Jahresbericht 2023

Inhaltsverzeichnis

Tourismus, Regionalentwicklung, Inklusion

Eine Gruppe von acht Erwachsenen sitzt und steht an einem Aussichtspunkt im Kreis und führen eine Unterhaltung. Zwei von Ihnen, sitzen auf motorisierten Hilfsmitteln zur Fortbewegung.

Unsere Vision

Wir sind davon überzeugt, dass die touristischen Angebote in den Nationalen Naturlandschaften wesentlich dazu beitragen können, einen nachhaltigen, klimaneutralen Tourismus in Deutschland zu etablieren, die Wertschätzung für Natur und Naturschutz in der Gesellschaft zu erhöhen und die nachhaltige Regionalentwicklung im ländlichen Raum voranzubringen. Wir stellen uns eine Zukunft vor, in der die Nationalen Naturlandschaften als Partner des Deutschlandtourismus etabliert sind und die Tourismuswirtschaft den Naturschutz selbstverständlich unterstützt. Die Qualitätssiegel „Partner der Nationalen Naturlandschaften“ und „Produkte aus den Nationalen Naturlandschaften“ werden bekannt und nachgefragt sein, genau weil sie für Klimaneutralität und eine konsequente Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele stehen. Inklusion wird von allen Nationalen Naturlandschaften gelebt und aktiv vorangetrieben.

Als Dachverband stehen wir für die Qualitätssicherung unserer bundesweiten Initiativen und Partnernetzwerke, schaffen und bedienen wir Plattformen zur zentralen Bereitstellung von Informationen und Angeboten, einschließlich der Informationen zur Barrierefreiheit.

Im Überblick – die Bereichsarbeit

Die Kernaufgaben Tourismus und Regionalentwicklung werden gemeinsam mit der Querschnittsaufgabe Inklusion in einem Bereich zusammengefasst und unter der Leitung von Kerstin Emonds bearbeitet. An ihrer Seite steht Stephanie Schubert als Fachreferentin und Koordinatorin des Partnerprogramms der Nationalen Naturlandschaften.

Viele Aspekte der Regionalentwicklung stehen in einem engen Zusammenhang zum Tourismus. Dies wird zum Beispiel im Bundesnetzwerk der „Partner der Nationalen Naturlandschaften“ deutlich, das wir gemeinsam mit dem VDN e. V. betreiben und fortentwickeln. Doch auch landwirtschaftlich geprägte Themen finden Eingang in diesen Bereich. Mit dem aktuellen Projekt „ECO²SCAPE“ werden ökologische und ökonomische Perspektiven für den Erhalt von Biodiversität und Ökosystemleistungen in Kulturlandschaften gesucht.

Inklusion ist überall dort ein Thema, wo es Menschen in den Nationalen Naturlandschaften gibt. Deshalb spielt das Thema Inklusion als Querschnittsaufgabe in alle fachlichen Bereiche der Verbandsarbeit hinein: Ein Schwerpunkt dafür liegt im Bereich Bürgerschaftliches Engagement mit der Initiative „Ungehindert engagiert“, weitere Inklusionsaspekte wie die digitale Barrierefreiheit der Sprache und der Dachmarke werden ebenso bearbeitet wie das Thema des Schulungs- und Sensibilisierungsbedarfs, um eine Umsetzung in die Praxis noch großflächiger zu erreichen.

Bundesnetzwerk „Partner der Nationalen Naturlandschaften“

Dreh- und Angelpunkt der bundesweiten Zusammenarbeit im Partnerprogramm ist die AG Partner. Diesbezügliche Aktivitäten sind daher im Bericht dieser Arbeitsgruppe dargestellt. Mit Erweiterung des Programms um Partner aus den Naturparken wächst das Netzwerk kontinuierlich weiter. Mit Stand Dezember 2023 wird das Netzwerk „Partner der NNL“ in 58 Nationalen Naturlandschaften mit rund 1.800 qualifizierten Partnern gelebt. In den kommenden Jahren wird das Netzwerk um weitere Gebiete und Partner wachsen.

Voluntourismus – Naturschutz im Urlaub

Urlaub machen und dabei ganz praktisch die biologische Vielfalt fördern – das ist die Grundidee des Voluntourismus-Projekts, in dem inzwischen die Ergebnisse aus drei Projektjahren vorliegen. In unserem Bereich „Bürgerschaftliches Engagement“ finden Sie einen ausführlichen Projektbericht.

