Ehrenamtliche Tätigkeiten werden ohne eine monetäre Entlohnung im klassischen Sinn geleistet. Vor diesem Hintergrund gehört es zu professionellem Freiwilligenmanagement, dass Ehrenamtlichen andere Formen des „Lohns“ – Be“lohn“ung und Dank – erhalten. Dies erfordert, dass das hauptamtliche Schutzgebietspersonal, und als Vorbild insbesondere die Schutzgebietsleitung, eine positive und anerkennende Haltung gegenüber Freiwilligen deutlich lebt. In der Umsetzung heißt es: Es müssen einerseits Strukturen geschaffen werden, damit Anerkennung von Freiwilligen ihren formellen und festen Platz im Schutzgebietsmanagement hat und somit zum Standard wird.

Andererseits bedeutet eine „Anerkennungskultur“ der Nationalen Naturlandschaften, dass Freiwillige eine persönliche Wertschätzung erfahren. Als besondere Anerkennung werden Maßnahmen wahrgenommen, die Bezug nehmen auf individuelle Vorlieben, Interessen und Tätigkeiten der Freiwilligen sowie auf ihre persönliche Motivation, sich ehrenamtlich zu engagieren. Diese beiden Aspekte – Verankerung als Standard und individuelle Form – können bei Maßnahmen zur Anerkennung freiwilliger Tätigkeiten häufig kombiniert werden. Geeignete Formen der Anerkennung ehrenamtlichen Engagements sind z.B.:
- Freundlicher Umgang
- Informelle Danksagung und Lob durch Hauptamtliche zu aktuellen Anlässen
- Zeit für ein Gespräch
- Erfahrungsaustausch mit anderen Freiwilligen und Hauptamtlichen
- Übertragung von Verantwortung
- Verpflegung der Freiwilligen bei Arbeitseinsätzen
- Gemeinsame Besichtigung von Arbeitsergebnissen, z.B. blühende Orchideenwiese im Jahr nach Wiesenmahd
- Gesellige/erlebnisreiche Aktionen, z.B. gemeinsames Picknick am Lagerfeuer, Mitnahme zu außergewöhnlichen Monitoringexkursionen, gemeinsame Wanderungen
- Auslagenerstattungen
- Regelmäßige Information über aktuelle Entwicklungen im Schutzgebiet (siehe auch „Partizipation“)
- Möglichkeiten, persönliche Meinungen zu äußern und eigene Ideen einzubringen (siehe auch „Partizipation“)
- Gelegenheiten, eigene Arbeitsergebnisse zu präsentieren, z.B. auf interner Sitzung, auf Infotafel im Schutzgebiet
- Namentliche Nennung von Freiwilligen bei Veröffentlichung von Arbeitsergebnissen
- Öffentlichkeits-/Pressearbeit, z.B. Artikel über Engagement von Freiwilligen in regionaler Zeitung, im Jahresbericht, Vorstellung der Freiwilligen auf Internetseite, in interner Mitarbeiterzeitung – Schriftlicher Dank z.B. zum Geburtstag, zu Weihnachten/zum neuen Jahr
- Kleine Geschenke, z.B. zum Saisonabschluss oder zum Abschied
- Urkunde, Zertifikat, Zeugnis, Empfehlungsschreiben o.ä. als Bescheinigung der Art und Umfang geleisteter Tätigkeit
- Ehrungsveranstaltung, z.B. zum Saisonabschluss mit Würdigung durch (politischen) Würdenträger der Region
- Einladung zu Feiern des Schutzgebietes, evtl. mit Verzehrgutschein o.ä.
- Kostenloser oder ermäßigter Eintritt in Großschutzgebiets-Einrichtungen wie Infozentren, Tierpark o.Ä.
- Möglichkeiten, das eigene Hobby mit Naturschutzbezug zu präsentieren, z.B. Diavortrag, Fotoausstellung in Räumlichkeiten des Schutzgebietes
- Nutzung von Ausstattung und Technik des Schutzgebietes
Auch Hauptamtliche, die sich für das Freiwilligenprogramm einsetzen, Ehrenamtliche betreuen und sie unterstützen, haben Wertschätzung verdient. Häufig bieten Maßnahmen zur Anerkennung von Freiwilligen gute Gelegenheiten, auch die hauptamtlichen Betreuer*innen für ihren Einsatz zu würdigen. Dies fördert nicht zuletzt das Gemeinschaftsgefühl von Haupt- und Ehrenamtlichen und das Bewusstsein, als Team erfolgreich zu sein.
