Jahresbericht 2023

Inhaltsverzeichnis

Unternehmenskooperationen

Unsere Vision

Wir sind davon überzeugt, dass gemeinsam mit Unternehmen oft mehr für den Schutz von Natur- und Kulturlandschaften, eine nachhaltige Regionalentwicklung und den Tourismus in Deutschland erreicht werden kann. Wir stellen uns eine Zukunft vor, in der Unternehmen gemeinsam mit den Nationalen Naturlandschaften die nachhaltige Entwicklung vorantreiben und wechselseitig voneinander lernen.

Im Überblick – die Bereichsarbeit

Wir begreifen Unternehmen als wesentliche Akteure unserer Gesellschaft und sind davon überzeugt, dass wir unsere Aufgaben und Ziele durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen noch besser erreichen können. Gemeinsam mit Unternehmen wollen wir uns den ökologischen, sozialen, kulturellen und ökonomischen Herausforderungen einer globalisierten Welt stellen und durch nachhaltiges Handeln Deutschland zukunftsfähig gestalten. Als Mittler zwischen den Nationalen Naturlandschaften und Unternehmen, die sich für Natur und Umwelt engagieren möchten, ermöglichen wir, dass die Unterstützung von Unternehmen dort ankommt, wo sie am meisten gebraucht wird: in den wertvollsten Natur- und Kulturlandschaften Deutschlands. Dank des Engagements von Unternehmen können in den Nationalen Naturlandschaften Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen und wertvolle regionaltypische Landschaften erhalten werden. Viele unserer Unternehmenspartnerschaften bestehen seit vielen Jahren – sie fördern die Wertschätzung der Nationalen Naturlandschaften in unserer Gesellschaft und bringen wichtige Fürsprecher*innen hervor. Langjährige Kooperationen ermöglichen einen konstruktiven Dialog, gegenseitiges Verständnis und bergen das Potenzial, gemeinsam Großes zu bewegen. Der Bereich wird von Sonja Miller geleitet. Um den Bereich Unternehmenskooperationen auch in Zukunft erfolgreich auszurichten, haben wir unsere Leitlinien überarbeitet und einen Beirat für die Zusammenarbeit mit Unternehmen und Unternehmensstiftungen mit Vertreter*innen aus unserer Mitgliedschaft gegründet. Die Leitlinien und die Unterstützung durch den Beirat schärfen das Auswahlverfahren für potenzielle Kooperationspartner und stellen damit die künftige Arbeit unseres Dachverbandes im Bereich Unternehmenskooperationen auf ein solides und professionelles Fundament.

