Der Hochsteinfelsen bei Dahn ist eine ca. 200 Meter lange Felswand mit abgesicherter Aussichtskanzel und gilt als Eldorado für Kletterer.
© Arno Weiß
Biosphärenreservate

Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

Der Pfälzerwald ist seit 1992 Biosphärenreservat, seit 1998 bildet er gemeinsam mit dem Naturpark Nordvogesen das einzige grenzüberschreitende Biosphärenreservat Deutschlands. Das Buntsandsteingebirge ist diesseits und jenseits der Grenze nahezu komplett mit Wald bedeckt und bildet so das größte zusammenhängende Waldgebiet Westeuropas. Besonderheiten sind die mächtigen Traubeneichen sowie der Edelkastanienwald und die großen Weinbauflächen am Ostrand des Pfälzerwalds.
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Kletterer haben einen wunderschönen Blick vom Höllenberg über die Ortsgemeinde Lug.
© Arno Weiß
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Der Teufelstisch – Wahrzeichen des Pfälzerwaldes
© Arno Weiß
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Blick von der Burgruine Altdahn - Die Burgruine Altdahn liegt, zusammen mit den Ruinen Grafendahn und Tanstein, auf einem 250 langen Sandsteinfelsen. Sie ist die größte der drei Burgen.
© Arno Weiß
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Baumwipfelpfad beim Biosphärenhaus Fischbach hat einige Highlights zu bieten: 40 Meter hoher Aussichtsturm, Riesen-Wendelrutsche, 3 Wackelbrücken, 10 interaktive Spielstationen und vieles mehr.
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Infozentrum „Haus der Nachhaltigkeit“ bei Johanniskreuz bietet wechselnde Ausstellungen im Haus, Filme, ein interaktives 3-D-Landschaftsmodell und mehr als 40 außergewöhnliche Veranstaltungen über das ganze Jahr.
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Kletterer haben einen wunderschönen Blick vom Höllenberg über die Ortsgemeinde Lug.
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Gründungsjahr

1958

Größe in km²

1790

Geografische Lage

an der Grenze zu Frankreich, im Süden von Rheinland-Pfalz

Landschaften

intensiv genutztem Weinanbaugebiet, stark zerteiltes und geschlossen bewaldetes Mittelgebirge mit vorgelagertem flach geneigtem

Das Gebiet

Die Natur kennt keine Grenzen und das gilt für das deutsch-französische Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen ganz besonders. Wald, Wein und Buntsandstein, Lebensfreude, viel Sonne und Savoir Vivre – ganz im Herzen Europas.

Wer dieses größte zusammenhängende Waldgebiet Westeuropas von über 300.000 Hektar überfliegt, der sieht zuerst einmal nur Bäume. Doch beim näheren Hinsehen eröffnet sich den genau Betrachtenden die Vielfalt unter dem Blätterdach. In tief eingeschnittenen Bachtälern, auf bizarren Buntsandsteinfelsen und bunten Wiesen finden sich viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Wildkatze und Luchs, als „Charaktertiere“ der Region, entziehen sich gerne als nachaktive Jäger den Blicken der Wandernden. Sie sind gleichzeitig typische Bewohner unzerschnittener Lebensräume.

Mensch und Landschaft sind seit langer Zeit eng miteinander verzahnt. Forstwirtschaft, Erzgewinnung und Weinbau haben die Vergangenheit geprägt und formen noch heute diese einzigartige Kulturlandschaft. Von den Kelten zu den Römern, von mittelalterlichen Adeligen zu neuzeitlichen Imperialisten: Alle haben zwischen Rhein und Mosel Spuren hinterlassen, die heute noch zu sehen sind. Die Römer etwa brachten die Edelkastanien über die Alpen in die Region. Ihr Holz war notwendig für den Weinbau. Seither prägen üppige Edelkastanienwälder die Landschaft am östlichen Rand des Gebirges. Vor der Einführung der Kartoffel spielte die Kastanie eine wichtige Rolle als Grundnahrungsmittel – oft als „Brot des Waldes“ bezeichnet. Heute wird sie von Gourmets diesseits und jenseits der deutsch-französischen Grenze geschätzt. Das eigentliche Highlight der Holzwirtschaft ist jedoch die Pfälzer Werteiche, die seit dem Mittelalter für ihre hohe Qualität bekannt ist.

Neben den hügeligen Waldflächen zeigt sich ein mediterranes Flair am östlichen Rand des Biosphärenreservates. Mit über 1.800 Sonnenstunden gedeihen hier neben der Edelkastanie, Mandeln, Feigen, Kiwis und Zitronen sowie verschiedenste Rebsorten. In den alten Dörfern und auf den reizvollen Hohlwegen durch die Weinbergsterrassen spürt man die Geschichte einer historisch gewachsenen Weinkultur bei jedem Schritt.

Wie nachhaltiges Wirtschaften konkret funktioniert, woher Qualitäts-Produkte aus dem Biosphärenreservat kommen und wie traditionelle und ökologische Verarbeitungsweisen aussehen – dies können die Besucher*innen bei ausgewählten Partnerbetrieben erfahren. Mit dabei sind u. a. Bio-Winzereien, Gastrobetriebe, Landwirtschaftsbetriebe, Imkereien, Ölmühlen, Holzverarbeitende und Wildbretvermarkter*innen.

Bei der Liebe zur Natur, die die Pfalz und Frankreich verbindet, darf der Genuss nicht fehlen. Allen Besucher*innen sei deshalb empfohlen, auch einen der deutsch-französischen Biosphären- Bauernmärkte zu besuchen, die mehrmals im Jahr stattfinden. Alle Produkte, die angeboten werden, sind regional und ökologisch erzeugt.

