Das Gebiet
Naturnahe Bergmischwälder, bunt blühende Wiesen und Weiden, Zeugnisse der Eiszeit, regionale Spezialitäten und lebendige Traditionen prägen das Biosphärengebiet Schwarzwald. Die kontrast- und erlebnisreiche Region liegt im äußersten Südwesten Deutschlands nahe den Grenzen zur Schweiz und nach Frankreich. Sie erstreckt sich von 310 bis 1.420 Meter über Meereshöhe – reicht also vom milden Obstbauklima bis zum schneereichen Gebirgsklima. Während der letzten Eiszeit reichten die Gletscher bis in die Täler. Ihre Spuren sind bis heute als Moränen oder Trogtäler präsent. Im „Präger Gletscherkessel“ flossen – weltweit einzigartig – gleich sechs Gletscher zusammen.
Die bewaldeten Höhen, das Grünland und die tief im Gneis und Granit eingeschnittenen Täler fügen sich zu einer Schwarzwaldlandschaft wie aus dem Bilderbuch, einschließlich der traditionellen Schwarzwaldhöfe mit dem weit heruntergezogenen Walmdach. Aussichtsberge wie der Schauinsland, der Belchen und das Herzogenhorn ermöglichen Weitsichten bis zu den schneebedeckten Alpen und über den Rhein bis zu den Vogesen. Zur milden Jahreszeit lässt sich die einzigartige Natur auf zahlreichen Premiumwanderwegen entdecken. Im Winter locken traumhafte Langlaufloipen und einsame Schneeschuhtouren.
Vor allem die artenreichen Allmendweiden, gemeinschaftlich genutzten Bergweiden, zeichnen die Kulturlandschaft des Biosphärengebiets Schwarzwald aus. Auf diese Hochweiden trieben die Menschen ihre Rinderherden über Jahrhunderte hinweg. Die daraus entstandene und von der UNESCO ausgezeichnete „grünlandreiche Waldlandschaft“ umfasst zum Beispiel imposante, von Verbiss geprägte „Weidbuchen“. Zum Erhalt der Landschaft tragen heute auch gefährdete Rinderrassen wie die Hinterwälder bei, deren Fortbestand das Biosphärengebiet etwa durch neue Vermarktungsstrategien für Fleisch sichern will.
In der waldreichen Region haben sich die Schwarzwälder*innen zudem ein großes Wissen über die Nutzung des nachhaltigen Rohstoffes Holz angeeignet – dies reicht vom Holzbau über das Holzhandwerk bis zur Schnitzkunst. Im Sinne des Klimaschutzes gilt es, diesen Kompetenzvorsprung im Biosphärengebiet auszubauen. Typisch für den Schwarzwald sind darüber hinaus vielfältige Traditionen, die in den abgeschiedenen Tälern bis heute lebendig sind. So hat fast jedes Dorf eine eigene Tracht, eigene Bräuche und Festtage. Jahreshöhepunkt ist die alemannische Fasnacht mit ihren Umzügen und Ritualen. Zur hohen Identifikation der Menschen mit ihrer Region trägt auch die alemannische Mundart bei, die bis heute leidenschaftlich gepflegt wird. Spannende Museen wie das Heimatmuseum Resenhof in Bernau, das Hebel-Museum in Hausen oder das Textilmuseum in Zell machen die Traditionen und Bräuche anschaulich und erlebbar.
Naturschutz
Das Biosphärengebiet Schwarzwald umfasst für die Biodiversität besonders bedeutsame geologische, natürliche und kulturell geprägte Lebensräume. Charakteristisch sind insbesondere:
- großflächige, teilweise als Allmendweiden gemeinschaftlich genutzte Weidfelder in je nach Standort und Höhenlage unterschiedlicher Ausprägung,
- die eiszeitlich geprägten Lebensgemeinschaften der Hochlagen mit zahlreichen Eiszeitreliktarten, unter anderem mit Karen (beispielsweise Feldsee), heute noch aktiven Lawinenbahnen, Quell- und Rieselfluren,
- naturnahe Buchen- und Buchen-Tannenwälder unterschiedlicher standörtlicher, nutzungsbedingter und struktureller Ausprägung (Femelwälder, Plenterwälder, Hochwälder) in submontaner bis hochmontaner Lage,
- Schluchtwälder in feuchten Lagen, Block- und Hangschuttwälder im Umfeld von Felsen, hochmontane Bergmischwälder mit natürlichen Fichtenvorkommen,
- offene Block- und Schutthalden sowie Felsen,
- Moore unterschiedlicher Ausprägung,
- natürliche und naturnahe Fließgewässer einschließlich ihrer Begleitvegetation sowie Quell- und Hochstaudenfluren,
- magere Flachland- und Bergmähwiesen,
- durch frühere oder aktuelle Nutzungen bedingte Sonderstrukturen wie beispielsweise Stollen und Abraumhalden aus dem Bergbau, Steinriegel, Trockenmauern, Weidbuchen, Kohlplätze.
