. Die maritime Nutzung hat der 1556 eingedeichten Insel Neuwerk ihr Gesicht gegeben.
Heute leben etwa 30 Menschen auf der Insel, die jährlich bis zu 100.000 Gäste versorgen. Das Neuwerker Vorland mit seinen Salzwiesen besitzt große Bedeutung als Brut- und Rastgebiet für Wat- und Wasservögel. Die unbewohnten Inseln Scharhörn und Nigehörn wandern, aber unterschiedlich schnell, beide wachsen, aber in unterschiedliche Richtungen, und zwar zusammen der natürlichen Dynamik folgend. Sie sind Stützpunkte für viele Seevögel. Nigehörn ist das Küken im „Familienkreis“, denn Hamburgs jüngste Insel entstand erst 1989. Sie wurde in nur fünf Wochen aus 1,2 Millionen Kubikmetern Sand aufgeschüttet und unterliegt seitdem der natürlichen Dynamik.
Naturschutz
Auf der Insel Neuwerk wird Nachhaltigkeit groß geschrieben. Sonnenenergie dient der umweltfreundlichen Energiegewinnung. Ziel ist eine CO2 neutrale Wattenmeer-Region bis 2030 (Beschluss der Trilateralen Wattenmeerkonferenz 2010/DK-D-NL).
Außerdem sichert die extensive Landwirtschaft die Jahrhunderte alte Kulturlandschaft und die Brutmöglichkeiten für Wiesenvögel.
Der Personentransport übers Watt erfolgt ganz überwiegend mit Pferdefuhrwerken.
Die übrigen Flächen des Biosphärenreservats sind Wildnis (mehr als 90% der Fläche). Dazu gehören das Watt mit seiner natürlichen Dynamik und die Düneninseln Scharhörn und Nigehörn.
Aktiv vor Ort
Ein Tag vor Ort
Salzwiesen und Tideaquarium
Mitten im Watt liegen die Insel Neuwerk und die Düneninseln Scharhörn und Nigehörn. Neuwerk erreicht man je nach Wasserstand zu Fuß, mit einer Pferdekutsche oder mit dem Schiff. Bei einem Spaziergang auf dem Ringdeich, der Schutz vor den Fluten bietet, lernt man die Insel kennen. Einen herrlichen Überblick über das Biosphärenreservat bis zur Elbmündung und den großen Containerschiffen bietet der gut 700 Jahre alte Neuwerker Turm, das älteste Profangebäude an der deutschen Nordseeküste. Nahe dem Turm liegt das Biosphärenreservat- und Nationalpark-Haus mit einer Ausstellung zum Hamburgischen Wattenmeer und einem Tideaquarium. Auf einem ausgepflockten Pfad durch die renaturierten Salzwiesen im Ostvorland der Insel sieht man Brut- oder Rastvögel aus nächster Nähe. Im Frühjahr und Herbst lassen sich die Besonderheiten des Vogelzuges erleben.
Eine Woche vor Ort
Inselrundgang und Wattwagen
- Montag: Ankunft auf Neuwerk mit dem Fahrgastschiff MS Flipper. Einzug in eine gemütliche Pension oder, besonders interessant für Familien und Gruppen, in ein Heuhotel. Ein erster Inselrundgang auf dem Ringdeich zeigt uns, was wir alles noch genauer anschauen wollen.
- Dienstag: Weil es regnet, ausschlafen und einen Roman über Störtebeker lesen. Nachmittags mit „Friesennerz“ ein Besuch im Biosphärenreservat- und Nationalpark-Haus. Der Erlebnispfad zeigt Wissenswertes über das Biosphärenreservat und den Nationalpark.
- Mittwoch: Die Sonne scheint. Vormittags Fitnessprogramm: Also rauf auf den 700 Jahre alten Leuchtturm und Aussicht auf die Natur- und Kulturlandschaft genießen. Nachmittags auf einer Führung mit dem Verein Jordsand durch die renaturierten Salzwiesen im Ostvorland der Insel den Duft von Wiesen und Meer einatmen, Austernfischer und verschiedene Seeschwalben mit frisch geschlüpften Jungen beobachten.
- Donnerstag: Früh raus und ganztags die Natur erkunden. Natur pur des Wattenmeeres in der Kernzone des Biosphärenreservates erleben. Bei guter Kondition und guten Wetterverhältnissen mit den Ranger*innen zur Vogelinsel Scharhörn wandern.
- Freitag: Wanderung mit dem Ranger zum Kleinen Vogelsand, ein hoher Wattrücken im Norden Neuwerks. Nach Stürmen findet man dort Bernstein.
- Samstag: Nach einem morgendlichen Bad – bei Hochwasser – heißt es nachmittags leider Abschied nehmen von Neuwerk. Bei Niedrigwasser fahren wir mit dem Pferde -Wattwagen durchs Watt nach Sahlenburg. Auf Wiedersehen im Biosphärenreservat Hamburgisches Wattenmeer!
Barrierefrei besuchen
Das Biosphärenreservat ist nicht vollständig barrierefrei. Möglich ist eine Anfahrt mit Wattwagen oder Fahrgastschiff nach Neuwerk (bitte vorher mit den Transportunternehmen Kontakt aufnehmen und die Mitfahrmöglichkeiten im Einzelfall abklären). Auf Neuwerk sind nur die Wege im Binnengroden weitgehend barrierefrei. Das Nationalpark-Haus mit seiner Dauerausstellung im Erdgeschoss ist barrierefrei eingerichtet. Hier kann auch geklärt werden, welche Veranstaltungsangebote ggf. individuell barrierefrei angepasst möglich sind.
Anreise
Mit Bahn oder Auto nach Cuxhaven.
Die Insel Neuwerk ist in der Regel einmal am Tag über das Watt und über das Wasser erreichbar. Je nach Wasserstand erreichen Sie die Insel:
- mit dem Schiff „MS Flipper“ von Cuxhaven „Alte Liebe“ (ca. 1,5 – 2 h)
- mit dem Wattwagen von Cuxhaven Sahlenburg (ca. 1,5 h)
- zu Fuß von Cuxhaven Sahlenburg bzw. Cuxhaven Duhnen (ca. 2,5 – 3 h)
Fahrpläne finden Sie auf der Website der Reederei Cassen Eils, den Wattwagenbetrieben und den Wattwander-Unternehmen. Bitte melden Sie sich rechtzeitig an.
Besuch- und Informationszentren
Tourismusinformation
Biosphärenreservat-Nationalpark-Station Neuwerk
Turmwurt
27499 Insel Neuwerk
Telefon 04721 692 71
np-station@bukea.hamburg.de
Besuch- und Informationszentrum
Biosphärenreservat-Nationalpark-Haus Neuwerk
27499 Insel Neuwerk
Telefon 04721 395 349
np-haus@bukea.hamburg.de