Projekte für den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt

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In Vorbereitung auf geplante Sedimententnahmen im kommenden Winter wurde der starke Gehölzbestand am Ufer eines Kleingewässers großflächig entfernt – das Schnittgut dient Amphibien und Kleinsäugern als Versteckmöglichkeit
© © Ron Meier-Uhlherr / UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe – Brandenburg
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Teams von Freiwilligen, Fachleuten und Ranger*innen suchten nach Laichstandorten von Moorfröschen mit kritischem Ergebnis: Es gibt kaum noch größere Laichgesellschaften der einstigen Massenart an der Elbe
© © Oliver Krauser / UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe – Brandenburg
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Moorfroschweibchen laichen bis zu 3.000 Eier pro Laichballen ab – zu Fröschen werden jedoch nur etwa zwei bis vier Prozent davon
© © Oliver Krauser / UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe – Brandenburg
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Die sogenannte Bauanlaufberatung dient dazu, sicherzustellen, dass alle relevanten Aspekte der Moorrenaturierung berücksichtigt werden und ein solides Fundament für den erfolgreichen Start des Projekts gelegt wird
© © Sven Herzog / Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe
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Das Ringeln von Bäumen führt i. d. R. zum Absterben dieser Bäume und ist eine Technik, die häufig in Renaturierungsprojekten eingesetzt wird, um die Wiedervernässung von Mooren zu fördern und die natürliche Vegetation wiederherzustellen
© © Sven Herzog / Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe
In Vorbereitung auf geplante Sedimententnahmen im kommenden Winter wurde der starke Gehölzbestand am Ufer eines Kleingewässers großflächig entfernt – das Schnittgut dient Amphibien und Kleinsäugern als Versteckmöglichkeit
© © Ron Meier-Uhlherr / UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe – Brandenburg
Der Erhalt und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität sind Themen, die zunehmend auch in der Wirtschaftswelt stärker ins Bewusstsein rücken. In den Nationalen Naturlandschaften haben Unternehmen die Möglichkeit, sich auf vielfältige Art und Weise zu engagieren und mit ihrem Beitrag die biologische Vielfalt in den wertvollsten Landschaften Deutschlands zu schützen und zu fördern.
Mit dem Wasser kehrt die Natur zurück – Umsetzung von Managementmaßnahmen für Kleingewässer im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe – Brandenburg Dank der Unterstützung unseres Partners Coca-Cola Europacific Partners Deutschland GmbH (CCEP) können wir im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe – Brandenburg effektive Maßnahmen zur Wiederherstellung und Weiterentwicklung naturnaher Kleingewässer, z. B. Tümpel, Auenaltgewässer oder überstaute Senken, umsetzen. Damit schaffen wir für Amphibien überlebenswichtige großräumige Biotopverbunde aus vegetationsreichen und miteinander vernetzten Kleingewässern mit ausgedehnten Flachwasserzonen. Die Umsetzung des vielfältigen Maßnahmenspektrums erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Förderverein des Biosphärenreservates bis zum Winterhalbjahr 2023/2024. „SOS arvalis – Rettungsaktion für den Moorfrosch“ Die extreme Trockenheit der letzten Jahre führte nicht nur zum Verlust vieler Feuchtwiesen und Kleingewässer an der Elbe, sondern in Folge dessen auch zu einem massiven Einbruch der ursprünglich häufig vertretenen Moorfroschpopulation. Es besteht die akute Gefahr, dass diese „sympathische“ Amphibienart binnen kürzester Zeit vom Aussterben bedroht sein wird. Um die Situation besser einschätzen und entsprechend handeln zu können, wurde in den Biosphärenreservaten Flusslandschaft Elbe – Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue das Projekt „SOS arvalis – Rettungsaktion für den Moorfrosch“ unter der Leitung von Amphibien-Expert*innen von Amphi Consult ins Leben gerufen. Dank CCEP konnten wir dieses wichtige Projekt 2023 mit Mitteln aus unserem Kleingewässer-Projekt im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe – Brandenburg unterstützen. Aufgrund des massiven Bestandseinbruches des Moorfrosches wurden im Frühjahr 2023 an je drei Laichstandorten etwa 30.000 Eier entnommen. Die Eier wurden per Hand aufgezogen und etwa 25.000 Larven im April zurück in die Entnahmegewässer gebracht. Die verbliebenen Larven wurden zu kleinen Fröschen herangezogen und im Juni an Kleingewässern ausgesetzt. Ob sich jedoch an den Aussetzungsstandorten wirklich eine vitale, natürliche Population entwickeln konnte, wird sich erst 2025 nachweisen lassen, wenn die ersten der 2023 ausgesetzten Tiere geschlechtsreif sind. Die 2023 durchgeführten Arbeiten tragen dazu bei, ein klares Bild über die Situation des Moorfroschs gewinnen und geeignete Gegenmaßnahmen ausarbeiten und einleiten zu können. Hydrologische Verbesserung des Roggendorfer Moores im Biosphärenreservat Schaalsee CCEP unterstützt im Biosphärenreservat die hydrologische Verbesserung des Roggendorfer Moores. Das 250 Hektar große, stark entwässerte und bewaldete Moorgebiet weist eine hohe Bedeutung als Lebensraum für seltene, stark gefährdete und speziell an Zwischen- und Hochmoorlebensräume angepasste Tiere und Pflanzen auf. Im Jahr 2014 wurden erste Renaturierungsmaßnahmen im Moor umgesetzt. Ein anschließendes Monitoring ergab jedoch größere hydrologische Defizite, weshalb nun weitere Maßnahmen diese Defizite beseitigen bzw. erheblich minimieren sollen. Im Herbst 2023 konnten wir mit den ersten Baumaßnahmen im Moor beginnen. Mit dem Einbau einer Dichtungsbahn soll der Wasserabfluss aus einem 31 Hektar großen Teilbereich des Moores verhindert werden, sodass hier die Entwicklung von oligotrophen Torfmoosrasen unterstützt wird. Zusätzlich soll der Einbau einer Spundwand in einem auf der Fläche befindlichen Graben den Wasserabfluss aus den angrenzenden Moorflächen verhindern. Mit diesen Maßnahmen können insgesamt etwa 35 Hektar des Roggendorfer Moores ökologisch aufgewertet werden. Es ist geplant, die Bauarbeiten bis Ende 2024 abzuschließen. Wie geht es 2024 weiter? Die biologische Vielfalt ist auf die Unterstützung unserer Gesellschaft angewiesen. Deshalb wollen wir uns auch 2024 dafür einsetzen, Unternehmen für wertvolle und notwendige Projekte für den Erhalt und die Förderung der Biodiversität in den Nationalen Naturlandschaften zu gewinnen.