Aktiv vor Ort
Ein Tag vor Ort
Schauinsland: Aussicht, Natur und Geschichte
Von Freiburg aus mit der Schauinslandbahn auf einen der höchsten Gipfel des Biosphärengebiets Schwarzwald gondeln. Vom Gipfel (1.284 Meter) den Blick bis zu den Alpen genießen. Das historische Silberbergwerk erkunden. Durch lichte Bergwälder und bunte Wiesen zum über 400 Jahre alten „Schniederlihof“ wandern. Im Museum Schwarzwaldgeschichte erleben. Zu Fuß weiter nach Hofsgrund und von dort per Bus nach Oberried. Zum Abschluss Einkehr im Gasthaus „Zum Goldenen Adler“. Zurück nach Freiburg per Bus und Bahn.
Eine Woche vor Ort
Vom Ursprung des Wintersports bis zum magischen Gipfel
- Montag: Per Höllentalbahn nach Hinterzarten. Schwarzwälder Skimuseum besichtigen. Wanderung über den Hochmoor Rundweg oder zum Ospelehof mit eigener Naturkosmetik.
- Dienstag: Fahrt nach St. Blasien und Besuch im Dom, einer der größten Kuppelkirchen Europas. Menzenschwand: Entspannen im Radon Revital Bad oder Besuch im Museum „Le Petit Salon“ über Europas Fürstenmaler F. Xaver und H. Winterhalter.
- Mittwoch: Mit der Bahn nach Zell im Wiesental. Besichtigung des Wiesentäler Textilmuseums. Wanderung nach Häg-Ehrsberg. Mit dem Bus zurück zum Ausgangspunkt.
- Donnerstag: Radtour um den Schluchsee (18 Kilometer), im Sommer mit Badestopp. Einkehr im Unterkrummenhof auf der Südseite des Sees. Anschließend Schiffsfahrt auf dem See mit der MS Schluchsee, Startpunkt am Strandbad.
- Freitag: Besuch in Bernau mit Besichtigung des Hans-Thoma-Kunstmuseums oder des Heimatmuseums Resenhof zur Tradition der Holzverarbeitung, Wandertour auf dem Hochtalsteig.
- Samstag: Entlang der 14 Kilometer langen Etappe am Hebel-Wanderweg von Zell im Wiesental nach Steinen den alemannischen Versen von Johann Peter Hebel durchs Biosphärengebiet folgen.
- Sonntag: Ausflug zum Belchen, Bergseilbahn zum Höhengasthaus. Der „magische Gipfel“ bietet Fernsichten auf die Schweizer Alpen, den französischen Jura und die Vogesen.
Barrierefrei besuchen
Kulturelles und Museen
- Dom in St. Blasien.
- Modellbahnzentrum Schluchsee
- Schwarzwälder Skimuseum in Hinterzarten
- Spielzeugmuseum „Zum kleinen Hannes“ in Hinterzarten
- Schwarzwald-Rosen-Sortimentsgarten im Rosendorf Nöggenschwiel
- Münsterplatz Freiburg mit Münstermarkt
- Augustinermuseum Freiburg
Naturerlebnis
- Schauinslandbahn, Freiburg
- Todtnauer Wasserfälle
- Bootsfahrt auf dem Schluchsee
Sportlich
- „Barrierefreies Segeln“ auf dem Schluchsee
- Barrierefreie Runde von Häusern über die Wittemle-Hütte im Hochschwarzwald
- Belchen Seilbahn zum Höhengasthaus
- Bergseilbahn auf den Schauinsland, barrierefreier Rundweg
- Hochmoor-Rundweg bei Hinterzarten
- Seerundweg Schluchsee (18 Kilometer)
- Barrierefreie Rad- und Wanderwege im Dreisamtal (Oberried)
- Steinwasenpark in Oberried, teilweise barrierefrei
- Eugen-Keidel-Bad Freiburg
- Radon Vital Bad St. Blasien-Menzenschwand
Anreise
Mit der Bahn:
von Freiburg per Höllentalbahn bis Kirchzarten oder bis Schluchsee, von dort mit dem Bus ins Biosphärengebiet. Von Kirchzarten mit dem Bus nach Todtnau. Von Basel (Badischer Bahnhof) mit der
Wiesentalbahn nach Zell im Wiesental
Mit dem Auto:
A 5 bis Freiburg, B 31 bis Kirchzarten, L 126 über Notschreipass nach ins Wiesental
A 81 bis Geisingen, B 31 bis Titisee-Neustadt, B 500 über den Feldberg nach Todtnau
Besuch- und Informationszentren
Schwarzwald Tourismus GmbH
Wiesentalstraße 5
79115 Freiburg
Tel.: 0761 89646 – 0
mail@schwarzwald-tourismus.info
schwarzwald-tourismus.info
Darüber hinaus gibt es leicht zugängliche dezentrale Infostellen mit aktuellen Inhalten zu Zielen, Themen und Aktivitäten des Biosphärengebiets.