Sonnenaufgang über der Elbe bei Boizenburg – vom Aussichtsturm Elwkieker ein faszinierendes Ereignis
© B. Fellner
Biosphärenreservate

Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern

Der mecklenburgische Teil des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservates erstreckt sich zwischen der Fliesenstadt Boizenburg und der Festungsstadt Dömitz. Allgegenwärtig sind die weiten Auen der Elbe und die vielen kleinen Nebenflüsse. Diese sind die Ausbreitungsgebiete des Bibers und auch für den Fischotter ist dieses Flusssystem ein idealer Lebensraum. Kontrastreich schließen sich an diese aquatischen Lebensräume Auwälder und Feuchtgrünland an, welche zu einem großen Teil in die extrem trockenen Standorte der Binnendünen übergehen.
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Ausgedehntes Grünland, Röhrrichte und Weichholzauen säumen die Sude bei Blücher.
© R. Colell
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Vom Aussichtsturm Elwkieker in Boizenburg genießt man einen der schönsten Elbblicke im UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe.
© D. Foitlänger
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Die Festung Dömitz bietet das Besucherinformationszentrum mit zwei Ausstellungen und einmal im Jahr den BiosphäreElbeMarkt.
© D. Foitlänger
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Die nördlichsten Binnendünen im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe liegen in Gothmann bei Boizenburg.
© R. Colell
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Auf eine der größten Dünen an der Elbe führt ein Dünenlehrpfad
© U. Müller, Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe
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Fliegende Blässgans – nordische Wintergäste im Elbetal
© W. Stürzbecher
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Tausende nordische Gänse rasten während der Zugzeit im Elbetal.
© W. Stürzbecher
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Die Elbaue bei Boizenburg mit den Zuflüssen der Sude und Boize in den Elbstrom
© D. Foitlänger
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Sonnenuntergang an einer Elbbuhne am großen Elbstrom bei Boizenburg
© D. Foitlänger
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Jungstörche auf einer Nisthilfe
© R. Colell
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Ausgedehntes Grünland, Röhrrichte und Weichholzauen säumen die Sude bei Blücher.
© R. Colell

Gründungsjahr

1997

Größe in km²

461

Geografische Lage

Elbe-km 502 bis 511 bei Dömitz und Elbe-km 555 bis 565 bei Boizenburg, rechtselbisch zwischen den Landesgrenzen zu Schleswig-Holstein (Lauenburg) und Brandenburg (Dömitz) und entlang der Landesgrenze zu Nie-dersachsen (Amt Neuhaus), Südwestliches Mecklenburg

Landschaften

Altarme, Auen- und Bruchwälder, Binnendunen, Bracks, Elbuferhängen, Feuchtgrünland, Großes zusammenhängendes Sandheide-/Sandtrockengebiet, Niedermoore, weiträumige Flussaue mit Nebenflüssen

Das Gebiet

„Ein Urstromtal in seiner ganzen Breite“ – das Motto des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe – Mecklenburg-Vorpommern beschreibt zum einen die verschiedenen durch die Eiszeiten geprägten Lebensräume im Elbetal, das von weiten Flussauen und kleinen Nebenflüssen, Grünland, Elbuferhängen, Binnendünen und Heiden geprägt ist und zum anderen die Tiere, die hier dauerhaft leben oder nur im Rahmen einer Zwischenlandung. Seltene Pflanzen finden sich hier vielfach. Zwischen den sandigen Buhnenfeldern des Elbstroms und dem Rand einer regelmäßig überfluteten Aue in der Nähe der kleinen Hafenstadt Dömitz wachsen zum Beispiel Silbergras, Grasnelke, Grannen-Ruchgras, Ähriger Blauweiderich und Ohrlöffel-Leimkraut. In der jungen Weichholzaue finden sich neben verschiedenen Weidenarten auch autochthone Echte Schwarzpappeln – markante Charakterbaumarten der Weichholzaue, die nur noch an wenigen Stellen vorkommen.

Ein anderer Lebensraum, der einen Besuch lohnt, sind die Binnendünen, eine der landschaftlichen und geologischen Besonderheiten im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe. Eine der größten mit bis zu 30 Metern Höhe, 600 Metern Breite und rund zwei Kilometern Länge sind die „Elbtaldünen bei Klein Schmölen“. Eine Dünenwanderung führt auf den höchsten Punkt und von dort bietet sich eine beeindruckende Aussicht auf das weite Elbetal. Auch die teilweise vegetationslosen Binnendünen bei Boizenburg-Gothmann entstanden zum Ende der letzten Eiszeit und prägen noch immer die weite Auenlandschaft.

Das Leben an einem großen Strom, wie der Elbe, hat viele Vorteile. Gleichzeitig mussten sich die Menschen vor den Gefahren eines Hochwassers schützen. In den letzten Jahren sind die Folgen von Hochwasser immer verheerender geworden, denn Wasser nimmt keine Rücksicht auf Grenzen. Die Freiluftausstellung „EinFlussReich“ auf dem Elbberg in Boizenburg geht dem Hochwasser und den Menschen, die damit leben, nach: Wie und warum entsteht Hochwasser? Welche Geschichten haben die Menschen damit an der Elbe erlebt und wie effektiv und sinnvoll ist Hochwasserschutz?

