Das Gebiet
Kein Meer, aber auch kein gewöhnliches Land: Der Internationale Naturpark Bourtanger Moor–Veenland öffnet ein Tor in eine Landschaft, die mit einst 1.200 km² das größte zusammenhängende Hochmoor Mitteleuropas war – das Bourtanger Moor. Auf deutscher und niederländischer Seite entfaltet sich ein Mosaik aus offenen Weiten, stillen Wasserflächen, wiedervernässten Mooren und Relikten der historischen Torflandschaft.
Das Radeln und Wandern nach Zahlen führt durch diese besondere Grenzregion – flexibel, intuitiv und voller Entdeckungsmomente. Themenrouten erschließen Spuren früherer Moorkulturen, historische Siedlungen und Wege über alte Torfkanäle. Aussichtspunkte öffnen den Blick über die Weite der Hochmoore, Aktivpfade bringen Bewegung in die stille Landschaft.
Sieben Moorpforten informieren auf anschauliche Weise über die Themen des Moores: Moorentwicklung, Naturraum und Kulturgeschichte. Infopunkte, Ausstellungen und multimediale Stationen machen sichtbar, wie sich das Leben im Moor über Jahrhunderte verändert hat und welche Bedeutung die Landschaft bis heute besitzt.
Ein Naturpark, der zwei Länder verbindet – und eine Landschaft bewahrt, die mit jedem Schritt neue Perspektiven aufzeigt.
Naturschutz
Rund 10.600 Hektar des Naturparks sind als FFH‑Gebiet, EU‑Vogelschutzgebiet sowie als Natur- und Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.
Um die hier lebenden Tier- und Pflanzenarten zu erfassen und zu zählen, wurde eine Art Inventur mit vielen freiwilligen Helfern im Naturpark durchgeführt. Im Rahmen der Kartierung wurden Heidefrösche, Eidechsen, Kornweihen, Fischadler und zahlreiche weitere der knapp 300 vorkommenden Vogelarten gezählt. Schnabelried und Pfeifengras, Glockenheide und Sonnentau sind nur einige der seltenen Pflanzenarten, die auch in dieser Bestandsaufnahme berücksichtigt wurden.
Den optimalen Landschaftswasserhaushalt für das Moor und die umliegenden Flächen loten Naturentwickler und Landwirte gemeinsam aus. Hintergrund sind die Dürresommer der letzten Jahre und ihre Konsequenzen für Moor und Landwirtschaft. Mittels Messung und der Errichtung von Wehrbauwerken zur Wasserstandsregulierung wird eine optimale Lösung angestrebt.
Besuchsinformationen
Tourismusinformation
Internationaler Naturpark Bourtanger Moor – Veenland e. V.
Ordeniederung 1, D – 49716 Meppen
Besucheranschrift:
Helter Damm 11a, D – 49716 Meppen
info@naturpark-moor.eu
Tel.: +49(0) 5931/ 92 50 977
www.naturpark-moor.eu
Gemeinde Twist:
Tel.: +49 (0)5936 – 9 33 00
www.twist-emsland.de
Gemeinde Geeste:
Tel.: +49 (0)5937 – 69 0
www.geeste.de
Touristinfo Emmen:
Tel.: +31 (0)591 – 64 97 12
www.touristemmen.nl
Gemeinde Wietmarschen:
Tel.: +49 (0)5908 – 9 39 90
www.wietmarschen.de
Touristik Information Meppen (TIM) e.V.:
Tel.: +49 (0)5931 – 153 153
www.meppen-tourismus.de
Touristikverein Haren (Ems) e.V.:
Tel.: +49 (0)5932 – 7 13 13
www.haren.de
Besuchs- und Informationszentren
Sieben zentrale Anlaufstellen dienen als „Moorpforten“ und erleichtern den Zugang zum Naturpark:
- Emsland Moormuseum, Geestmoor 6, 49744 Geeste
- Veenpark (NL), Berkenrode 4, 7884 TR Barger-Compascuum
- Erdöl-Erdgas-Museum Twist, Flensbergstraße 13, 49767 Twist
- Veenloopcentrum Weiteveen (NL), Zusterweg 17, 7765 AX Weiteveen
- Industrieel Smalspoor Museum (NL), Griendtsveenstraat 140, 7887 TK Erica
- Museum Collectie Brands (NL), Herenstreek 11, 7885 AT Nieuw-Dordrecht
- Deutsch-Niederländisches Bienenzentrum, Hebelermeerer Straße 3, 49733 Haren (Ems)
Aktiv vor Ort
Ein Tag vor Ort
Ein perfekter Tag im Naturpark Bourtanger Moor – Veenland beginnt mit dem ersten Licht über den weiten Moorflächen. Der Morgennebel liegt noch tief, während sich stille Wasserflächen und offene Horizonte zeigen – ein idealer Moment für eine kurze Runde zu den Aussichtspunkten.