Projekte für die Wildbiene im Berchtesgadener Land

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Landrat Bernhard Kern, Bürgermeister Öttl und der Leiter der Verwaltungsstelle Biosphärenregion Berchtesgadener Land Dr. Peter Loreth unterstützen die Mitarbeiterinnen und Kinder des Kindergartens Mooswichtel in Mitterfelden beim Pflanzen
© © Biosphärenregion Berchtesgadener Land
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Auch im Kindergarten Maria Geburt in Piding freuten sich die Kinder über die besondere Aktion und erhielten u. a. von Staatsministerin Michaela Kaniber und Bürgermeister Hannes Holzner Hilfe beim Einpflanzen
© © Biosphärenregion Berchtesgadener Land
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Der Wildbienenteich mit Randstrukturen im Gemeinschaftsgarten EichenRIESEN
© © Sabine Otto, Gemeinschaftsgarten EichenRIESEN e. V.
Landrat Bernhard Kern, Bürgermeister Öttl und der Leiter der Verwaltungsstelle Biosphärenregion Berchtesgadener Land Dr. Peter Loreth unterstützen die Mitarbeiterinnen und Kinder des Kindergartens Mooswichtel in Mitterfelden beim Pflanzen
© © Biosphärenregion Berchtesgadener Land
Das Wildbienenprojekt startete bereits 2017 als Spendenprojekt der Allianz Deutschland AG in der Biosphärenregion Berchtesgadener Land. Durch eine Vielzahl an Maßnahmen trägt das Projekt dazu bei, artenreiche Strukturen in der Kulturlandschaft der Biosphärenregion zu erhalten und somit wertvolle Lebensräume für die bedrohte Wildbiene zu schaffen: duftende Almen, bunte Blumenwiesen, blühende Gärten und Obstwiesen, abwechslungsreiche Landschaften mit Hecken, Bäumen und Waldrändern.
Die Wildbiene – faszinierend und unersetzlich in unseren Landschaften Keine Art steht so umfassend für eine intakte und vielseitige Landschaft wie die Wildbiene. Deshalb steht der Schutz ihrer Lebensräume im Mittelpunkt des Wildbienenprojekts – damit schützen wir nicht nur die Wildbiene, sondern auch zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten. Die Wildbiene ist ein Sympathieträger – für ihren Schutz tragen in der Biosphärenregion viele verschiedene Akteure mit ihren Aktionen bei. In den vergangenen sechs Jahren konnten wir bereits 18 verschiedene Teilprojekte gemeinsam mit Kommunen, Gartenbauvereinen, Schulen, Unternehmen, landwirtschaftlichen Betrieben und Privatpersonen erfolgreich realisieren. Ein „Wildbienenbuffet“ am Internationalen Tag der Artenvielfalt Anlässlich des Internationalen Tages der Artenvielfalt am 22. Mai 2023 hatte die Biosphären-Verwaltungsstelle gemeinsam mit dem Landkreis Berchtesgadener Land alle Kindergärten in der Biosphärenregion eingeladen, sich an einer Pflanzaktion zu beteiligen. Mit dem Internationalen Tag der Artenvielfalt soll seit dem Jahr 2000 das Bewusstsein für den Schutz und die Förderung der Tier- und Pflanzenvielfalt weltweit gefördert werden. Das Interesse, etwas zur heimischen Artenvielfalt beizutragen, war groß: Es beteiligten sich 26 Kindergärten aus dem Landkreis und pflanzten Staudenbeete mit heimischen Blühpflanzen in ihren Gärten. Dazu stellte die Biosphären-Verwaltungsstelle Pflanzpakete aus heimischen, wildbienenfreundlichen Stauden, wie Wilde Möhre, Wiesen-Salbei und Karthäuser-Nelke, zur Verfügung. Zusätzlich bekamen die Kindergärten anschauliche Informationen und Anleitungen zur Pflanzung und Pflege der Blühpflanzen mit an die Hand. Mit zahlreichen Spiel- und Bastelideen können die Kinder nun auch im Kindergartenleben rund um das Thema biologische Vielfalt begeistert werden und auf anschauliche Weise lernen und erfahren, wie sie neue Lebensgrundlagen für Insekten und Wildbienen schaffen. Prominente Unterstützung bekamen die Kindergärten bei den Pflanzaktionen von Bürgermeistern, Landräten und sogar von Staatsministerin Michaela Kaniber, die damit ihre Wertschätzung und Unterstützung für die Biosphärenregion zum Ausdruck brachte. Alle Beteiligten betonten die große Bedeutung der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren für uns Menschen sowie die Notwendigkeit, etwas zum Schutz und Erhalt dieser zu tun. Wildbienenteich für den Gemeinschaftsgarten EichenRIESEN In Arnolding, einem Ortsteil von Teisendorf, haben sich mehrere Dorfbewohner*innen zusammengeschlossen und den Verein „Gemeinschaftsgarten EichenRIESEN e. V.“ gegründet. Der Verein verfolgt das Ziel, einen Gemeinschaftsgarten nach den Prinzipien der Permakultur anzulegen und zu bewirtschaften. Damit sollen Umweltschutz, Biodiversität, Naturschutz, nachhaltiger Gartenbau und Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Region gefördert werden. Im Jahr 2023 konnten wir im Wildbienenprojekt die Anlage einer wildbienenfreundlichen Teichanlage im Gemeinschaftsgarten EichenRIESEN unterstützen und so einen neuen Feuchtlebensraum für Wildbienen und weitere Insekten schaffen. Auf dem Vereinsgelände wurde ein etwa fünf Quadratmeter großer Teich ausgehoben und mit Lehm und Ton ausgekleidet, um einen Eintrag schädlicher Stoffe in den Boden zu vermeiden. Im Anschluss wurden wildbienenfreundliche Teichpflanzen angepflanzt. Der Uferbereich wurde mit wildbienenfreundlichen Nisthilfen, wie sandigen Bodenstellen, Totholz, Schneckenhäusern und Schilfrohren, aufgewertet. Bei der Planung und Umsetzung des Projekts wurde der Verein u. a. von einem Wildbienenexperten der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) begleitet. Das Projekt wurde gezielt einfach gestaltet, um zum Nachahmen anzuregen und eine breite Wirkung zu erzielen. Im kommenden Frühjahr und Sommer soll ein Monitoring feststellen, ob die Bienen den Lebensraum erfolgreich annehmen. Die Erwartungen und Hoffnungen aller Beteiligten sind groß, dass das neue Feuchtbiotop eine größere Vielzahl und Anzahl an Wildbienen und weiterer Insekten anlockt. Wie geht es 2024 weiter? Auch im nächsten Jahr werden wir weitere Projekte für die Wildbienen umsetzen. So ist die Produktion von Ackerwildkräuter-Samentüten für das Ausbringen in Privatgärten, Schul- oder Vereinsgeländen sowie die Verlängerung des erfolgreichen „Biosphären-Hecken-Pflanzprojektes“ in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband Biosphärenregion Berchtesgadener Land e. V. geplant.