Naturschutz

Aufgrund der landschaftlichen Besonderheit eines eiszeitlich geprägten Urstromtales und des heutigen Stromtalcharakters sind folgende Ziele von besonderer Bedeutung für Naturschutzprojekte im Biosphärenreservat:

  • Erhaltung, Wiederherstellung und naturnahe Entwicklung des Flussgebietssystems der Elbe und ihrer Nebenflüsse, wie z. B. Sude, Schaale, Rögnitz und Löcknitz, als eines der letzten naturnahen Stromtäler in Mitteleuropa
  • Erhaltung und Wiederherstellung eines naturraumangepassten Wasserhaushaltes im Flussgebietssystem des Elbetals
  • Erhaltung und Entwicklung der aktiven Stromaue mit ihren offenen Grünlandkomplexen und darin eingelagerten Auenstrukturen, insbesondere der Auwälder, Gewässer, Binnendünen sowie Steilufer
  • Erhaltung und Entwicklung der Talsandgebiete, Dünenfelder und Grundmoränen sowie ihres historisch gewachsenen Landschaftsmosaiks
  • Erhaltung und Entwicklung als international bedeutsames Vogelschutzgebiet und Zugvogelkorridor für westpaläarktische Vogelarten. Leitarten sind vorrangig der Weißstorch, wiesenbrütende Vogelarten sowie die Gast- und Zugvögel, insbesondere die nordischen Gänse und Schwäne.
  • Erhaltung und Entwicklung als Lebensraum auentypischer, häufig gefährdeter Pflanzen- und Tierarten.

Mit verschiedenen Projekten im Bereich Naturschutz fördert das Biosphärenreservat die nachhaltige Entwicklung der Flusslandschaft Elbe. Entsprechend der Zonierung konzentrieren sich die Projekte auf die Bereiche Renaturierungsvorhaben sowie Biotop- und Artenschutz.

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort

Von der Dorfrepublik zur Festungsstadt

Bei gutem Wetter bekommt man vom Aussichtsturm in Rüterberg einen umfassenden Eindruck über die Flusslandschaft. Von hier aus empfiehlt sich eine Wanderung durch die „Dorfrepublik“ und zur Tongrube. Entlang des „Grünen Bandes“ geht es auf dem ehemaligen Kolonnenweg und dem Elbedeich weiter. In Dömitz befindet sich – direkt am Elbeufer und auf der größten Festungsanlage in Mecklenburg – das Informationszentrum des Biosphärenreservates mit Dauer- und wechselnder Sonderausstellung. Von Klein Schmölen führt der Dünenlehrpfad zu einer der größten Binnendünen an der Elbe.

Eine Woche vor Ort

Deichwanderung und Storchen-Radtour

  • Montag: Freiluftausstellung „EinFlussReich“ mit Panoramaausblick vom „Elwkieker“ in Boizen­burg-Vier. Anschließend Rundwanderung auf dem eiszeitlich geprägten „Vierwald-Erlebnispfad“.
  • Dienstag: Storchen-Radtour vom Weidenschneck beim Boizenburger Hafen über den Deichweg in die Teldau.
  • Mittwoch: Fliesenmuseum Boizenburg, Altstadt- Führung, Wanderung auf dem Schwanenpfad, Binnendüne „Bollenberg“ bei Gothmann.
  • Donnerstag: Radtour vom Bahnhof Brahlstorf zum englischen Landschaftspark Dammereez und zu den Auerochsen und Koniks bei Preten.
  • Freitag: Wanderung im „Nationalen Naturerbe Lübtheener Heide“, Waldbad Alt Jabel, Rundlingsdorf Vielank mit Brauhaus, His­torischer Forsthof mit Waldmuseum in Kaliß.
  • Samstag: Kirchturm Blücher mit Ausstellung und Aussichtsplattform hoch über der Fluss­landschaft, Fahrradrundtour um den Polder Blücher – inkl. Abstecher bei Partnerbetrie­ben (Ziegenhof und Bioobst).
  • Sonntag: Festung Dömitz, Deichwanderung an der Elbe oder Müritz-Elde-Wasserstraße.

Barrierefrei besuchen

Barrierefrei können besucht werden:

  • Freiluftausstellung EinFlussReich in Boizenburg-Vier
  • Boizenburger Deichweg (Rundwanderweg mit Infotafeln und Tiersymbolen)

Anreise

Mit der Bahn:
Boizenburg/Elbe, Brahlstorf, Pritzier.

Mit dem Auto:
Über die A24, B5 , B191 und B195.

Mit dem Schiff:
Häfen in Boizenburg/Elbe, Dömitz

Besuch- und Informationszentren

Tourismusinformation

Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin e. V.
Puschkinstraße 44, Rathaus
19055 Schwerin
Telefon 0385 591 898 75
info@mecklenburg-schwerin.de
mecklenburg-schwerin.de

Förderverein Biosphäre Elbe MV e. V.
Am Elbberg 8–9
19258 Boizenburg/Elbe
foerderverein@biosphaere-elbe.de
biosphaere-elbe.de

Biosphärenreservatsinformation

Freiluftausstellung „EinFlussReich“
Elbberg 8–9
19258 Boizenburg-Vier

Informationszentrum auf der Festung Dömitz
An der Festung 3
19303 Dömitz

Kontakt

Fragen zum Gebiet?

Gebiet zugehörige Schutzprojekte

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