Die Mulde bei Sollnitz
© Mirko Pannach
Biosphärenreservate

Biosphärenreservat Mittelelbe

Im Biosphärenreservat Mittelelbe befinden sich die größten zusammenhängenden Hartholzauenwälder Mitteleuropas. Die Auenlandschaft dient als großes Überflutungsgebiet bei Hochwasser. Sie bietet Pflanzen und Tieren, die an die wechselnden Wasserstände angepasst sind, wertvollen Lebensraum. Das „Wappentier“ des Biosphärenreservats Mittelelbe ist der Elbebiber. Hier findet die einst vom Aussterben bedrohte Art von jeher optimale Lebensbedingungen. Zahlreiche Biber konnten sogar in andere Gebiete Europas zur Wiederansiedlung abgegeben werden. Auch seltene Vogelarten wie Kranich, Seeadler und Schwarzstorch haben hier ein Refugium, Zugvögel angestammte Rastplätze. Mit der deutlich verbesserten Wassergüte der Elbe leben darin wieder rund 35 Fischarten.
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Der Elbebiber hatte, als er kurz vorm Aussterben war, im Bereich der Mittleren Elbe sein letztes Rückzugsgebiet. Heute leben im Biosphärenreservat Mittelelbe wieder ca. 1200 Tiere.
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Bei einer Gondelfahrt im Wörlitzer Park lässt sich das Biosphärenreservat gemütlich erkunden.
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Im Biosphärenreservat findet man besonders viele Solitäreichen. So werden besonder große und imposante Stieleichen genannt.
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Der Elbebiber hatte, als er kurz vorm Aussterben war, im Bereich der Mittleren Elbe sein letztes Rückzugsgebiet. Heute leben im Biosphärenreservat Mittelelbe wieder ca. 1200 Tiere.
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Gründungsjahr

1979

Größe in km²

1260

Geografische Lage

Elbe-Mulde-Tiefland, Elbtalniederung, Mündungen der Schwarzen Elster und Saale in Sachsen-Anhalt

Landschaften

Altwasser, Auwälder, Binnendunen, Feuchtgrünland, Flussauen, große zusammenhängende Hartholzauenwälder, historische Kulturlandschaften

Das Gebiet

Das Biosphärenreservat Mittelelbe gehört schon seit über 45 Jahren zum weltweiten Netz der Biosphärenreservate. Nicht der einzige, aber ein wichtiger Grund hierfür ist ein überaus sympathisches Tier, das jedes Kind kennt: der Biber, genauer der Elbebiber. Ungefähr 1.200 davon gibt es im Biosphärenreservat heute und das ist fast ein Wunder, denn um 1920 gab es nur noch ganz wenige Individuen. Auch wenn sich der Bestand wieder gut erholt hat, ist der Elbebiber weiterhin eine streng geschützte Art gemäß Bundesnaturschutzgesetz. Der Biber hat seine Heimat in einer Region, die die bedeutendsten Hartholzauenwälder in Mitteleuropa hat. Die Aue und ihre natürlich geformten und gewachsenen Strukturen sind ein nicht zu ersetzender Lebensraum für eine Vielzahl an Säugetierarten, Wasservögeln und Insekten. Auch Obstgehölze, Stromtalpflanzen (z. B. Brenndolde, Blauweiderich) und seltene Orchideenarten finden sich in der Flusslandschaft.

Das Biosphärenreservat Mittelelbe ist eine bewirtschaftete Kulturlandschaft, von Menschen geprägt, gestaltet, genutzt und verändert und das in sehr besonderer Form und schon seit langer Zeit: Während der Regentschaft von Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740 – 1817) entstand in der Elbaue zwischen Dessau und Wörlitz eine Kulturlandschaft nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten. Diese Anlagen standen nach dem Leitmotiv der Aufklarung jedermann offen. Sie sollten „das Schöne mit dem Nützlichen verbinden“. Die Obstbaumalleen, Solitärbäume, Deichanlagen, Schlösser, Landschaftsparks und Kleinarchitektur sind als Gesamtkunstwerk bis heute erhalten.

Weitere zwei Weltkulturerbestätten, darunter das Dessauer Bauhaus, zeigen großartige Kulturleistungen vergangener Jahrhunderte. Auch das tausendjährige Tangermünde, die Dom- und Kaiserstadt Magdeburg und das einzigartige Kloster Jerichow sind herausragende Orte menschlichen Wirkens im Gebiet. Das Gartenreich Dessau-Wörlitz ist seit dem Jahr 2000 UNESCO-Weltkulturerbe der Menschheit.

Naturschutz

Naturschutzgroßprojekt Mittlere Elbe

Ein Gemeinschaftsprojekt von Bund, dem Land Sachsen-Anhalt und WWF Deutschland. Der WWF Deutschland betreute als Projektträger von 2001 bis 2018 das Naturschutzgroßprojekt. Hierbei wird die Entwicklung, Sicherung und Renaturierung eines durchgehenden Verbundes echter, überflutbarer Auenwälder im Bereich Steckby-Lödderitzer Forst durch Deichrückverlegung angestrebt.