Mit Streuobst-Zertifikaten biologische Vielfalt bewahren

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Ein leuchtend violetter Blütenteppich überzieht vom Spätsommer bis in den Herbst hinein den nördlichen Rand der Streuobstwiese „Herrengarten“ – die europäische Heide hat sich in diesem Bereich ausgebreitet und zieht eine Vielzahl von Insekten an
© © Thomas Linde
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Auch Honigbienen sammeln Nektar an den Blüten des Heidekrauts – ein Imker hat in der Nähe seine Bienen platziert, die fleißig auf der Projektfläche unterwegs sind
© © Thomas Linde
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Totholz- und Reisighaufen dienen den tierischen Bewohnern der Streuobstwiese im Biosphärenreservat Thüringische Rhön als Unterschlupf
© © J. Gombert, Landschaftspflegeverband „Thüringer Rhön“ e. V.
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Birnenvielfalt im Sortengarten am Spielberg
© © J. Gombert, Landschaftspflegeverband „Thüringer Rhön“ e. V.
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Erfolgreiche Mitmachaktion zur Mistelbekämpfung für die gesamte Bevölkerung und begleitet von einem Team des MDR
© © J. Gombert, Landschaftspflegeverband „Thüringer Rhön“ e. V.
Ein leuchtend violetter Blütenteppich überzieht vom Spätsommer bis in den Herbst hinein den nördlichen Rand der Streuobstwiese „Herrengarten“ – die europäische Heide hat sich in diesem Bereich ausgebreitet und zieht eine Vielzahl von Insekten an
© © Thomas Linde
Streuobstwiesen beherbergen bis zu 5.000 Tier- und Pflanzenarten und gelten damit als Hotspots der Biodiversität in Mitteleuropa. Viele Jahrhunderte prägten Streuobstwiesen das Gesicht unserer Kulturlandschaft. Heutzutage sind Streuobstwiesen durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft, Flächenverbrauch und Nutzungsaufgabe leider stark bedroht. Nicht nur die altbewährte Form des Obstanbaus droht dadurch auszusterben: Mit dem stetigen Rückgang der Streuobstwiesen verlieren auch zahlreiche gefährdete Arten ihren Lebensraum.
Hintergrund Neben der BIONADE GmbH und der Hochland Deutschland GmbH, die die Zertifikate als Sponsoringpaket kauften, spendete auch die Cola-Cola Foundation für die Umsetzung von zertifizierten Streuobstwiesenprojekten. Erfolge für den Erhalt der Biodiversität Die Streuobstwiese „Herrengarten“ ist eine der wenigen historischen Streuobstwiesen im Biosphärenreservat Thüringer Wald und eine echte Rarität. Denn Streuobstwiesen sind aufgrund der klimatischen Voraussetzungen in den Höhenlagen im Thüringer Wald eine absolute Seltenheit. Im Jahr 2023 konnten wir unser Projekt auf der Streuobstwiese „Herrengarten“ nach fünfjähriger Laufzeit abschließen. Prägend für die Wiese ist ihr Baumbestand aus über 100 Obstbäumen unterschiedlichen Alters sowie Habitatbäumen und Totholz. Die sogenannten Habitatbäume – ältere „Obstbaumgreise“ – bieten aufgrund ihrer Strukturmerkmale einen wichtigen Lebensraum und Nahrungsmöglichkeiten für zahlreiche Tierarten. Dank des Engagements unserer Unternehmenspartner konnten wir an den Habitatbäumen fachkundige „Verjüngungsschnitte“ durchführen. Damit bleiben die „Obstgreise“ langfristig gesund und der Nachwelt noch etliche Jahre erhalten. Zusätzlich haben wir etliche Jungbäume gepflanzt, um den Baumbestand auf der Wiese langfristig zu sichern. Die Obstbäume und der Unterwuchs der Wiese bedürfen auch weiterhin einer regelmäßigen