Preisverleihung des UN-Dekade Preises Biologische Vielfalt Laudatorin Erste Landesbeamtin Dr. Marion Leuze-Mohr, Dr. Rüdiger Jooß (Biosphärengebiet Schwäbische Alb), Maike Schünemann (Schwäbisches Streuobstparadies), Dr. Katja Arzt (Nationale Naturlandschaften) und Bürgermeister der Stadt Weilheim an der Teck Johannes Züfle Quelle: Schwäbisches Streuobstparadies e.V.
© Schwäbisches Streuobstparadies e.V.
19. Oktober 2020

Feierliche Verleihung des UN-Dekade Preises Biologische Vielfalt in Weilheim an der Teck

Quadratmeter für Quadratmeter am Erhalt der biologischen Vielfalt arbeiten: Mit dem Erwerb von „Naturschutzzertifikaten“, die der Verband Nationalen Naturlandschaften e. V. zum Verkauf anbietet, können Unternehmen und Privatpersonen nachweislich zum Erhalt artenreicher Streuobstwiesen beitragen. Dabei sichert ein Naturschutzzertifikat einen Quadratmeter biologische Vielfalt für ein Jahr. Gemeinsam mit zahlreichen lokalen Akteuren plant und kontrolliert der Verband im Biosphärengebiet Schwäbische Alb und den Biosphärenreservaten Thüringer Wald und Rhön zertifizierte Naturschutzprojekte.

Dieses innovative Projekt hat die Fachjury der UN-Dekade Biologische Vielfalt überzeugt und das Projekt „Naturschutzzertifikate für biologische Vielfalt“ ausgezeichnet. Die Preisübergabe durch die Erste Landesbeamtin des Landkreises Esslingen, Dr. Marion Leuze-Mohr, fand am Freitag, dem 09.10.2020 im Rahmen eines Unternehmensworkshops im Rathaus in Weilheim an der Teck statt. Das Projekt mit dem offiziellen Titel: „Inwertsetzung von Klima- und Naturschutzmaßnahmen in den Nationalen Naturlandschaften“ wurde von Nationale Naturlandschaften e.V. zusammen mit DUENE e.V. entwickelt und wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

Im Weilheimer Rathaus war am vergangenen Freitag einiges los. Bereits am Vormittag hatten sich interessierte Unternehmen und Interessensverbände im Sitzungssaal zusammengefunden, um im Rahmen eines Workshops, organisiert vom Dachverband Nationale Naturlandschaften e.V., mehr über die Besonderheiten der Kulturlandschaft Streuobstwiese zu erfahren. Nach der Exkursion zu einer Projektfläche im NSG Limburg ging es dann zum festlichen Teil des Tages.

Der Weilheimer Hausherr, Bürgermeister Johannes Züfle, begrüßte die Gäste und stellte das Engagement der Stadt Weilheim – die seit kurzem FairTradeTown ist – in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit dar. Im Anschluss überreichte die Erste Landesbeamtin des Landkreises Esslingen Frau Dr. Leuze-Mohr den UN-Dekade Preis Biologische Vielfalt – passenderweise ein bunter stilisierter Baum – an die Projektbeteiligten Nationale Naturlandschaften e.V., Biosphärengebiet Schwäbische Alb und den Verein Schwäbisches Streuobstparadies e.V.

Die Freude und der Enthusiasmus für die Sache waren den Preisträgern Dr. Katja Arzt (NNL), Dr. Rüdiger Jooß (Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb) und Maike Schünemann (Schwäbisches Streuobstparadies) anzusehen. „Durch den Verkauf von Naturschutzzertifikaten an Privatpersonen und Unternehmen finanzieren wir mehrjährige Maßnahmen zum Erhalt und zur Entwicklung der biologischen Vielfalt auf Streuobstwiesen und in Wäldern“ sagt Katja Arzt, Projektleiterin bei Nationale Naturlandschaften e.V.