Anschließend führt eine Radtour über das deutsch-niederländische Knotenpunktsystem durch das ehemalige größte zusammenhängende Hochmoor Mitteleuropas – das Bourtanger Moor. Unterwegs erzählen Moorpforten und Naturpark-Infopunkte von Landschaftsgeschichte, Kultur und früherem Torfabbau.
Am Nachmittag lohnt ein Abstecher auf einen der Aktiv-Pfade oder Themenwanderwege, die alte Torfkanäle, Sandwege und wiedervernässte Bereiche erschließen. Zwischendurch bieten Picknickplätze und ruhige Rastpunkte Gelegenheit, die besondere Stimmung des Moores zu genießen.
Zum Abschluss geht es zu einem der stimmungsvollen Fotospots, wenn das warme Abendlicht über die weiten Flächen fällt – ein Tag voller Naturerlebnisse, Weite und Grenzlandatmosphäre.
Eine Woche vor Ort
Montag:
Der Wochenstart führt auf den Themenwanderweg Nederlands grootste schaapskooi im Bargerveen. Zwischen Heideflächen, Moorpfaden und einer der größten Schafherden der Niederlande zeigt sich die Landschaft von ihrer lebendigsten Seite. Die weite, offene Kulisse macht den Einstieg in die Moorwoche besonders eindrucksvoll.
Dienstag:
Die Radtour Moorland verbindet das Dalum‑Wietmarscher Moor mit dem Bargerveen und führt mitten durch die Weite des Grenzmoores. Unterwegs lohnt ein Stopp an der Moorpforte Emsland Moormuseum – einem zentralen Lern‑ und Kommunikationsort der Region. Der anschließende Besuch des Erdöl‑Erdgas‑Museum Twist kombiniert eine Tour voller Kontraste aus Natur, Kultur und Industriegeschichte.
Mittwoch:
Heute stehen zwei besondere Moorpforten im Fokus: das Museum Collectie Brands, wo liebevoll arrangierte Kuriositäten und regionale Sammlungen zum Stöbern einladen, und das Smalspoormuseum mit seiner historischen Feldbahn. Die Fahrt auf schmaler Spur zeigt anschaulich, wie Torf und manchmal auch Menschen früher transportiert wurden – ein Blick in die Arbeitswelt vergangener Tage.
Donnerstag:
Die Schipper‑Tour führt per Rad zwischen Meppen und Haren entlang der Ems und ihrer Häfen. Handel, Wasserwege und maritime Geschichten prägen diese Route. Immer wieder öffnen sich Ausblicke auf Flusslandschaften und Orte, an denen sich Naturgenuss und regionale Geschichte verbinden.
Freitag:
Im Provinzialmoor lädt der Wanderweg Von Moor zu Moor zu einer eindrucksvollen Tour ein. Offene Flächen, Schlenken und die Stille der Landschaft prägen den Weg. Der Aktiv‑Pfad bringt Bewegung in die Tour und macht das Moor auf kleine, spielerische Weise erlebbar. Eine kurze Rast auf der XXL-Bank ist ein Höhepunkt.
Samstag:
Die Erdöl‑Route lenkt durch das größte Ölfördergebiet Deutschlands. Entlang der Strecke erzählen Infopunkte von Geologie, Technik und den Spuren des Rohstoffabbaus. Ein Besuch der Moorpforte Erdöl‑Erdgas‑Museum rundet den Tag ab und macht die Geschichte der Energiegewinnung greifbar.
Sonntag:
Der Abschluss der Woche gehört einer geführten Naturpark‑Tour, etwa zum Thema Moor – ein Lebensraum mit Lebenslauf. Rangerinnen und Ranger erschließen die Besonderheiten des Moores aus erster Hand. Danach lohnt ein ausgiebiger Besuch der Moorpforte Emsland Moormuseum, das als größtes Moormuseum Europas eindrucksvoll Kultur‑, Natur‑ und Landschaftsgeschichte verbindet.
Barrierefrei besuchen
Aussichtspunkt im Fehndorfer Moor –
www.naturpark-moor.eu/poi/aussichtspunkt-fehndorfer-moor
Emsland Moormuseum – www.moormuseum.de
Erdöl-Erdgas Museum Twist – www.erdoel-erdgas-museum-twist.de
Anreise
Mit der Bahn:
Bahnhöfe Geeste, Haren (Ems), Lingen, Meppen, Emmen (NL)
Mit dem Auto:
Über die A31
Sieben Moorpforten sind die Einstiegsorte in den Naturpark. Diese befinden sich im Naturparkgebiet verteilt und sind per PKW erreichbar. Die Anreise ist jeweils über die Internetseite www.naturpark-moor.eu abrufbar.
Programme
Der Naturpark kooperiert mit zahlreichen Grundschulen im Netzwerkprojekt Naturpark-Schulen.
Auch am Programm Junior Ranger nimmt der Naturpark teil.