Pflege, weshalb wir uns nun darum bemühen, eine neue Patenschaft für diese besondere Wiese zu finden. Eine Streuobstwiese, die sich 2023 bereits über einen neuen Paten freuen durfte, ist der „Sortengarten am Spielberg“ im Biosphärenreservat Thüringische Rhön. Die Besonderheit dieser Wiese sind die zahlreichen gut erhaltenen Altbäume mit vielen seltenen und bemerkenswerten Birnensorten wie Kongressbirne, Römische Schmalzbirne, Pastorenbirne oder Blumenbacher Butterbirne – allesamt Raritäten, die kaum noch jemand kennt. Die große Sortenvielfalt des Birnenbestandes konnte durch die gute Pflege der Altbäume und Nachpflanzungen von Jungbäumen in der vergangenen Förderperiode erhalten werden. Dadurch ist ein überregional bedeutsamer Sortenerhaltungsgarten entstanden, der gefährdete Birnensorten der Region für zukünftige Generationen erhält. Dank der neuen Kooperation mit Hochland Deutschland können wir den Obstbäumen auch in den kommenden fünf Jahren eine fachkundige Pflege zukommen lassen und so dafür sorgen, dass die Bäume in Zukunft optimal für schwierige Wetterbedingungen gewappnet sind und ihre Funktion im Ökosystem Streuobstwiese bestmöglich erfüllen können. Wie geht es 2024 weiter? Voll im Trend – die Nachfrage von Unternehmen nach zertifizierten Streuobstwiesenprojekten nimmt stetig zu, denn das Thema Biodiversität gewinnt auch in der Wirtschaftswelt zunehmend an Bedeutung und Brisanz. Daher ist es uns ein großes Anliegen, neue Kooperationspartner zu finden, um so zukünftig noch mehr Streuobstwiesen erhalten und fördern zu können.  

Commerzbank-Umweltpraktikum

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Beim Commerzbank-Umweltpraktikum können Studierende unvergessliche Naturerlebnisse und wertvolle Berufserfahrungen in einer der teilnehmenden 22 Nationalen Naturlandschaften sammeln
© Mareike Timm
Beim Commerzbank-Umweltpraktikum können Studierende unvergessliche Naturerlebnisse und wertvolle Berufserfahrungen in einer der teilnehmenden 22 Nationalen Naturlandschaften sammeln
© Mareike Timm
Seit 1990 ermöglicht die Commerzbank jährlich bis zu 60 Studierenden aller Fachbereiche ein mehrmonatiges Umweltpraktikum in einer Nationalen Naturlandschaft. Im Jahr 2023 hat Nationale Naturlandschaften e. V. die administrative Koordination des Umweltpraktikums übernommen.
Neue Kooperation gestartet Vor mehr als 30 Jahren wurde das Commerzbank-Umweltpraktikum ins Leben gerufen. Seither ermöglicht die Commerzbank jährlich bis zu 60 Studierenden aller Fachbereiche ein mehrmonatiges Umweltpraktikum in einer Nationalen Naturlandschaft. Die Schutzgebiete übernehmen die fachliche Betreuung vor Ort und die Praktikant*innen tragen den Naturschutzgedanken über Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit weiter. Seit Januar 2023 hat Nationale Naturlandschaften e. V. die Koordination und inhaltliche Begleitung des Umweltpraktikums inne. Der Dachverband bereichert das Praktikums-Programm um sein gebündeltes Know-how rund um Schutzgebietsthemen, unterstützt die Einsatzstellen und Umweltpraktikant*innen mit seinem Netzwerk und trägt mit dazu bei, die Studierenden als Multiplikator*innen für die Nationalen Naturlandschaften zu gewinnen. Im Praktikumsjahr 2023 wurden 62 Praktikumsplätze in 14 Nationalparken und acht Biosphärenreservaten besetzt. Wie geht es 2024 weiter? Für 2024 stehen erneut rund 60 Praktikumsplätze in den 22 teilnehmenden Nationalen Naturlandschaften zur Verfügung.

