Im April ist es wieder soweit – es ist Kirschblütenzeit auf unserer Wiese! © A. Bauknecht
© © Schwäbisches Streuobstparadies e.V.
5. Juli 2022

Ein Jahr im Leben der Streuobstwiese

Damit die Obstbäume auch in diesem Jahr wieder gedeihen konnten und die Obstwiese als Lebensraum von zahlreichen Pflanzen und Tieren genutzt wird, wurde bereits Anfang des Jahres kräftig angepackt. An ertragsfähigen Obstbäumen wurden Pflegeschnitte durch einen Fachexperten durchgeführt. Durch den Pflegeschnitt kann immer ausreichend Licht und Luft in die Baumkronen gelangen. Neben Totholz wird auch über die Jahre blühfaul gewordenes Holz entfernt. Dies fördert die Fruchtbildung und wird mit einer besseren Ernte belohnt. Auch von Krankheitserregern (Pilzen, Schorf, Flechten) befallene Zweige werden ausgelichtet. So dient der Obstbaumschnitt der Gesunderhaltung der Kulturpflanze.

Auf der Streuobstwiesen-Fläche ist im letzten Jahr leider ein großer alter Birnenbaum umgefallen und hat im Sturz den benachbarten alten Apfelbaum mitgerissen. Das ist zwar schade, aber da insgesamt die Bäume zu dicht standen auf der Projektfläche, ist der Verlust nicht ganz so schlimm. Nachgepflanzt wird daher nicht. Es hat auch etwas Gutes: Das Totholz ist ein Gewinn für Insekten und Vögel. Der umgefallene Stamm der Birne bleibt entweder als Ganzes stehen oder wird zersägt und aufgeschichtet als Kleinstruktur am Beginn der Wiese. Der Holzstapel ist eine schöne Versteckmöglichkeit für Kleinsäuger und Co.

Blüten eines Kirschbaumes
Im April ist es wieder soweit – es ist Kirschblütenzeit auf unserer Wiese! © A. Bauknecht
Vogelnest im Winter
Wer hat hier sein Nest gebaut? Ein verwaistes Vogelnest im Winter zeugt von der Lebhaftigkeit der Streuobstwiese im Frühjahr und Sommer. © Schwäbisches Streuobstparadies e.V.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zweischürige Mahd

Der Unterwuchs konnte durch die zweimalige Mahd der letzten Jahre aufgewertet werden. Die Mahd sorgt dafür, dass konkurrenzstarke Pflanzen zurückgedrängt werden und sensiblere Pflanzen eine Chance erhalten. Um Letztere zu schonen, kommen nur Mähgeräte mit einer einstellbaren Höhe von mindestens acht Zentimetern zum Einsatz.

Einige typische Pflanzen der Magerwiesen, z. B. die Acker-Witwenblume und den Wiesen-Salbei, finden wir schon jetzt auf der Projektfläche. Für unsere Expert*innen sind diese Pflanzen ein guter Hinweis, dass sich die Maßnahmen und die regelmäßige Mahd bereits gelohnt haben. Genauere Ergebnisse der Maßnahmen wird uns der Gutachter im Sommer 2022 mitteilen können – wir sind gespannt.

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