Die Seen des Grumsin sind eine Besonderheit.
© Jens Reich
Biosphärenreservate

Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Offenes Land, Stille. Am weiten Himmel Adler und Kraniche. Alte, mächtige Buchen. Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in der Uckermark und dem Barnim gelegen ist eine eindrucksvolle Kulturlandschaft mit rund 240 Seen, tausenden Mooren, Wiesen, Äckern und ausgedehnten Buchenwäldern, die zu den größten Deutschlands gehören.
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Buchen, Steine, Land in Bewegung - das ist der Buchenwald Grumsin.
© Jens Reich
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In Naturschutzgebieten wird behutsam Holz geerntet – altes Handwerk kommt dem empfindlichen Boden zu Gute.
© Beate Blahy
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Alljährlich entflammen die Buchenwälder in atemberaubenden Herbstfarben.
© Beate Blahy
Buchen, Steine, Land in Bewegung - das ist der Buchenwald Grumsin.
© Jens Reich

Gründungsjahr

1990

Größe in km²

1300

Geografische Lage

Ca 80 Kilometer nordöstlich von Berlin in den Landkreisen Barnim und Uckermark mit geringen Anteilen in Märkisch Oderland und Oberhavel (Brandenburg).

Landschaften

Anteile des Oderbruchs, Grund- und Endmoränen, hügelige Offenlandschaft, im Südosten angrenzend an den Fluss Oder, Jungmoränenlandschaft im nordostdeutsches Tiefland, komplette glaziale Serie mit Sandern, mit Mooren, Seen und Söllen, Urstromtälern, Wälder

Das Gebiet

Ein stilles, dünn besiedeltes Land – und doch voller Leben! Kleinräumiges und oft extensives Wirtschaften hat über Jahrhunderte eine Kulturlandschaft wachsen lassen, die eine Vielzahl wildlebender Tier- und Pflanzenarten beheimatet.

Die abwechslungsreiche und störungsarme Landschaft aus Seen, Mooren, hügeligen Feldern und ausgedehnten Wäldern bietet anspruchsvollen Arten wie dem Grauen Kranich einen hervorragenden Lebensraum. Das Biosphärenreservat zählt zu einem der bedeutendsten Brutgebiete für Kraniche in Deutschland. Im Biosphärenreservat finden auch selten gewordene Pflanzen und Tiere einen Lebensraum, wie der Sumpfporst oder der Laubfrosch – andernorts sind diese Arten schon verschwunden. See-, Fisch- und Schreiadler ziehen ihre Kreise. Kreuzotter, Schlingnatter und die Rotbauchunke leben hier. Diese biologische Vielfalt zu erhalten, ist eine der Hauptaufgaben der Biosphärenreservate in Deutschland.

Verstreut im Land liegen mehr als 60 kleine Ortschaften, viele noch mit den Zeichen der vergangenen Geschichte in ihrem Gesicht. Holz, Lehm, Backstein waren die preiswerten Materialien, die das Dorfbild prägten, und die uns Heutige mit ihrer Bescheidenheit und harmonischen Ordnung beeindrucken. Bewahrung alter Kulturlandschaft umfasst auch die Pflege der alten Wege und Pflasterstraßen, nicht immer einfach, aber mit den Kommunen gemeinsam machbar. Und neben allem Althergebrachten steht ganz selbstverständlich die Moderne, die den heutigen Anforderungen gerecht wird mit entsprechender Infrastruktur.

Naturschutz

Charakteristisch für das waldreiche Gebiet sind auch die Tieflandbuchenwälder. Eine der Kernzonen des Biosphärenreservates ist der Buchenwald Grumsin, der 2011 als ein Teilgebiet der Weltnaturerbestätte „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ anerkannt wurde und sich auf dem Weg zurück zum Urwald befindet.

Dass viele Arten auch heute noch hier leben können, wird durch die angepasste landwirtschaftliche Nutzung, vor allem den ökologischen Landbau, gefördert. Auch die Kooperation mit vielen Betrieben, die die Zielsetzungen des Biosphärenreservates unterstützen, tragen zu der Landschaftsqualität bei. Durch die Vergabe des Prüfzeichens des Biosphärenreservates können Betriebe ausgezeichnet werden, die naturschutz- und umweltgerecht erzeugte Produkte oder Dienstleistungen anbieten. Die so zertifizierten Produkte vom Apfel über Bauhandwerk bis zu gastronomischen Angeboten sind ganz überwiegend aus regionalen Rohstoffen aus dem Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin hergestellt.