Jährliche Fortbildung für Studierende zur Vorbereitung auf ein Praktikum in den Nationalen Naturlandschaften

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Das Einführungsseminar vermittelt auch künstlerische Inspirationen und Anregungen für das Praktikum
© © Karin Bergdolt
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Beim Nature Journaling erlebten die Teilnehmenden Naturverbindung auf kreative Weise
© © Nationalpark Bayerischer Wald
Das Einführungsseminar vermittelt auch künstlerische Inspirationen und Anregungen für das Praktikum
© © Karin Bergdolt
Seit 2023 ermöglicht die Stiftung Kunst und Natur jährlich bis zu 60 Studierenden aller Fachrichtungen eine viertägige Fortbildung zur Vorbereitung auf ein Praktikum in den Nationalen Naturlandschaften. Nationale Naturlandschaften e. V. verantwortet die Planung und Koordination der Veranstaltung in Abstimmung mit der Stiftung Kunst und Natur und dem gastgebenden Nationalpark Bayerischer Wald.
Neue Kooperation gestartet Seit April 2023 kooperiert die Stiftung Kunst und Natur gGmbH (SKN) mit Nationale Naturlandschaften e. V. und unterstützt die Durchführung einer jährlichen Fortbildung für Studierende im Nationalpark Bayerischer Wald zu den Themen Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit, Naturschutz und Kunst. Programmplanung und -durchführung werden partnerschaftlich vom Nationalpark Bayerischer Wald, der SKN und NNL e. V. gestaltet. Dabei lassen die Kooperationspartner die Inhalte der verschiedenen Themenbereiche so einfließen, dass die Praktikant*innen grundlegende fachliche Kompetenzen für ihr Praktikum erwerben und zusätzlich durch künstlerisch-ästhetische Inhalte Räume für innovative Formate der Arbeit mit und in der Natur eröffnet werden. NNL e.V. verantwortet die Gesamt-Koordination der Veranstaltung in Abstimmung mit seinen Partnern. Dank der neuen Kooperation enthielt das Veranstaltungsprogramm 2023 auch künstlerische Inhalte, um den Praktikant*innen künstlerische Inspirationen und Anregungen für ihre Arbeit in den Schutzgebieten mit auf den Weg zu geben. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und erhielt viel Lob und Zuspruch von den 53 teilnehmenden Studierenden. Wie geht es 2024 weiter? Auch 2024 erhalten wieder bis zu 60 Studierende die Chance auf eine Teilnahme am jährlichen Praktikums-Einführungsseminar.

Naturschutz im Urlaub – Voluntourismus für biologische Vielfalt in den Nationalen Naturlandschaften