Naturschutzgroßprojekt Untere Havel

Durch Renaturierungsmaßnahmen soll die Untere Havel wieder ein intakter Fluss mit sauberem Wasser und besserem Wasserrückhalt werden. Die Maßnahmen stellen auch einen Beitrag zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie und des Netzwerkes Natura 2000 dar. Träger des Projektes ist der NABU Deutschland, gemeinsam mit dem Bund und den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort

Mit Anmut und Artenvielfalt

Vormittags Erkundungen im gesamten Gartenreich Dessau Wörlitz. Man erfährt, wie noch heute im Gartenreich Dessau-Wörlitz das Schöne mit dem Nützlichen verbunden wird. Dann gepflegtes Mittagessen im Küchengebäude am Wörlitzer Schloss. Anschließend nach Oranienbaum zu einem Besuch des Biberlandes und des Informationszentrums Auenhaus der Biosphärenreservatsverwaltung. Das großzügige Außengelände zitiert Merkmale und Lebensräume der Aue. Hier sind im Sommer zahlreiche Tagfalter und Libellen zu bestaunen. Das Biberkino zeigt spannende filmische Eindrücke u. a. vom aktiven nächtlichen Biberleben.

Eine Woche vor Ort

Auf Luthers Spuren und Besuch beim Fischer

  • Montag: Wittenberg, kultureller und kulinarischer Spaziergang auf Luthers Spuren durch die Wittenberger Innenstadt, nachmittags Weiterfahrt nach Wörlitz und Besuch des Wörlitzer Parks.
  • Dienstag: Stadt Dessau-Roßlau: Besichtigung der Welterbestätten Park Luisium und Park Georgium in Dessau. Besuch des Bauhauses, des Bauhaus Museums und der Meisterhäuser in Dessau. Abendlicher Restaurant- oder Theaterbesuch in Dessau.
  • Mittwoch: Kapenniederung: Besuch des Auenhauses (Infozentrum), und Wanderung auf dem rund 2 Kilometern langen Naturlehrpfad in der Kapenniederung. Nachmittags Auwald-Wanderung mit der Naturwacht rund um Lödderitz – Ursprungsgebiet des Biosphärenreservats. Danach kleine Stärkung im nahegelegenen Schiffsrestaurant Marie Gerda in Breitenhagen.
  • Donnerstag: Mit dem Fahrgastschiff nach Magdeburg. Radpartie zur Trogbrücke am Wasser­straßenkreuz. Weiterfahrt nach Tangermünde.
  • Freitag: Besichtigung der historischen Altstadt von Tangermünde, nachmittags weiter nach Arneburg, um auf dem gleichnamigen Auenpfad zu wandern. Alternativ: Besichtigung des Klosters Jerichow und der Stiftskirche St. Marien und St. Nikolaus.
  • Samstag: Nach Havelberg zum Haus der Flüsse Natura-2000-Informationszentrum, abends Orgelkonzert im Havelberger Dom.
  • Sonntag: Bootsfahrt auf der Havel, Elbebiber beobachten. Besuch beim Fischer. Zum Abend­essen: Havel-Zander.

Barrierefrei besuchen

Für blinde und sehbehinderte Besucher*innen ist nahe dem Auenhaus ein Blindenlehrpfad eingerichtet worden. Er ermöglicht überraschende Sinneseindrücke der umgebenden Natur durch Hören und Tasten. Zu erspüren gibt es z. B. Tierfährten und eine Spechthöhle. Holzbücher in Brailleschrift informieren über die Besonderheiten des Gebietes. Beide Informationszentren, in Oranienbaum und Havelberg sind behindertengerecht ausgestattet und im bundesweiten Programm „Reisen für Alle“ als barrierefrei zertifiziert.

Anreise

Mit der Bahn:
über Glöwen, Stendal, Magdeburg, Dessau-Roßlau und Lutherstadt Wittenberg

Mit dem Fahrrad:
Elberadweg und Europaradweg (R 1)

Mit dem Auto:
über die B 107, A 9 und A 2

Besuch- und Informationszentren

Tourismusinformation

Magdeburger Tourismusverband Elbe-Börde-Heide e. V.
Telefon 0391 738 790
urlaubsregion-mittelelbe.de

WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg e. V.
Telefon 03491 402 610
anhalt-dessau-wittenberg.de

Altmärkischer Regionalmarketing- und Tourismusverband e.V.
Telefon 039322 726 00
altmark.de

Biosphärenreservatsinformation

Informationszentrum Auenhaus
Am Kapenschlösschen 3
06785 Oranienbaum-Wörlitz
Telefon 034904 406 31
auenhaus@biores.mwu.sachsen-anhalt.de

Haus der Flüsse Natura 2000 – Informationszentrum des Biosphärenreservates Mittelelbe
Elbstraße 2
39539 Havelberg
Telefon 039387 609 976
hausderfluesse@biores.mwu.sachsen-anhalt.de
haus-der-fluesse.de

Kontakt

Fragen zum Gebiet?

Gebiet zugehörige Schutzprojekte

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