ECO²SCAPE – ökologische und ökonomische Perspektiven für den Erhalt von Biodiversität und Ökosystemleistungen in Kulturlandschaften

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In der Schaalsee-Region gibt es mit 48 Prozent einen besonders hohen Anteil an hochproduktiven Ackerflächen. Eine herausfordernde Aufgabe für die BR-Verwaltung, hier eine umweltschonende und biodiversitätsfördernde Ausrichtung zu erreichen.
© Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe
In der Schaalsee-Region gibt es mit 48 Prozent einen besonders hohen Anteil an hochproduktiven Ackerflächen. Eine herausfordernde Aufgabe für die BR-Verwaltung, hier eine umweltschonende und biodiversitätsfördernde Ausrichtung zu erreichen.
© Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe
Für den Erhalt von Biodiversität fehlt es in der Landwirtschaft an breiter Umsetzung geeigneter Maßnahmen. Deren Akzeptanz ließe sich unter Berücksichtigung ökologischer und ökonomischer Effizienz erhöhen. Ein interdisziplinäres Team aus Wissenschaft und Praxis entwickelt Ansätze dafür mit Landwirt*innen gemeinsam. Unser Anliegen als Praxispartner ist die Prüfung übertragbarer Ansätze für die Zusammenarbeit mit Landwirtschaftsbetrieben in Biosphärenreservaten und Naturparken.
Ökologie und Ökonomie zusammendenken Ziel des Forschungsprojekts ECO²SCAPE ist die Entwicklung neuer Ansätze bzw. die Anpassung bestehender Maßnahmen und Instrumente für die landwirtschaftliche Praxis, die sowohl ökologisch – für den Erhalt der biologischen Vielfalt – als auch ökonomisch – für den Landwirtschaftsbetrieb – funktionieren. In unserem Jahresbericht 2021 haben wir diesen Ansatz zum Projektstart genauer vorgestellt. Zusammenarbeit mit Landwirtschaftsbetrieben in Biosphärenreservaten NNL e. V. ist Praxispartner des Forschungskonsortiums. Unsere Aufgabe besteht insbesondere in der Analyse, Kommunikation und Verbreitung übertragbarer Projektergebnisse. Hierfür bringen insbesondere die drei Biosphärenreservate (BR) Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, Schaalsee und Schorfheide-Chorin ihre Fachexpertise ein. Bei den Landwirt*innen besonders nachgefragt ist die Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs, wofür wir in Zusammenarbeit mit den drei genannten BR-Verwaltungen je eine Exkursion pro Jahr im Projekt organisieren und anbieten können. Im Juni 2023 konnten die Teilnehmenden vielfältige Einblicke in das Zusammenspiel von Naturschutz und Landwirtschaft am Schaalsee gewinnen. Landwirtschaftliche, teils auch kommunale Partner der BR-Verwaltung waren an unterschiedlichen Exkursionspunkten mit dabei, berichteten aus eigenen Erfahrungen und konnten so darlegen, dass Schutzmaßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen ein Gewinn für alle Seiten sind. Neben den Themen der extensiven Beweidung und des Insektenschutzes wurde das Thema Hecken aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Die Praxis-Erfahrungen konnten verdeutlichen, dass Hecken mit ihren wertvollen, vielfältigen Eigenschaften zum Schutz von Biodiversität und Ökosystemleistungen praktikable Strukturelemente auf und „zwischen“ landwirtschaftlichen Flächen sein können. Wie geht es 2024 weiter? Die dritte Exkursion wird im nächsten Sommer in das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin führen, wo insbesondere Umstellungs- und Vermarktungskonzepte für den ökologischen Landbau im Mittelpunkt stehen werden. Zudem werden unter Federführung von NNL e. V. Bildungsmodule entstehen, durch die die Thematik von Biodiversität und Ökosystemleistungen in der Landwirtschaft an Kinder und Jugendliche vermittelt werden kann. Nach einer Erprobungsphase werden die neuen Materialien für den BNE-Einsatz im schulischen und außerschulischen Bereich ca. im Herbst 2024 zur Verfügung stehen.