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Verleihung „Großer Preis des Umweltfestivals 2023“ auf der Bühne vor dem Brandenburger Tor in Berlin mit dem Voluntourismus-Projekt als Preisträger auf Platz 1
© © Oliver Krause
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Biotoppflege an den Hängen des Südschwarzwaldes für den Schutz des Auerhuhns
© Sebastian Schröder-Esch
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Die Broschüre „Vogelparadies Müritz – Zähl mit uns Vögel!“ regt Nationalparkgäste zur Vogelbeobachtung und -dokumentation an
© © Anne Schierenberg / Nationale Naturlandschaften e. V.
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Naturschutzeinsätze am Urlaubsort sind auch im Rahmen attraktiver Pauschalreisen möglich: Angebote im Katalog von BUND-Reisen
© © Katalog BUND-Reisen 2023
Verleihung „Großer Preis des Umweltfestivals 2023“ auf der Bühne vor dem Brandenburger Tor in Berlin mit dem Voluntourismus-Projekt als Preisträger auf Platz 1
© © Oliver Krause
In Deutschlands Nationalparken, Naturparken und Biosphärenreservaten Urlaub machen und dabei ganz praktisch die biologische Vielfalt fördern – das ist die Grundidee des Voluntourismus-Projekts. Nationale Naturlandschaften e. V. unterstützt dementsprechend neue Partnerschaften zwischen Schutzgebieten und touristischen Anbietern: Diese entwickeln und erproben in vier Modellregionen attraktive und gleichzeitig fachlich sinnvolle Angebote für Urlaubende. Das Projekt wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert.
Angebotsvielfalt setzt sich auch in der Voluntourismus-Saison 2023 fort Die vier Modellregionen des Voluntourismus-Projektes boten im Jahr 2023 insgesamt rund 30 eintägige Einsätze und mehrtägige Gruppenreisen an, auf denen Einzelreisende, Familien oder auch Reisegruppen Naturschätze entdecken, regionale Highlights kennenlernen und gleichzeitig Naturschutz-Fachleute bei ihrer Arbeit unterstützen konnten. Im Biosphärenreservat Mittelelbe beispielsweise boten sowohl eine einwöchige Pauschalreise mit inkludierten Naturschutz-Einsätzen als auch eintägige Aktionen für selbstorganisierte Gäste in der Region viele Engagement-Möglichkeiten. Neben Bäume pflanzen und Nistkästen bauen konnten Voluntourist*innen auf Streuobstwiesen die Biotoppflege unterstützen und eigenen Apfelsaft pressen. Einen Einblick in die einwöchige Voluntourismus-Pauschalreise im Biosphärenreservat Mittelelbe bietet ein im Projekt erstellter Kurzfilm: https://vimeo.com/905130935/33c2121a23?share=copy Nicht nur praktische Arbeitseinsätze unterstützen die Nationalen Naturlandschaften in ihrer Arbeit für die biologische Vielfalt, auch im Bereich Naturbeobachtung und Forschung ist Mitwirkung willkommen. So rief die im Voluntourismus-Projekt neu erstellte Broschüre „Vogelparadies Müritz – Zähl mit uns Vögel!“ in der Saison 2023 Urlaubende und Tagesausflügler*innen im Müritz-Nationalpark dazu auf, Vögel zu beobachten und Sichtungen an das Nationalparkamt zu melden. Die Broschüre konzentriert sich auf zwölf häufig beobachtbare und leicht erkennbare Wasservogelarten – sie ist damit ein leichter Einstieg in Citizen Science für aufgeschlossene Nationalparkgäste. Auch im Naturpark Südschwarzwald und am Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer waren helfende Hände wieder willkommen, um u. a. den Lebensraum für die vom Aussterben bedrohten Auerhühner zu verbessern oder heimische Pflanzen wie Moosbeere und Sonnentau vor dem Verdrängen durch Cranberry-Pflanzen (Großfruchtige Moosbeere) zu bewahren. Auszeichnung für „Naturschutz im Urlaub“ in den Nationalen Naturlandschaften Der „Große Preis des Umweltfestivals 2023“ in Berlin zeichnete zum sechsten Mal innovative, umweltfreundliche sowie alltagstaugliche Produkte und Ideen mit Vorbildfunktion aus. Mit dem bundesweiten Projekt „Voluntourismus für biologische Vielfalt in den Nationalen Naturlandschaften“ gehört der Dachverband Nationale Naturlandschaften e. V. zu den diesjährigen Preisträgern. Die Prämierung erfolgte im Rahmen des Umweltfestivals am 4. Juni 2023 mit rund 200 Ausstellenden und Zehntausenden von Festivalgästen auf der Hauptbühne vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Mit dem 1. Platz im Wettbewerb würdigt die Jury, bestehend aus Mitgliedern des Bundesumweltministeriums, der GASAG AG sowie der Grünen Liga Berlin, die Modellfunktion des Voluntourismus-Projektes, das Naturschutz, Naturbewusstsein und nachhaltigen Tourismus gleichermaßen fördert. „Für die Nationalen Naturlandschaften ist diese Auszeichnung Ehre und Ansporn zugleich, auch weiterhin beste Lösungen für die Verbindung von Naturschutz und Tourismus zu entwickeln und zu etablieren. Voluntourismus ist ein doppelter Gewinn – für die Natur und die Gäste“, so Peter Südbeck, Vorstandsvorsitzender des Dachverbandes Nationale Naturlandschaften e. V. und Leiter des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Wie geht es 2024 weiter? Dank der bewilligten Projektverlängerung gehen wir gemeinsam mit den Projektpartnern in das Jahr 2024. Die im Voluntourismus-Projekt gesammelten Erfahrungen, entwickelten Arbeitshilfen und Ergebnisse der Evaluation werden im Rahmen einer Abschlusstagung „Naturschutz im Urlaub – so geht Voluntourismus in den Nationalen Naturlandschaften“ am 18. Januar 2024 auf der Messe Caravan – Motor – Touristik (CMT) in Stuttgart öffentlich vorgestellt. Zudem soll auf einer digitalen Serviceseite das gesammelte Wissen zum Voluntourismus in den Nationalen Naturlandschaften zur Verfügung gestellt werden. Die Online-Plattform wird Interessierten die Möglichkeit bieten, eine grundlegende Orientierung im Themenfeld zu erhalten und praxisnahe Anregungen und Arbeitshilfen für die eigene Arbeit zu nutzen. Die Förderphase des Projektes endet im März 2024.

