Das Gebiet
Ausgedehnte Buchenwälder charakterisieren die Südharzlandschaft. Im Übergang zur Goldenen Aue prägen Erdfälle, Dolinen, Felsabbrüche und Karstquellen unverwechselbar das Gesicht der Landschaft. Karst entsteht in durchlässigem und wasserlöslichem Gestein. Dazu gehören zum Beispiel Kalkstein und Gips, die durch Oberflächen- und Grundwasser ausgelaugt werden. Am Südrand des Harzes erstreckt sich eine Karstlandschaft aus Gipsgestein über die gewaltige Länge von 100 Kilometern und verbindet Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen. Weite Teile sind auf Grund extensiver Nutzung in einem naturnahen Zustand. Man findet ausgedehnte Kalkbuchenwälder und auf den Südhängen wärmeliebende Eichenwälder und Trockenrasen. Die Wärme sorgt dafür, dass hier auch Pflanzen wachsen, die sonst für das Mittelmeer typisch sind, Beispiele dafür sind einige Orchideenarten, wie z. B. das Purpur-Knabenkraut.
Das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz ist Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Hirschkäfer, Schwalbenschwanz, Fledermäuse, Siebenschläfer und Wildkatze gehören dazu. Die unverbauten, naturnahen Flüsse und Bäche sorgen dafür, dass es hier Fische gibt, die in anderen Gewässern seit langer Zeit nicht mehr gesehen wurden, wie Bachneunauge, Groppe und Schmerle. Trotzdem: Auch der Mensch hat die Landschaft geprägt, denn der Südharz ist eine alte Kulturlandschaft. Die ersten Spuren reichen bis in die Jungsteinzeit zurück und mittelalterliche Burgen zeugen von der historischen Bedeutung dieser Region. Aber auch 800 Jahre währender Bergbau hat die Landschaft geformt. Für eine durchgehende Flurbereinigung war die Karstlandschaft nicht geeignet – zum Glück. Denn so erwarten die Besuchenden heute kleinteilige, landwirtschaftlich genutzte Flächen mit ausgedehnten Streuobst- und Hutungsflächen, Laubwälder und – zwischendurch immer wieder – alte und charaktervolle Städte und Dörfer.
Naturschutz
Das Biosphärenreservat befindet sich im Landschaftsschutzgebiet „Harz und südliches Harzvorland“ und ist Bestandteil des Naturparks Harz/Sachsen-Anhalt. Das Schutzgebietssystem Natura 2000 umfasst im Biosphärenreservat sechs FFH-Gebiete und ein europäisches Vogelschutzgebiet mit einem Gesamtanteil von 35 Prozent des Biosphärenreservats. Über 5.000 Hektar sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Weiterhin gibt es 11 Flächennaturdenkmale, zwei geschützte Parkanlagen sowie zahlreiche geschützte Biotope. Das Gebiet ist Rückzugsraum und Refugium für zahlreiche seltene und geschützte Pflanzen und Tiere. Allein 20 Fledermausarten kommen im Gebiet vor. Das Gebiet befindet sich in zwei Hotspots („Harz“ und „Südharzer Zechsteingürtel, Kyffhäuser und Hainleite“) aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt.
Aktiv vor Ort
Ein Tag vor Ort
Fachwerkstadt und schöne Streuobstwiesen
Vormittags Besuch der NaturErlebnisHöhle Heimkehle bei Uftrungen und Wanderung entlang des Karstwanderweges im Naturschutzgebiet „Alter Stolberg“, sehenswert sind u. a. die alten Laubwälder und historischen Grenzsteine.
Weiterfahrt in die alte historische Fachwerkstadt Stolberg, mit Besichtigung des Schlosses und Besuch der Ausstellung „Buchen musst Du suchen“. Zum Abschluss lohnt ein Besuch auf dem Großen Auerberg mit dem Josephskreuz, von hier hat man einen weiten Blick über das Gebiet des Biosphärenreservates und bei guter Sicht über den gesamten Harz.
Der kleine Ort Questenberg liegt malerisch in einem Durchbruchstal im Herzen des Karstgebietes. Er bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten, wie den bunten hölzernen Roland und eine Burgruine. Weiter geht es zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto nach Hainrode. Zu empfehlen ist – besonders zur Obstblüte im Frühjahr – eine Wanderung auf der alten Ortsverbindungsstraße zwischen Questenberg und Hainrode.
Eine Woche vor Ort
Bachschwinden, Schaubergwerk und Josephskreuz
- Montag: Fahrt nach Hainrode und Besichtigung der alten Schmiede, der Besenbinder- und der Uhrmacherwerkstatt. Wanderungen auf dem Karstwanderweg vorbei an der Dinsterbachschwinde und ausgedehnten Streuobstwiesen nach Questenberg.
- Dienstag: Besuch der Fachwerkstadt Stolberg, Besichtigung des Schlosses und der „Alten Münze“. Anschließend eine Wanderung auf den „Bandwegen“ mit Ausblicken auf den Ort.
- Mittwoch: Besuch des Schaubergwerkes Röhrigschacht in Wettelrode, anschließend Fahrt nach Sangerhausen, Besuch des Europa-Rosariums und des Spengler-Museums. Danach Ausklang in der Altstadt von Sangerhausen.
- Donnerstag: Besuch des Kyffhäuser-Denkmals, des Panorama-Museums und anschließend ein Besuch der Barbarossahöhle oder Wanderung im Gebiet des Helmestausees bei Kelbra, Beobachtung der artenreichen Vogelwelt.
- Freitag: Besichtigung der Kirche Sankt Cyriakus und Nicolai in Schwenda, die liebevoll als die „kleine Schwester der Frauenkirche“ bezeichnet wird. Danach Wanderung auf den Großen Auerberg zum Josephskreuz.
- Samstag: Wanderung von Grillenberg nach Pölsfeld, Besichtigung der Ruine „Grillenburg“ und Genießen der Aussicht auf der Gedankenbank am Karstwanderweg.
- Sonntag: Wanderung zum Bauerngraben, einer großen Bachschwinde, die eine eindrucksvolle Felswand aufweist. Anschließend Besuch der Schauhöhle Heimkehle bei Uftrungen.
Barrierefrei besuchen
- Barrierefreier Wanderweg im Wald an der Kohlenstrasse nördlich von Grillenberg
- Ausstellung „Buchen musst Du suchen“ auf Schloss Stolberg
- Ausstellung im Schaubergwerk Wettelrode
Anreise
Mit der Bahn: über Halle, Sangerhausen, Nordhausen, in Berga / Kelbra oder Roßla – Haltepunkt/Bahnhöfe
Mit dem Auto: über die A 38, Abfahrt Roßla oder Berga.
Besuch- und Informationszentren
Tourismusinformation
Touristinformation Sangerhausen
Am Rosengarten 2a
06526 Sangerhausen
Europa-Rosarium (Haupteingang)
Telefon 03464 194 33
info@sangerhausen-tourist.de
sangerhausen-tourist.de
Touristinformation Stolberg (Harz)
Niedergasse 17
06536 Südharz OT Stolberg
Telefon 034654 454 oder 194 33
ti@rossla.de
Biosphärenreservatsinformation
Verwaltung des Biosphärenreservates mit Ausstellung
Hallesche Straße 68a
06536 Südharz OT Roßla
Telefon 034651 298 890
poststelle-RLA@biores.mwu.sachsen-anhalt.de