Naturschutz

Der Pfälzerwald besitzt eine große Vielfalt an unterschiedlichen Lebensraumtypen trockener bis feuchter Standorte, neben den großen Waldgebieten z. B. Gewässer wie Bäche und Wooge, Bundsandsteinfelsen und Felsblockhalden, offene Wiesen, Heckenzüge, Streuobstbereiche bis hin zum Rebenland im Osten des Gebiets mit Resten von typischen Trockenbiotopkomplexen. Unter den bundesweiten „Hotspots der biologischen Vielfalt“ werden die im Biosphärenreservat Pfälzerwald gelegenen Landschaftsräume „Dahner Felsenland“ und „Haardtrand-Weinstraße“ als Hotspot Nr. 11 ausgewiesen.

Einige Naturschutzprojekte im Biosphärenreservat Pfälzerwald sind:

  • das deutsch-französische EU-Projekt „LIFE Biocorridors“ zur Schaffung eines grenzüberschreitenden Biotopverbunds
  • das Naturschutzgroßprojekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“; 50 Prozent des Fördergebiets sind Natura 2000-Flächen (gefördert durch das Programm „chance.natur“ Bundesförderung Naturschutz sowie durch die Aktion Grün des Umweltministeriums Rheinland-Pfalz)
  • die Sicherung von Winterquartieren baumbewohnender Fledermäuse (gefördert durch das Umweltministerium Rheinland-Pfalz)
  • das LIFE-Projekt zur Wiederansiedlung der Luchse im Pfälzerwald (getragen von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz)

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort

Mediterranes Flair und viel Gutes zum Genießen

Die Stadt Edenkoben (erreichbar mit dem Auto oder der Bahn) ist ein guter Ausgangspunkt für die Erkundung des Biosphärenreservats. Von hier schwebt man in der Sesselbahn vom Schloss Villa Ludwigshöhe hinauf zur Rietburg. Auf der Aussichtsterrasse kann man regionale Spezialitäten genießen und den Blick über die Landschaft der Weinstraße schweifen lassen. Ein Wanderweg führt anschließend zum Ludwigsturm mit weiter Aussicht über den Pfälzerwald. Von dort geht es weiter durch lichte Kastanien- und Kiefernwälder zum Schänzelturm und zum Forsthaus Heldenstein. Der Rückweg führt durchs romantische Edenkobener Tal vorbei an der Pfälzerwald-Vereinshütte wieder hinab nach Edenkoben (Gesamtstrecke 20 Kilometer, davon sind acht Kilometer Rückweg ab Heldenstein auch mit Wanderbus möglich).

Eine Woche vor Ort

Wälder, Felsen und eine Hand voll Burgen

  • Montag: Begeben Sie sich auf eine Rundwanderung von Roppeviller (Frankreich) über die deutsch-französische Grenze zum Altschlossfelsen.
  • Dienstag: Besichtigung der Burg Trifels, danach Wanderung* zum Rehbergturm und zur Burg Neukastell.
  • Mittwoch: Besuch des Wild- und Wanderparks der Südlichen Weinstraße bei Silz.
  • Donnerstag: Besichtigung der Pfalzgalerie in Kaiserslautern und Besuch des Hauses der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz.
  • Freitag: Besichtigung der Klosterruine Limburg* und des Pfalzmuseums für Naturkunde in Bad Dürkheim.
  • Samstag: Besuch der Ausstellung im Hambacher Schloss und der Altstadt von Neustadt an der Weinstraße.
  • Sonntag: Drei-Burgen-Tour* entlang der französischen Grenze mit Besuch des Be­sucherbergwerks in Nothweiler.

* Führungen mit reizvollen Details zu Natur und Kultur bieten die zertifizierten Biosphären-Guides an (ganzjährig; Infor­mationen auf der Website des Biosphärenreservats

Barrierefrei besuchen

Direkt beim Partnerbetrieb Landgasthof Forelle befindet sich der barrierefreie Naturerlebnispfad Eiswoog, der den See für Menschen mit Behinderung zugänglich macht. Rollstuhlfahrer können an speziellen Uferstegen und Holzplattformen den See mit allen Sinnen genießen. Ein besonderes Erlebnis bietet die Möglichkeit, eine Bootsfahrt auf dem See zu unternehmen.

In Deidesheim, Neustadt, Maikammer, Annweiler und Bad Bergzabern bieten speziell geschulte Gästeführer*innen Führungen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen – insbesondere Geh-, Seh- und Hörbehinderungen – an.

Anreise

Mit der Bahn:
Bahnhöfe in Neustadt/Weinstraße, Kaiserslautern, Pirmasens, Edenkoben, Landau.

Mit dem Auto:
A 6 bis Kaiserslautern oder A 65 bis Neustadt, Landau und Bad Bergzabern oder A 62 bis Pirmasens.

Besuch- und Informationszentren

Tourismusinformation

Pfalz Touristik
Martin-Luther-Straße 69
67433 Neustadt/Weinstraße
Tel.: 06321 3916-0
info@pfalz-touristik.de
pfalz.de

Besuch- und Informationszentren

Pfalzmuseum für Naturkunde
Kaiserslauterer Straße 111
67098 Bad Dürkheim
pfalzmuseum.de

Haus der Nachhaltigkeit
Johanniskreuz 1a
67705 Trippstadt
hdn.wald.rlp.de

Kontakt

Fragen zum Gebiet?

Gebiet zugehörige Schutzprojekte

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