Insektenschutzmaßnahmen auf Außengeländen von Schulen und Kitas besitzen – neben ihrem ökologischen Nutzen – auch einen klaren Mehrwert für die Bildungseinrichtungen selbst. Dieses Kapitel zeigt aus der Perspektive des BROMMI-Projekts, wie vielfältig die positiven Effekte von Insektenschutz für Schulen und Kitas sein können.
Insektenfreundliche Gestaltungen von Schul- und Kitageländen tragen dazu bei, Außenbereiche attraktiver und vielfältiger zu gestalten und Umwelteinwirkungen, wie Lärm und Luftverschmutzung abzupuffern. Sie haben einen positiven Effekt auf Biodiversität und Klima. Naturnahe Elemente schaffen Lerngelegenheiten für Kinder und fördern dadurch nachhaltiges Handeln sowie ein stärkeres Umweltbewusstsein.
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Im Biosphärenreservat Mittelelbe wurde an einer Schule ein “Grünes Klassenzimmer” entwickelt. Es wurden Frühblüher, Stauden und Gehölze gepflanzt sowie ein Sandarium und andere Nisthilfen für Insekten geschaffen. Mit Unterstützung von lokalen Unternehmen wurden eine Sitzecke in Form eines Amphitheaters errichtet. Gemeinsam kann man hier die Insektenwelt anhand der dort befindlichen Infotafeln entdecken.
Himbeeren in einer „Naschecke“
Insektenschmaus: auch ein Schmaus für Menschen
Insektenfördernde Maßnahmen, wie etwa die Anlage eines Gemüse- und/ oder Kräuterbeets oder das Pflanzen alter Obstbaumsorten, bieten „nebenbei“ auch für die Kinder, ihre Erzieher*innen und Lehrer*innen kulinarische Köstlichkeiten: Frische Kräuter, essbare Blüten, Obst und Beeren können in den Küchen der Einrichtungen direkt verwendet werden. Ebenfalls attraktiv ist eine “Naschecke” auf dem Außengelände, in der sich die Kinder selbstständig an Früchten bedienen können.
Einbindung von Insektenbeobachtung in den Unterricht
Resilienz im Klimawandel und Puffer für andere Umwelteinwirkungen
Die Anlage von Hecken und Obstbäumen als Insektenschutzmaßnahme (Praxisbeispiel) trägt zur Verbesserung des Kleinklimas von Kita- oder Schulgeländen bei. Gehölze spenden Kühlung und Schatten bei sommerlicher Hitze und können Extremwetterereignisse abfedern. Sie sind Sauerstoffproduzenten und natürliche CO2-Speicher. Hecken können Hofbereiche optisch von Straßen oder anderen Gebäuden abtrennen und die Lärmbelastung von außen vermindern.
Fördermöglichkeiten
Es lohnt sich, in der eigenen Region nach passenden Fördermöglichkeiten zu recherchieren oder potenzielle Mittelgeber und Sponsoren – etwa lokale Unternehmen oder Banken – für ein Projekt zu gewinnen. Viele Stiftungen und gemeinnützige Organisationen unterstützen Projekte, die Naturschutz, Umweltbildung und Klimaschutz miteinander verbinden. Auch landesweite oder kommunale Programme bieten häufig finanzielle Mittel für praktische Naturschutzmaßnahmen in Bildungseinrichtungen.
Darüber hinaus existieren zahlreiche Beratungsangebote, Wettbewerbe und regionale Initiativen, die Schulen bei der ökologischen und kindgerechten Gestaltung ihrer Außenbereiche begleiten (s. auch Kap. Erfahrungen aus der Praxis: Schulen und Kitas).