Auf der eigens entwickelten Online-Plattform http://www.naturschutzzertifikate.de werden die Projektflächen vorgestellt und erklärt, welche Maßnahmen umgesetzt werden und welche Partner beteiligt sind. Hierbei sind Transparenz, regelmäßiges Monitoring und die Einhaltung des Natur-Plus Standards für die Zertifizierung maßgeblich und innovativ.

Eingebunden in die Projekte sind immer regionale Partner, wie z.B. das Schwäbische Streuobstparadies oder der Landschaftspflegeverein Rhön e.V. Mehr als 100.000 Quadratmeter konnten bereits dank der Unterstützung von Unternehmen wie Coca-Cola European Partners oder Katjes Fassin und Bionade für die kommenden fünf Jahre für die Biodiversität gesichert werden.

Nun hoffen alle Beteiligten auf viele weitere interessierte Unternehmen aus der Region, die ihren Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten wollen. Der Auftakt ist gemacht und am Ende des Workshops waren sich Unternehmensvertreter und die neuen Preisträger einig: Gemeinsam können wir viel erreichen für die Biodiversität und den Lebensraum Streuobstwiese.

Was ist die UN-Dekade Biologische Vielfalt?

Ziel der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011–2020 in Deutschland ist es, möglichst viele Menschen für den Schutz und den Erhalt der Biodiversität zu begeistern. Am Ende des Jahrzehnts sollen mehr Menschen wissen, was biologische Vielfalt ist, warum wir sie brauchen und wie jeder etwas dazu beitragen kann, sie zu erhalten.
Zentrales Instrument ist – neben der Öffentlichkeitsarbeit – der Wettbewerb für UN-Dekade-Projekte und -Beiträge. Gute Beispiele sollen als Vorbild dienen. Aus diesem Grund zeichnet die UN-Dekade Projekte und Beiträge aus, die sich in besonderer Weise für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen.

Kontakt:
Nationale Naturlandschaften e. V.
Pfalzburger Str. 43/44, 10717 Berlin
Telefon: + 49 (0)30 288 78 82-0
E-Mail: info@nationale-naturlandschaften.de
www.nationale-naturlandschaften.de

Bild: Preisverleihung des UN-Dekade Preises Biologische Vielfalt
Laudatorin Erste Landesbeamtin Dr. Marion Leuze-Mohr, Dr. Rüdiger Jooß (Biosphärengebiet Schwäbische Alb), Maike Schünemann (Schwäbisches Streuobstparadies), Dr. Katja Arzt (Nationale Naturlandschaften) und Bürgermeister der Stadt Weilheim an der Teck Johannes Züfle
Quelle: Schwäbisches Streuobstparadies e.V.

Weitere Beiträge

Im Vordergrund wachsen Pilze im Moos. Im Hintergrund sind unscharf drei Personen erkennbar, die durch einen grünen Wald laufen.
12. Mai 2026

Verbunden durch die Natur: Die Nationalen Naturlandschaften feiern am 24. Mai 2026 den Europäischen Tag der Parke

Am 24. Mai feiern wir europaweit den Europäischen Tag der Parke. Unter dem diesjährigen Motto „Connected by Nature“ (Verbunden durch die Natur) machen die Nationalen Naturlandschaften auf die Bedeutung intakter und vernetzter Lebensräume aufmerksam.
Eine Umweltpraktikantin mit verbundenen Augen wird von einer anderen Umweltpraktikantin durch den Wald geführt.
22. April 2026

Start ins Commerzbank-Umweltpraktikum: Traditionelle Einführungswoche im Nationalpark Bayerischer Wald

Über 60 Studierende aus Deutschland und der Schweiz absolvieren in diesem Jahr ihr Commerzbank-Umweltpraktikum in insgesamt 14 Nationalparken und acht Biosphärenreservaten. Auch im 36. Jahr des Projekts fand die Einführungswoche traditionsgemäß im Nationalpark Bayerischer Wald statt. Dort gab’s für die Freiwilligen einen wilden Rundumschlag in die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie vielfältige Naturschutzthemen.