Das Gebiet
Die naturnahen Elbufer und ihre Auenwiesen mit Altarmen und Stillgewässern sind Jahr für Jahr Zwischenstation für Zugvögel, die hier in großen Schwärmen Kraft für den Weiterflug tanken. Die Niedersächsische Elbtalaue ist Teil eines der bedeutendsten Vogelrastgebiete im norddeutschen Raum. Zwischen Oktober und März halten sich hier bis zu 100.000 nordische Gänse und 3.000 Sing- und Zwergschwäne auf. Die anliegenden Raps- und Getreideäcker bieten für die Vögel ein attraktives, energiereiches Nahrungsangebot – in der Vergangenheit oft zur Sorge der Landwirte. Mit einem EU-kofinanzierten Förderprogramm wurde ein wirkungsvolles Gastvogelmanagement entwickelt, das ein gelungenes Beispiel für die Annäherung der Interessen von Landwirtschaft und Naturschutz ist und deutlich macht, wie die praktische Arbeit in einem Biosphärenreservat aussieht.
Auch an anderen Stellen wurden die Interessen von Naturschutz und Wirtschaft vereint, so z. B. im Tourismus. Ob Wandern, Angeln, Reiten, Schiffsausflüge, Kanu- oder Radtouren, zu allen Jahreszeiten hat die Elblandschaft etwas zu bieten. Neben der Bewahrung und Pflege des regionalen Natur- und Kulturerbes werden Arbeitsplätze geschaffen und erhalten – ein wichtiger Nebeneffekt. Mit wachsender Besucher*innenzahl hat sich in kurzer Zeit ein umfangreiches Service- und Informationsangebot im Umfeld der touristischen Routen entwickelt. Dazu gehören Fahrradverleih, Reparaturservice, regionaltypische gastronomische Angebote, Unterkünfte in Hotels, Heuhotels und Radlerpensionen, Fahrdienste, Rufbusse und viele andere Angebote.
Naturschutz
Ein großer Teil der Niedersächsischen Elbtalaue ist Bestandteil des europäischen ökologischen Netzwerks „Natura 2000“. Etliche Lebensräume, die von der Elbe und ihren Nebenflüssen regelmäßig überschwemmt werden, sind daher streng geschützt – hierzu zählen z. B. Auenwälder, mäßig intensiv bewirtschaftete Wiesen und Weideflächen oder Hochstaudenfluren. Die Erhaltung dieser Biotope und der darin lebenden Tier- und Pflanzenarten ist ein wesentliches Ziel der Naturschutzarbeit im Biosphärenreservat.
Wichtige Partner für die Umsetzung der Naturschutzziele sind neben den Naturschutzverbänden die landwirtschaftlichen Betriebe. Sie werden finanziell gefördert, wenn sie ihre Flächen naturschutzgerecht bewirtschaften.
Beispiele für aktuelle Naturschutzmaßnahmen
- Entwicklung eines „integrierten Auenmanagements“ zur Vereinbarkeit von Belangen des Hochwasserschutzes, des Naturschutzes und der Landwirtschaft
- Erhaltung der blumenbunten Wiesen und Weideflächen
- Gelegeschutz für Wiesenvogel-Arten wie Kiebitz, Brachvogel oder Bekassine
- Verbesserung der Lebensraumbedingungen für die seltene Rotbauchunke und den Moorfrosch
- Förderung der nordischen Gastvögel (Schwäne und Gänse)
Aktiv vor Ort
Ein Tag vor Ort
Malerische Dörfer und lebendige Vogelwelt
Im Sommer empfiehlt sich eine Radtour zu Familie Storch (42 Kilometer). Von Hitzacker aus setzt man mit der Elbfähre nach Herrenhof über. Stromaufwärts geht es an malerischen Dörfern und vielen Storchennestern vorbei zum verwunschenen Schlosspark Wehningen. Auf der eindrucksvollen Elbbrücke bei Dömitz wechselt man wieder auf die andere Elbseite und kehrt mit herrlicher Aussicht auf das Elbvorland nach Hitzacker zurück. Im Winter locken der Besuch der Ausstellung „Naturerleben an der Elbe“ im Biosphaerium Elbtalaue in Bleckede und die Beobachtung der riesigen Rastvogelschwärme in der Neuhäuser Elbmarsch.
Eine Woche vor Ort
Biber, Boote und das Grüne Band
- Montag: Stadtbesichtigung Bleckede, Biosphaerium Elbtalaue, Radtour in die Marschhufenlandschaft zwischen Radegast und Barförde.
- Dienstag: Archezentrum in Konau und Wanderdüne in Stixe.
- Mittwoch: Hitzacker: Archäologisches Zentrum, Wanderung „Zwischen Weinberg und Wolfsschlucht“.
- Donnerstag: Ausstellung am Markt in Dannenberg, Radtour durch die malerischen Dörfer der Dannenberger Marsch.
- Freitag: Baden und Boot fahren am Gartower See, Höhbeck-„Besteigung“, Nemitzer Heide.
- Samstag: Radtour „Grenzlehrpfad“, Grenzlandmuseum Schnackenburg.
Barrierefrei besuchen
Als Informationseinrichtungen des Biosphärenreservates besitzen sowohl das Biosphaerium Elbtalaue in Bleckede als auch das Archezentrum Amt Neuhaus in Konau eine Zertifizierung gemäß der „Reisen für alle“-Kriterien.
Bei Konau-Popelau in der Gemeinde Amt Neuhaus ist ein rollstuhlgerechter Weg mit Informationstafeln zur deutsch-deutschen Grenzgeschichte in leichter Sprache eingerichtet worden.
Anreise
Mit der Bahn:
bis Lauenburg und Dannenberg
Mit dem Auto:
über die B 5 , B 191, B 195 und B 216
Besuch- und Informationszentren
Biosphaerium Elbtalaue – Schloss Bleckede
Schlossstraße 10
21354 Bleckede
Telefon 05852 951 414
info@biosphaerium.de
biosphaerium.de
Archezentrum Amt Neuhaus
Elbstraße 11
19273 Amt Neuhaus OT Konau
Telefon 038841 607 70
archezentrum@amt-neuhaus.de
archezentrum-amt-neuhaus.de