Geheimtipp: Am Tauerwiesenteich gibt es immer etwas zu beobachten!
© Dirk Weis
Biosphärenreservate

Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Das UNESCO Biosphärenreservat „Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft“ im Osten des Freistaates Sachsen ist das größte zusammenhängende Teichgebiet Deutschlands. Es liegt inmitten einer historisch gewachsenen Kulturlandschaft mit einer bemerkenswert reichen Naturausstattung und einer besonderen Bedeutung für den Natur- und Artenschutz. Die viele Jahrhunderte lang ausgeübte Teichwirtschaft hinterließ eine Vielzahl von Teichen, in denen heute noch vor allem Karpfen gezüchtet werden.
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Die Namen gebenden Heideflächen blühen im August kräftig violett.
© Dirk Weis
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Teiche bieten nicht nur dem Karpfen Lebensraum. Im Röhricht finden Arten wie Rotbauchunke und Rohrdommel Nahrung und Zuflucht.
© Dirk Weis
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Das Besucherzentrum des UNESCO-Biosphärenreservats Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft – das Haus der Tausend Teiche.
© Bodo Hering
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Im Haus der Tausend Teiche erwartet die Besucher*innen eine multimediale Ausstellung zum Biosphärenreservat.
© Karsten Nitsch
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Artenreiche Orchideenwiese bei Rauden
© Dirk Weis
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Die Pflege der Heideflächen erfolgt bis heute mit Schafen.
© Ralf M. Schreyer
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Zu den Warthaer Naturmärkten wird neben frischen regionalen Produkten auch Handwerkskunst und sorbische Kultur geboten.
© Karsten Nitsch
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Die Spreeaue bei Halbendorf – ein idyllischer Ort zum Verweilen
© Dirk Weis
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An über 30 Stationen die Natur erleben – der Naturerlebnispfad Guttauer Teiche und Olbasee bietet Stationen für alle Sinne.
© Stefanie Blaß
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Der Seeadlerrundweg führt auf 88 km durch das Biosphärenreservat. 14 Stationen laden zur Rast und zum Beobachten ein und bieten Infos zum Seeadler, zur Kultur und zum Gebiet.
© Bodo Hering
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Binnendünen sind Relikte der Eiszeit und im Biosphärenreservat oft neben Feuchtstandorten anzutreffen.
© Dirk Weis
Die Namen gebenden Heideflächen blühen im August kräftig violett.
© Dirk Weis

Gründungsjahr

1994

Größe in km²

301

Geografische Lage

60 Kilometer nordöstlich von Dresden in der Oberlausitz (Sachsen)

Landschaften

Äcker, Dünenwälder, Feucht- und Trockenheiden, Fließgewässer, Flussauen, Frisch- und Nasswiesen, Moore, Röhrichte, Trockenrasen, über 350 Teiche

Das Gebiet

Mehr als 350 Teiche, eingebettet in Dünenwälder, Feuchtwiesen, karge Äcker, Flussauen und Heiden – eine außergewöhnliche Vielfalt von Lebensräumen seltener Pflanzen und Tiere findet sich im Osten Deutschlands. Das Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet ist über viele Jahrhunderte durch menschliche Besiedlung entstanden. Die slawischen Siedler*innen, die nach 600 n. Chr. hierher kamen, nannten das von Sümpfen und Wäldern bedeckte weite Land „Łužica“ (Sumpfland), daran erinnert die Bezeichnung „Lausitz“. Der erste urkundliche Nachweis der Anlage von Fischteichen datiert aus dem Jahr 1248. Im 15. und 16. Jahrhundert war die Teichfischerei bereits ein wichtiger Erwerbszweig. Ab Beginn des 18. Jahrhunderts entwickelte sich daraus eine leistungsfähige Teichwirtschaft.

Die Fortführung der naturnahen Teichbewirtschaftung zur Erzeugung von Karpfen und anderen Speisefischen ist elementar für die Region. Idealerweise sollte sich die Produktion an Richtlinien der Ökologischen Erzeugung orientieren, wie es bereits im Projekt „Oberlausitzer Biokarpfen“ erprobt wurde. Die Voraussetzungen für eine ökologische Bewirtschaftung des Karpfens in der Oberlausitz sind durch seine Zertifizierung als „geschützte geographische Herkunftsangabe“ vorhanden. Die Fischer*innen achten hierbei auf einen angemessenen Bestand, sodass die Karpfen überwiegend die natürlich im Gewässer vorkommenden Kleinlebewesen nutzen können und nur eine geringe Menge von ökologisch erzeugtem Getreideschrot als Zufutter benötigen. Die Jahrhunderte alte Tradition der Karpfenproduktion lebt auf diese Weise neu und nachhaltig wieder auf.

Doch die Tätigkeiten der Biosphärenreservatsverwaltung Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft konzentrieren sich nicht nur auf die Teichwirtschaft, denn auf dem Land wird die Renaissance für alte Getreidesorten wie „Jägers Norddeutscher Champagnerroggen“ oder „Alter Pommerscher Dickkopfweizen“ gefeiert. Reduzierter Düngemittel- und Herbizideinsatz schaffen beste Voraussetzungen, um auf dem Getreidefeld auch Ackerwildkräutern, z. B. der Kornrade, eine Chance zu geben. Weite Transporte werden vermieden, denn das Getreide wird in einer regionalen Mühle gemahlen und von Bäckereien im Biosphärenreservat verarbeitet – das verkürzt die Wege vom Feld zu den Kund*innen.

