1. Januar 2020

66.800 Quadratmeter für die biologische Vielfalt

568 Obstbäume, vornehmlich alte Apfelsorten stehen auf der Streuobstwiese in Großenbrach im Biosphärenreservat Rhön. Neben den 444 Apfelbäumen wachsen auch 42 Birnbäume, 24 Kirschbäume, 47 Zwetschgenbäume und 9 Walnussbäume auf der Wiese. Und alles sind Hochstämme!

Die Mehrzahl der Bäume hat ein hohes Alter erreicht, zwischen 60 und 80 Jahre schätzt der Bewirtschafter. Der überalterte Baumbestand auf der Projektfläche benötigt dringend Pflege! 270 der Obstgreise brauchen einen Revitalisierungs- und 100 einen Stabilisierungsschnitt. Einige werden wohl in den nächsten Jahren absterben. Dadurch gibt es recht viel Totholz auf der Fläche. Über die abgestorbenen stehenden Obstbäume freuen sich viele Vogelarten, Fledermäusen und Insekten, denn sie können als Brutstätte genutzt werden.

Auch fast alle der 74 Jungbäume brauchen in den nächsten Jahren einen Erziehungs- und einen Pflegeschnitt. Dazu kommen 100 Obstbäume mittleren Alters, die einen Pflegeschnitt benötigen. Ganz schön viel zu tun!

Für die Maßnahmen fehlten bisher die Mittel, aber durch die Unterstützung der Bionade GmbH können nun notwendige Pflegearbeiten für die nächsten 5 Jahre finanziert werden. Obstbäume werden geschnitten, die Wiese wird regelmäßig gemäht, Nisthilfen gebaut und Totholz liegen bzw. stehen gelassen. Durch Nachpflanzungen junger Obstbäume soll langfristig eine Streuobstwiese mit altersgemischtem Baumbestand aus hochstämmigen Obstbäumen entstehen, die einen wertvollen Lebensraum für Tausende Tier- und Pflanzenarten bieten.

Nach und nach erwacht das Leben auf den alten Streuobstwiesen wieder zum Leben. Blühende Kräuter und Zweige ziehen Insekten an, Vögel und Fledermäuse finden Nahrung und Feldmaus und Siebenschläfer Unterschlupf. Wendehals, Steinkauz, Zauneidechse und Hirschkäfer wurden schon auf der Projektfläche gesichtet.

Die Arbeit lohnt sich aber, denn durch regelmäßige Pflege gedeihen die Pflanzen und ziehen neue Bewohner auf der Streuobstwiese an.

Zuständig für die umfangreichen Pflegearbeiten ist Rhön Natur e. V. Vor Projektbeginn hatte der Botanische Arbeitskreis der BUND Naturschutz Kreisgruppe Bad Kissingen den Zustand der Streuobstwiesen untersucht und daraus einen Maßnahmenplan entwickelt.

Pflegebedürftiger Obstbaum am Rand der verbuschenden Projektfläche / Foto: LPV Rhön

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