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort

Kloster und Schiffshebewerk

Ankunft mit Bahn, Fahrrad oder Auto in Chorin. Besuch des berühmten Zisterzienserklosters mit Ausstellungen und spannenden Führungsangeboten. Einkehr in das Klostercafé mit regionalen Gerichten. An Sommernachmittagen finden oft Konzerte in der zum Innenhof offenen, großen Klosterkirche statt. In der Nähe liegt das Ökodorf Brodowin mit einem Hofladen samt Gastronomieangeboten, einer Meierei mit Käseproduktion, Hofführungen und diversen Wandermöglichkeiten. Weiter zum Rummelsberg mit herrlichem Blick über Seen und Wälder. Abschluss in Niederfinow mit dem historischen und dem neuen Schiffshebewerk am Oder-Havel-Kanal: Ingenieurskunst aus den 1930er-Jahren und von 2019. In Niederfinow steht ein geeigneter Bahnanschluss für die Rückreise zur Verfügung.

Eine Woche vor Ort

Der Wildpark, der Werbellinsee und der Wald

  • Montag: Ankunft in Groß Schönebeck. Entdeckungstour im Wildpark Schorfheide: Wölfe, Elche, Wildpferde, Fischotter und alte Haustierrassen.
  • Dienstag: Wanderung zum Kaisergrund und zum Jagdschloss Hubertusstock.
  • Mittwoch: Mit dem Schiff über den Werbellinsee. In Joachimsthal ein Bummel durch den Ort, Schinkelkirche und Besuch des BIORAMA-Aussichtsturms. Nach Althüttendorf zum Naturbeobachtungspunkt am See.
  • Donnerstag: Radtour oder Wanderung über Glambeck nach Parlow (Gasthof „Am Speicher“ und Kranich-Ausstellung im Speicher).
  • Freitag: Mit dem Biberbus von Angermünde zum Besucherinformationszentrum Blumberger Mühle mit Sumpfschildkrötenanlage, Spielplatz, Irrgarten. Mittags gibt es einen Burger mit regionalen Zutaten aus der Uckermark.
  • Samstag: Fahrradtour von Angermünde zum Weltnaturerbe-Infopunkt in Altkünkendorf. Wanderung durch den Buchenwald Grumsin – Teil des Weltnaturerbes der UNESCO „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“. Weiterfahrt zum Geoparkinformationszentrum nach Groß-Ziethen.
  • Sonntag: Tour um den Oberuckersee.

Barrierefrei besuchen

Die Ausstellungen im Innen- und Außengelände des NABU-Informationszentrums Blumberger Mühle in Angermünde sind in Teilen barrierefrei zugänglich. Außerdem ist der ehemalige Wasserturm im BIORAMA-Projekt in Joachimsthal mit einem Aufzug versehen und kann auch von Gehbehinderten und Rollstuhlfahrern besucht werden.

Weitere Angebote können bei der Naturwacht angefragt unter 03331 260 425 oder 03331 260 424 angefragt werden.

Anreise

Mit der Bahn: über Berlin nach Eberswalde, Templin oder Angermünde.

Mit dem Auto: A 11 vom Berliner Ring in Richtung Prenzlau / Szczecin, B 109, L 100 nach Templin / Prenzlau.

Besuch- und Informationszentrum

Tourismusinformation

TMU Tourismus Marketing Uckermark GmbH
Stettiner Straße 19
17291 Prenzlau
Telefon 03984 835 883
info@tourismus-uckermark.de
tourismus-uckermark.de

WITO Wirtschafts- und Tourismusentwicklungsgesellschaft GmbH
Alfred-Nobel-Str. 1
16225 Eberswalde
Telefon 03334 591 00
barnimerland.de

Informationszentren

Schorfheide-Info Joachimsthal
Töpferstraße 1
16247 Joachimsthal
Telefon 033361 646 46
br-joachimsthal@web.de

Besucherinformationszentrum des Biosphärenreservates
NABU-Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle
Blumberger Mühle 2
16278 Angermünde
Telefon 03331 260 40
blumberger-muehle.nabu.de

Kontakt

Fragen zum Gebiet?

Gebiet zugehörige Schutzprojekte

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