Corporate Volunteering

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Orchideenwiesenpflege mit der Firma Salesforce am Rand des Nationalparks Hainich
© © Jens Wilhelm
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Zufriedenes Team von BNP Paribas nach ihrem Landschaftspflegeeinsatz am Umweltbildungszentrum Listhof im Biosphärengebiet Schwäbische Alb
© © Markus Schwegler
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Tümpel für Amphibien anzulegen ist ein schön-schlammiges Erlebnis für die Firma Hugo Boss am Umweltbildungszentrum Listhof im Biosphärengebiet Schwäbische Alb
© © Markus Schwegler
Orchideenwiesenpflege mit der Firma Salesforce am Rand des Nationalparks Hainich
© © Jens Wilhelm
Für die Anliegen der Nationalen Naturlandschaften wollen wir neben der Politik und der Zivilgesellschaft verstärkt auch die Wirtschaft gewinnen. Ein wirkungsvoller Ansatz und zugleich ein zunehmend nachgefragtes Angebot sind „Hands-on“-Projekte für Firmenmitarbeiter*innen, organisiert als gemeinschaftliches Event. Hauptamtliche in den Nationalen Naturlandschaften gewinnen damit nicht nur viele helfende Hände, sondern können in der persönlichen Begegnung ihre Themen überzeugend vermitteln.
Firmeneinsätze in den Nationalen Naturlandschaften weiter im Aufwind Der seit Jahren deutliche Anstieg hält weiter an: Immer mehr Unternehmen interessieren und entscheiden sich für ein Corporate Volunteering in den Nationalen Naturlandschaften. Insgesamt 13 Firmenteams mit rund 220 Teilnehmenden nutzten im Jahr 2023 die Vermittlung durch NNL e. V. in einen Nationalpark, Naturpark oder ein Biosphärenreservat. Sie profitierten von den etablierten Abläufen für Firmeneinsätze ebenso wie von der fachkundigen Anleitung während der Einsätze. Diverse Nationale Naturlandschaften verfügen inzwischen über langjährige Erfahrungen in der Vor-Ort-Organisation von Corporate Volunteering. Gutes Matching für Erfolg auf beiden Seiten Die Corporate-Volunteering-Saison 2023 zeigte, wie divers Anfragen von Firmen und Unterstützungsbedarfe der Nationalen Naturlandschaften sind: Mit Blick auf Region, Jahreszeit, Gruppengröße etc. hieß es vielfach, die Interessen einer Firma mit geeigneten Aufgaben und Betreuungskapazitäten am potenziellen Einsatzort abzugleichen. Ein passendes Matching in organisatorischen Aspekten und eine gute, für Laien verständliche Beschreibung der Aufgabenstellung war jeweils grundlegend für die hohe Motivation auf Seiten von Unternehmen und Schutzgebieten, gemeinsam einen nutzbringenden Einsatz durchzuführen. Ein Novum – Corporate Volunteering in den Nationalen Naturlandschaften als Jubiläums-Aktion: Die Firma naturstrom AG nahm ihr 25-jähriges Firmenbestehen zum Anlass, sich von Sommer bis Herbst 2023 gleich in sechs Nationalen Naturlandschaften praktisch im Naturschutz zu engagieren. Die Teams der verschiedenen Firmenstandorte unterstützten in ihrer jeweiligen Region bspw. den Nationalpark Hainich und dessen Nationalparkpartner-Grundschule bei der Anlage eines naturnahen Schulgartens, sie mähten und entbuschten unter Anleitung der Naturwacht Brandenburg eine Feuchtwiese im Naturpark Barnim und entkusselten eine Heidefläche im Naturpark Lüneburger Heide. Immer wieder wird deutlich, was die Teilnehmenden an ihren Engagementerfahrungen begeistert: Sie können einen konkreten Beitrag zum Naturschutz leisten, sie lernen Neues über Tiere, Pflanzen und ökologische Zusammenhänge, sie genießen die Arbeit in der Natur und sie erleben einen besonderen Teamgeist. Wie geht es 2024 weiter? Die enge Zusammenarbeit der Dachverbände Nationale Naturlandschaften e. V. und Verband Deutscher Naturparke e. V. inklusive ihrer jeweiligen Mitgliedsschutzgebiete wird ihren Nutzen weiter entfalten – auch für Corporate Volunteering: Dank des großen Schutzgebietsnetzwerks werden wir unseren Anspruch weiterverfolgen können, (fast) lückenlos in allen Regionen Deutschlands Firmeneinsätze in den Nationalen Naturlandschaften anbieten zu können. Neueinsteigende Gebiete werden dabei individuelle Beratung durch Nationale Naturlandschaften e. V. erhalten und in der Planung wie auch Organisation je nach ihren Bedarfen eng begleitet. Ein neues Element in der Förderung von Corporate Volunteering in den Nationalen Naturlandschaften wird die offensive Bewerbung der Engagementangebote für Firmen bundesweit sein.