Naturschutz

Das Biosphärenreservat ist von einer unerwartet vielfältigen Landschaft charakterisiert, in der Teiche, Moore, Heiden und Dünen in einer beeindruckenden Kleinteiligkeit vorzufinden sind. So kommen auch 153 Pflanzenarten der Roten Liste Sachsens vor. Zu den 150 Brutvogelarten zählen Kranich, Wiedehopf und Rohrdommel. In vielen Dörfern zeigt man stolz auf sein Storchenpaar. Der Fischotterbestand zählt zu den stärksten Vorkommen in Deutschland. Bis heute hat sich auch die deutsch-sorbische Besiedlung erhalten. Zweisprachigkeit und viele lebendige Traditionen wie die Vogelhochzeit, das Osterreiten und das Hexenbrennen zeugen davon. In rund 60 Dörfern ist die wechselvolle Geschichte der Lausitz in vielen Details noch lebendig. Die Menschen der Region sind daran interessiert, ihr Brauchtum zu erhalten oder neu zu beleben. Dazu tragen auch die Naturmärkte im Biosphärenreservat mit ihren regionalen Produkten und die herbstlichen Fischerfeste anlässlich der Abfischung der Teiche bei.

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort

Zu Fischern und Seeadlern

Besuch des Infozentrums „HAUS DER TAUSEND TEICHE“ in Wartha – zentrale Anlaufstelle im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide-und Teichlandschaft. Besichtigung der Ausstellung „Karpfenaufzucht im Wechsel der vier Jahreszeiten“ mit Riesenaquarium und Wassererlebnisgelände im Außenbereich. Mittagsimbiss mit regionaltypischen Speisen. Danach Wanderung auf dem Naturerlebnispfad „Guttauer Teiche und Olbasee“ (der Olbasee ist eine ehemalige geflutete Braunkohlengrube, die heute zum Camping und Baden einlädt), danach geht es ins Schulmuseum in Wartha, Abendessen im „Eisvogel“.

Alternativ startet morgens unsere Radtour auf dem Seeadlerrundweg. Die Tour führt über Weigersdorf nach Mücka und Kreba-Neudorf mit vielen Informationsstellen und Beobachtungsmöglichkeiten. Von dort weiter nach Klitten an den Bärwalder See (auch das ist ein ehemaliger Tagebau). Nach einer erholsamen Rast und einer Stärkung am Yachthafen geht es über Uhyst, Mönau, Lieske, Neudorf / Spree und Halbendorf / Spree nach Lömischau. Hier Einkehr zum Abendessen in die Gaststätte „Gute Laune“ und dann zurück nach Wartha.

Eine Woche vor Ort

„Gute Laune“ und die Vogelschutzwarte

  • Montag: Exkursion ins Wolfsgebiet, am Nachmittag Besichtigung der Schrotholzhaussiedlung im Erlichthof Rietschen und des Museumsgehöftes. Dort auch Besuch der Wolfsausstellung, Abendessen in der Erlichthofsiedlung.
  • Dienstag: HAUS DER TAUSEND TEICHE, Naturerlebnispfad „Guttauer Teiche und Olbasee“. Mittags in der Gaststätte „Gute Laune“ Lömischau Fisch nach Lausitzer Rezepten. Danach Schulmuseum in Wartha.
  • Mittwoch: Stadtbesichtigung von Bautzen: Altstadt, Ortenburg, Alte Wasserkunst, Stadtmuseum.
  • Donnerstag: Barockschloss Milkel mit Parkrundgang. Dann Besuch von Schloss und Park Neschwitz mit Vogelschutzpavillon und Naturschutzstation.
  • Freitag: Besuch in Görlitz: Naturschutz-Tierpark, historische Altstadt, Parkanlagen und Landes­krone (Hausberg).
  • Samstag: Besuch des Pücklerschlosses und des Muskauer Parks (UNESCO-Weltkulturerbe). Anschließend ins Krauschwitzer Erlebnisbad.
  • Sonntag: Ins Oberlausitzer Bergland. Von den Höhen herrliche Sicht. Essen in gemütlicher Bergbaude in der Gemeinde Hohendubrau (Baude Lausitzblick, Monumentberg).

Barrierefrei besuchen

  • Haus der Tausend Teiche (Besucherzentrum)
  • Naturerlebnispfad Guttauer Teiche
  • Olbasee

Anreise

Mit der Bahn: nach Bautzen oder Mücka, dann weiter mit Buslinie 501 nach Guttau. Von der Haltestelle in Guttau zu Fuß, über einen Naturpfad nach Wartha.

Mit dem Bus: Linie 501 Bautzen-Mücka-Bautzen bis Guttau. Von der Haltestelle in Guttau zu Fuß, über einen Naturpfad nach Wartha.

Mit dem Auto: A 4, Abfahrt Bautzen-Ost, B 156 Richtung Weißwasser, am Stausee Bautzen rechts Richtung Niesky (S 109), in Guttau links abbiegen nach Lömischau und Wartha

Besuch- und Informationszentren

Verein zur Entwicklung der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft e. V.
Regionale Tourismusentwicklung
Gutsstraße 4c
02699 Königswartha
Telefon 035931 212 20
info@oberlausitz-heide.de
www.oberlausitz-heide.de

HAUS DER TAUSEND TEICHE
Warthaer Dorfstraße 29
02694 Malschwitz OT Wartha
Telefon 035932 365 60
tausendteichehaus.broht@sachsenforst.sachsen.de
haus-der-tausend-teiche.de

Kontakt

Fragen zum Gebiet?

Gebiet zugehörige Schutzprojekte

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