Intaktes Moor
© Sophia M. Phildius | Wissenskommunikation

Natürlicher Klimaschutz in intakten Mooren

Wusstest du, dass ein intaktes Moor funktioniert, wie ein riesiger Schwamm, der Wasser speichern kann? Es ist die perfekte Umgebung für die Entstehung von Torf, der viel Kohlenstoff bindet. Auch viele spezialisierte Tier- und Pflanzenarten finden hier ihren Lebensraum.

Eine Illustration eines beeinträchtigten Moors. Ein Bagger baut Torf ab, Gräben leiten das Wasser aus dem Gebiet und Landwirtschaft in Form von Maisanbau und Rinderhaltung werden auf den Flächen betrieben.

Entwässertes Moor

Der Abbau von Torf und die Entwässerung von Mooren, zum Beispiel, um die Flächen landwirtschaftlich als Grünland zu nutzen, schädigen Moorökosysteme. Dabei ist die Klimabilanz verheerend: Bei entwässerten Mooren wird zwar kein Methan freigesetzt, dafür steigt der Ausstoß von Kohlenstoff (in Form von CO₂) stark an, da der freigelegte Torf mit Sauerstoff reagiert. Außerdem gehen wichtige Lebensräume der Tier- und Pflanzenarten verloren, die sich auf nasse, nährstoffarme Standorte spezialisiert haben. In Deutschland sind intakte Hochmoore und Niedermoore stark gefährdet: Etwa 95 Prozent von ihnen gelten bereits als geschädigt oder zerstört.

Renaturierungsmaßnahmen

Entkusseln – Landschaft öffnen

Entkusseln – Landschaft öffnen

Büsche und Bäume werden entfernt, um die Verdunstung zu senken und den Lichtgenuss für torfbildende Moose zu erhöhen.

Gräben auffüllen

Gräben auffüllen

So wird der Abfluss von zu viel Wasser gestoppt und der Wasserspiegel steigt im Moor wieder an.

Trockenen Torf abtragen

Trockenen Torf abtragen

So kann sich neuer Torf bilden, statt zu zerfallen und Nährstoffe freizusetzen.

Torfmoose pflanzen

Torfmoose pflanzen

Spezielle Pflanzen helfen dabei, neuen Torf zu bilden und den Wasserspiegel zu stabilisieren.

¹ Wichtig ist: Birken „pumpen“ Moore nicht aktiv leer; sie profitieren von der durch den Menschen eingeleiteten Entwässerung, sind aber nicht deren Verursacher. Das Entkusseln beschleunigt den Übergang zu moortypischer Vegetation, bleibt ohne gleichzeitige Wiedervernässung jedoch oft wirkungslos. Erst dauerhaft hohe Wasserstände drängen die Birke nachhaltig zurück, da sie bei echtem Überstau von Natur aus abstirbt.

Eine Illustration eines intakten Moors. Das Gebiet hält viel Wasser, bietet einen Lebensraum für typische Tier- und Pflanzenarten, wie den Kranich oder Wollgras und ist nur wenig bewaldet.

Intaktes Moor

Die Entstehung und die weitere Entwicklung eines Moores sind von vielen Faktoren abhängig, wie Klima, Geologie, Relief, sowie Wasser- und Nährstoffhaushalt. Wie Schwämme sammeln und speichern sie Wasser. Durch die hohen Wasserstände in intakten Mooren ist der Boden von der Luft abgeschlossen: optimale Bedingungen für die Entstehung von Torf. Neben den Torfmoosen gibt es weitere spezialisierte Tier- und Pflanzenarten, die an Moore angepasst sind und hier einen wertvollen Lebensraum finden. Zum Beispiel leben hier Moorfrösche und es wächst der seltene Sonnentau.

Bedeutende Lebensräume für den Klimaschutz

Diese Lebensräume spielen eine entscheidende Rolle im natürlichen Klimaschutz, indem sie wichtige Ökosystemleistungen erbringen und Heimat für viele Tier- und Pflanzenarten sind:

Lebensraum Moor

Intakte Moore sind bedeutende Wasserspeicher in der Landschaft, binden Kohlenstoff im Boden und bieten Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten. 

Intakte Moore
Lebensraum Moor
Intaktes Moor
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Lebensraum Wald und Wildnis

Naturnahe Wälder können sich gut an die verändernden klimatischen Bedingungen anpassen. Die Bäume unterschiedlichen Alters bieten außerdem verschiedene Lebensräume für Pilze, Insekten, Vögel und Säugetiere. 

Naturnahe Wälder
Lebensraum Wald und Wildnis
Naturnaher Wald
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Lebensraum Auen und Fließgewässer

Für den Hochwasserschutz stellen Auen einen entscheidenden Faktor zur Regulierung dar. Gleichzeitig bieten sie Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die vom Aussterben bedroht sind.

Lebendige Auen
Lebensraum Auen und Fließgewässer
Lebendige Auen
© Sophia M. Phildius | Wissenskommunikation

Lebensraum Küsten und Meere

Seegras- und Salzwiesen sind wichtige Lebensräume an den Küsten der Nord- und Ostsee. Sie beheimaten eine Vielzahl von spezialisierten Tier- und Pflanzenarten und tragen durch die Bindung von Kohlenstoff zum Klimaschutz bei.

Dynamische Küsten
Lebensraum Küsten und Meere
Dynamische Küsten
© Sophia M. Phildius | Wissenskommunikation

Landwirtschaftlich geprägte Lebensräume

Ein Mosaik aus Wäldern, Wiesen, Wasserflächen sowie landwirtschaftlichen Nutzflächen hält viele Ökosystemleistungen bereit und trägt so zum Klimaschutz bei.

Vielfältige Felder
Landwirtschaftlich geprägte Lebensräume
Viefältige Felder
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Lebensraum vielfältige Städte und Dörfer

Auch in Städten und Dörfern kann es viel Natur geben, zum Beispiel Parks oder Gärten. Besonders für Tiere und Pflanzen sind natürliche Flächen in Siedlungen wichtig, aber auch für uns Menschen bringen sie viele Vorteile.

Blühende Stadtnatur
Lebensraum vielfältige Städte und Dörfer
Blühende Stadtnatur
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Ein Abend im Moor im Naturpark Hohes Venn-Eifel
© VDN-Fotoportal/Raimund Knauf

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