Eine Schülerin des Rhöngymnasiums hält eine Bechsteinfledermaus in der Hand.
© Bildrechte: LPV Rhön, Autor: Wigbert Schorcht
3. September 2020

Fledermäuse im Netz

Fledermäuse nutzen Streuobstwiesen als Nahrungshabitat. Um herauszufinden, welche Arten auf der Streuobstwiese heimisch sind, fand im September ein professioneller Fledermausnetzfang statt. Organisiert hat die Veranstaltung unser Projektpartner, der Landschaftspflegeverband Biosphärenreservat Thüringische Rhön.

Für vier Schülerinnen des Rhöngymnasiums Kaltensundheim war das ein spannendes Erlebnis. Im Rahmen einer Seminarfacharbeit über das Ökosystem Streuobstwiese erfassten die Schülerinnen Fledermaus-, Heuschrecken- und Pflanzenarten. Die vom Aussterben bedrohte Bechsteinfledermaus ging den Schülerinnen ins Netz. Die Art jagt regelmäßig auf Streuobstwiesen. Auf ihrem Speiseplan stehen unter anderem Fliegen, Mücken, Spinnen und Nachtfalter. Die Bechsteinfledermaus benötigt höhlenreiche Bäume als Ruheplätze. Solche Baumhöhlen haben besonders die alten Obstbäume auf der Projektfläche.

In Kooperation mit einem Expertenbüro konnten weitere fünf Fledermausfang-Aktionen durchgeführt werden. Fachleute begleiteten die Aktion und erzählten den Teilnehmenden Wissenswertes zu den heimischen Fledermausarten. Die Fledermäuse wurden mit einem speziellen Gerät angelockt, dem „Bat Lure“. Es stößt Soziallaute heimischer Fledermausarten aus.

Über das Ergebnis haben wir uns sehr gefreut: Es zeigte sich eine bemerkenswerte Artenvielfalt auf der Streuobstwiese in Hümpfershausen! Mindestens 13 von 22 in Thüringen vorkommenden Fledermausarten nutzen die Fläche. Der Grund dafür ist der halboffene Charakter von Streuobstwiesen, der für viele Arten mit unterschiedlichen Jagdstrategien attraktiv ist.

Besonders hervorzuheben sind die Bechsteinfledermaus und die Fransenfledermaus, die als „gleaning bats“ unterwegs sind. Das heißt, sie besitzen die Fähigkeit, bei ihren Jagdflügen Beuteinsekten von Blättern der Obstbäume abzulesen.

Eine Sensation war der akustische Art-Erstnachweis der Weißrandfledermaus für Thüringen auf der Projektfläche in Hümpfershausen. Damit sind für Thüringen insgesamt 22 Fledermausarten nachgewiesen.

Mit Hilfe eines „Bat Lure“ werden Fledermausrufe erfasst. / Foto: LPV Rhön

Schülerinnen des Rhöngymnasiums beim Fledermausnetzfang auf der Streuobstwiese. / Foto: LPV Rhön

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